01/2012
Meilenstein für die Schulentwicklung in der Stadt Petershagen gesetzt

Bauantrag für Schulneubau in Lahde eingereicht
Kosten von insgesamt 12,5 Millionen Euro

Schulneubau in Lahde
Schulneubau in Lahde - Ansicht von Süden: Die gewählte Architektur verbindet insgesamt die Möglichkeit eines transparenten Schulbetriebes in funktionsfähiger und wirtschaftlicher Bauweise. Als besondere Attraktion bieten der Mensa-Aulabereich sowie das Atrium als Pausenhalle Möglichkeiten zur Identifikation. Die entstehenden Außenbereiche ergänzen das Schulangebot sinnvoll.
Schulneubau in Lahde - Ansicht von Süden:
Die gewählte Architektur verbindet insgesamt die Möglichkeit eines transparenten Schulbetriebes in funktionsfähiger und wirtschaftlicher Bauweise. Als besondere Attraktion bieten der Mensa-Aulabereich sowie das Atrium als Pausenhalle Möglichkeiten zur Identifikation. Die entstehenden Außenbereiche ergänzen das Schulangebot sinnvoll.
Das ausgewiesene Baufeld ist an der Längsseite über den Bultweg erschlossen. An der Querseite sind vorhandene Parkzonen entlang des Ackerweges angeordnet. Die vorhandene Sporthalle an der nordöstlichen Grundstücksecke wird von den Schülern an der Westfassade über einen neuen Schulhof er­schlossen. Die Bushalteplätze entlang der Tennisstraße führen zu einer weiteren Erschließung des neuen Gebäudes über den Schulhof.
Das ausgewiesene Baufeld ist an der Längsseite über den Bultweg erschlossen. An der Querseite sind vorhandene Parkzonen entlang des Ackerweges angeordnet. Die vorhandene Sporthalle an der nordöstlichen Grundstücksecke wird von den Schülern an der Westfassade über einen neuen Schulhof erschlossen. Die Bushalteplätze entlang der Tennisstraße führen zu einer weiteren Erschließung des neuen Gebäudes über den Schulhof.

Petershagen (ug). Mit dem Vertragsabschluss am 2. November zwischen der Stadt Petershagen und dem Bauunternehmen Depenbrock und der inzwischen erfolgten Einreichung des Bauantrages zur Errichtung des Schulneubaus auf dem Gelände des Schulzentrums Lahde am Bultweg wurde in der Schulpolitik in der Stadt Petershagen ein weiterer Meilenstein gesetzt.

Vertragsunterzeichnung: Christoph Lemke (links) von der Firma Depenbrock und Bürgermeister Dieter Blume setzen ihre Unterschrift unter den Vertrag für den Lahder Schulneubau.
Vertragsunterzeichnung: Christoph Lemke (links) von der Firma Depenbrock und Bürgermeister Dieter Blume setzen ihre Unterschrift unter den Vertrag für den Lahder Schulneubau.
Bereits am 19. Juni 2008 hatte der Rat der Stadt einstimmig dem Neubau eines Schulzentrums in Lahde zugestimmt. Laut Beschluss sollte in spätestens fünf Jahren mit dem Bau begonnen werden. Schon damals wollten die Ratsmitglieder „Nägel mit Köpfen“ machen und nicht in das vorhandene sanierungsbedürftige und marode Schulzentrum weitere Gelder stecken.

Rund 10 Millionen Euro werden die Baukosten für die neue 3-geschossige Schule betragen. Diese Kosten umfassen die Planung, den Bau sowie dessen Wartung für die nächsten fünf Jahre. Hinzu kommen noch die Kosten für die Heizzentrale, die Gestaltung des Schulhofes, Möblierung und die Beratung sowie den Abriss der alten Schule, so dass noch weitere 2,5 Millionen Euro anfallen werden. 8,8 Millionen Euro hiervon werden durch Kredite finanziert.

