01/2012
50.000 Euro weniger für Freibad

Lahde (an). Der Umbau des Freibades in Lahde ist so gut wie abgeschlossen. Das Becken wurde verkleinert, mit Folie ausgelegt und eine „Nase“ eingebaut. Das technische Equipment für die Wasserreinigung wurde erneuert und auf den modernsten Stand gebracht sowie die Wärmepumpe für der Erwärmung des Wassers repariert.

Die Arbeiten am Freibad sind fast abgeschlossen. Aber wie wird das Bad zukünftig genutzt? Viele verschiedene Interessen prallen aufeinander und Kompromisse müssen gefunden werden.
Die Arbeiten am Freibad sind fast abgeschlossen. Aber wie wird das Bad zukünftig genutzt? Viele verschiedene Interessen prallen aufeinander und Kompromisse müssen gefunden werden.
Die Bepflanzung der geplanten Staudenbeete und die Aussaat von Rasen soll im Frühjahr erfolgen. Der Umbau hat insgesamt rund 1,1 Millionen Euro gekostet. Er wurde finanziert aus dem „Konjunkturpaket II“ der Bundesregierung. Die finanziellen Mittel reichten nur für die Sanierung und die Verkleinerung des Schwimmbeckens. Der Kauf und der Einbau einer Breitrutsche wurde vom Förderverein übernommen. Es handelte sich um Spenden von der Sparkasse, der Volksbank und der Eon. Das Kinderbecken soll noch bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Diese Gelder von rund 90.000 Euro konnten bei den Dachsanierungsarbeiten des Gymnasiums eingespart und hierher umgeleitet werden. Da in der Stadt Petershagen eine angespannte Finanzlage herrscht und der Freibadbetrieb ein Defizit von jährlich etwa 150.000 Euro verursacht, hat der Stadtrat beschlossen, im laufenden Betrieb 50.000 Euro weniger auszugeben.

Wie diese Einsparungen geleistet werden können, wird zur Zeit diskutiert. Die Energieeinsparungen, die im Vorfeld des Umbaus gefordert wurden, sind nicht berücksichtigt worden. Der günstige Versorgungsabschluss mit dem Energielieferanten wird eventuell weniger Kosten erzeugen, allerdings müssen die Pumpen der neuen Wasseraufbereitungsanlage erheblich häufiger laufen als vorher (auch im Winter). Die Stadtverwaltung sieht die einzige Einsparmöglichkeit in den Personalkosten. Das heißt, die Öffnungszeiten sollen reduziert werden. Der Vorschlag war, erst mittags das Freibad zu öffnen. Den Mitgliedern der „IG Frühschwimmer“ sollte die Möglichkeit, im Rahmen des Fördervereins, der Benutzung des Bades gegeben werden. Dafür sollte die IG selbst für eine Badeaufsicht sorgen. In einer Besprechung des Fördervereins mit den Frühschwimmern wurde allerdings noch eine weitere Variante vorgeschlagen: Der Abbau der Überstunden der Bademeister. Bisher sammelten die beiden Bademeister jährlich etwa 250.000 Arbeitsstunden an, die aber in vielen Fällen hauptsächlich für Pflegearbeiten gebraucht wurden.

Nun wurde die Überlegung angestellt, dass der eine Bademeister den Badebetrieb von 6 bis 9 Uhr übernehmen sollte und der andere nachmittags zwischen 13 und 19 Uhr. Wenn bei großem Andrang ein zweiter Bademeister gebraucht würde, sollte diese Aufgabe durch einen Inhaber des Rettungsscheines in Silber übernommen werden.

In einer öffentlichen Informationsveranstaltung kamen viele Freibadnutzer mit weiteren Forderungen: Was ist mit den „späteren Frühschwimmern“ und was mit den „Vielschwimmern“, die keine festen Schwimmzeiten haben? Auch über höhere Eintrittspreise, die zur Kostensenkung führen könnten, wurde diskutiert. Die Ratsmitglieder Ingo Ellerkamp und Edwin Niederbracht machten daraufhin den Vorschlag, doch erst einmal die Verwaltung arbeiten und Vorschläge unterbreiten zu lassen.

Rudolf Reich wurde mehrheitlich beauftragt, die Überlegungen und Wünschte der Frühschwimmer dem Bürgermeister zu unterbreiten. Wer Interesse hat, eine Ausbildung zum Rettungsschein in Silber zu machen, um Aufsichten im Lahder Freibad führen zu können, sollte sich bei Artur Brandt (Tel.: 05702/9982) oder Rudolf Reich (Tel.: 0171-6930655) melden. Die DLRG-Ortsgruppe Minden würde im Januar einen speziellen Lehrgang für diesen Zweck durchführen.