Nichts desto trotz sah sich der Rat der Stadt zum Handeln gezwungen, denn der schlechte Bauzustand nach dem vorzeitigen Auszug der Hauptschule und das nun teilweise leerstehende, völlig überdimensionierte Schulzentrum und den damit verbundenen hohen Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten, ließen keine andere Lösung zu. Deshalb hat sich der Rat der Stadt in seiner Ratssitzung im März dieses Jahres dafür entschieden, den dringend erforderlichen Schulneubau nicht weiter aufzuschieben.

Nach den Plänen des Mindener Architekturstudios pm.Waltke-Halstenberg-Zech soll nun im Mai 2012 mit dem Bau der neuen Sekundarschule begonnen werden. Entstehen soll eine 4-zügige Ganztagsschule mit insgesamt 24 Klassenräumen, 12 Differenzierungsräumen, Medien-, Kunst- und Werk-, Chemie, Bio- und Physikräumen, Bibliothek und Selbstlernzentren, Lernküche, zwei Lehrerstationen, einer großen Aula und Mensa mit angeschlossenem Mensagarten. Den Mittelpunkt des gesamten Bauwerkes wird das 3-geschossige Atrium (Pausenhalle) bilden.

Die Konzeption des Schulneubaus stellt sich als transparente und offen gegliederte Struktur, insbesondere in den Bereichen der Klassentrakte dar. Über eine freie Kaskadentreppe im Atrium – und über die Treppenhäuser an der Erschließungsachse – gelangt man zu den Klassentrakten und Fachräumen im Obergeschoss. Die dezentralen Lehrerstationen bieten einen Überblick über den Pausenhof und einen Einblick in die transparenten Atriumsebenen. Die offene Struktur soll u.a. auch Unterdrückung und Mobbing unterbinden und für alle Schüler sichere und einsichtige Aufenthaltszonen schaffen. Es ist ebenfalls geplant, alle Klassenräume transparent mit Glasfenstern zwischen jeweils zwei Klassen, und Glastüren zum Flur, zu gestalten. Ein zwischen beiden Klassenräumen integrierter Differenzierungsraum – ebenfalls mit Sichtfenstern – soll die Möglichkeit bieten, besonders leistungsstarke oder lernschwache Schülern in kleineren Gruppen speziell zu fördern.

Die neue Schule öffnet sich im Süden mit einem Mensagarten zum Bultweg und nach Norden zum Schulhof mit einer transparenten Pausenhalle als Atrium.
Die neue Schule öffnet sich im Süden mit einem Mensagarten zum Bultweg und nach Norden zum Schulhof mit einer transparenten Pausenhalle als Atrium.
WBesonderer Wert wurde auch auf eine zentrale Lage der Aula gelegt. Sie soll im Erdgeschoss den Mittelpunkt der Schule bilden, der durch freizeitliche Aktivitäten geprägt ist und mit einem eigenen Außenbereich attraktiv aufgewertet wird. Die Unterrichtsnutzung in den Obergeschossen wird durch diese Lage nicht beeinträchtigt. Durch ihre räumliche Nähe zur Aula können die kreativen Fachräume bei Bedarf das Platzangebot, z.B. für Projekttage, Theater-, Schulband-Arbeitsgemeinschaften oder Ähnliches, nutzen und die Unterrichtsinhalte bereichern.

Im Rahmen von schulischen Großveranstaltungen, z.B. bei Einschulungen oder Schulabschlussfeiern, können die Bereiche Aula und Mensa gemeinsam als großer Veranstaltungsraum mit Versammlungsstättenfunktion genutzt werden. In diesem Fall bietet der vorgelagerte Mensagarten ideale Möglichkeiten, die Feiern mit Außenangeboten zu bereichern. Es ist geplant, neben der vorwiegend pädagogischen und schulischen Nutzung diese Bereiche auch als außerschulischen Veranstaltungsort für Lahde in Anspruch zu nehmen. Nach Bedarf können Lesungen, kleine Aufführungen oder Gastspiele hier stattfinden. Durch die Einbeziehung der Mensa wird es möglich, den Raum mit einer Fläche für Buffets und Empfänge zu erweitern. Eine mobile Trennwandanlage mit zwei Führungswegen ermöglicht die gewünschte Kombination Aula - Mensa. Die Küchenanlieferung erfolgt abseits der übrigen Zufahrten direkt über den Ackerweg. Die Technikräume mit eigenem Werkhof an der Ostseite ermöglichen die Erstellung auch größerer Projektarbeiten.

Die zentrale Pausenhalle dient der Erschließung aus nördlicher und südlicher Richtung und unterstützt durch ihre offene Struktur über alle Ebenen die interne Kommunikation und Orientierung. Über eine großzügig bemessene Erschließungsachse werden der Aula- und Mensabereich seitlich der Pausenhalle angebunden. Die Verwaltung ist zentral neben der Pausenhalle im Erdgeschoss angesiedelt. Alle Räume sind ohne störende Stufen und Rampen erreichbar. Die Anordnung des neuen Schulgebäudes berücksichtigt auch die Möglichkeiten zur sinnvollen Ergänzung auf dem neuen Schulgrundstück nach Rückbau des Bestandsgebäudes. So ist der Hauptschulhofbereich nach Norden in Richtung Bushaltestellen direkt aus der Pausenhalle zentral zu erreichen.

Für die Bauausführung durch die Firma Depenbrock stehen nur rund 18 Monate zur Verfügung, denn bereits mit Beginn des neuen Schuljahres 2013/14 soll die neue Schule bezogen werden. Die Baufirma hat sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligt und den Zuschlag erhalten. Trotz aller Freude über das große Auftragsvolumen ist dies für die Baufirma eine nicht leicht zu bewältigende Aufgabe, denn ein weiterer Schulneubau wird von ihr zur Zeit in Preußisch Oldendorf erstellt. Hieran angelehnt wird in ähnlicher Bauweise das Schulgebäude in Lahde errichtet, so dass man auf die Erfahrungen in Hessisch Oldendorf zurückgreifen kann. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Sekundarbereich 1 und der zur Zeit laufenden Schulentwicklungsplanungen für die weiterführenden Schulen betritt die Stadt mit dem Schulneubau, der die Voraussetzungen zur Einrichtung einer Sekundarschule erfüllt, in gewisser Weise „Neuland“. In den zurückliegenden Monaten ist deshalb mit Hochdruck an den Planungen und den Vorstellungen zur Bauausführung gearbeitet worden.

Unter der Regie von Kämmerer und Projektleiter Dirk Breves hat die Arbeitsgruppe „Schulneubau“, zu der Vertreter aus Haupt- und Realschule, der Förderschule Quetzen sowie sachkundiger Politiker aus allen der im Rat der Stadt Petershagen vertretenen Fraktionen gehören, ein Konzept erarbeitet. Sie, sowie zwei externe Berater, haben sich Gedanken darüber gemacht, wie in der Stadt Petershagen die räumlichen Anforderungen für die angedachte Schulform „Sekundarschule“ in dem Schulneubau umgesetzt werden können.

Bürgermeister Dieter Blume bezeichnete deshalb den Schulneubau als „großen Schritt“ für die Stadt Petershagen. „Der Schulneubau ist ein Meilenstein für die Schulentwicklung in der Stadt Petershagen und bietet nachhaltige Bildungsperspektiven für die Kinder im Stadtgebiet. Es entsteht ein Schulgebäude mit einem völlig neuen Raumkonzept, das den Inhalten einer Sekundarschule gerecht wird“, so Blume.

Die Verwaltung weist aber auch darauf hin, dass bei einer Entscheidung der Eltern gegen die Einführung einer Sekundarschule in der Stadt Petershagen, das neue Schulgebäude selbstverständlich ebenso für alle bisherigen Schulformen geeignet ist. Die noch anstehende Elternbefragung, bei der sie sich für oder gegen eine Einschulung ihres Kindes in einer Sekundarschule aussprechen, wird im Jahr 2013 durchgeführt.