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Einsame Entscheidungen
Von Herbert Müller, Petershagen
Anlässlich des Fortgangs der Umbauarbeiten am ehemaligen Besselschen Hofes an der Mindener Straße gab es eine Einladung seitens der Bauleitung an die Anwohner in den angrenzenden Straßen, der Fischerstadt, der Besselstraße und der Griesebachstraße.
In dem alten Gebäude, das nach dem Krieg als Schifferberufsschule diente und wo zuletzt der Kindergarten Schifferhof untergebracht war, findet ein Umbau zu einem mit
ca. 120 Betten ausgestatteten Jugend,- Tagungs- und Gästehaus statt. Bauherr und-leitung ist der Kreis Minden-Lübbecke, zukünftiger Betreiber die JBB Bielefeld.
Da der Hauptteil des Komplexes als barocker Bau denkmalgeschützt ist, gestalten sich die Arbeiten relativ aufwändig, wobei ein Nebengebäude abgerissen wurde, die alte Motorenhalle zu einer Trainings- und Freizeithalle umgebaut wird.
Die Arbeiten ziehen sich bereits über ein Jahr hin; in der letzten Zeit gab es wochenlange Presslufthammer- und Straßenbauarbeiten, extreme Schäden an der Griesbachstraße und angrenzenden Grünstreifen von den tonnenschweren Baufahrzeuge und eine Menge Schmutz. Auf dem Gelände vor dem Haupthaus wurden einige Bäume gefällt, darunter ein ca. 150 Jahre alter Baum. Es wurde darüber berichtet.
Anlass dieses Briefes ist das Ergebnis der Informationen an die Anwohner, wonach die genannten Straßen, die Bessel- und die Griesebachstraße als Zufahrtswege für die mit PKW und Bus anreisenden Gäste gedacht sind. Beide Straßen sind so schmal, dass mit Mühe zwei PKW aneinander vorbeikommen. Die geplanten Ein-und Ausfahrten auf das Gelände liegen den Wohnhäusern bzw. Einfahrten zweier Anlieger direkt gegenüber. Auch darf die Frage erlaubt sein, ob es den Gästen des Jugendgästehauses nicht zumutbar wäre, von dem in der Mindener Straße haltenden Bus das Gebäude direkt über den Haupteingang aus zu erreichen, eine Wegstrecke von weniger als 50 m.
Da die Arbeiten der Parkplatz- und Zufahrtsgestaltung zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten waren, ergab sich für die Anwohner keine Möglichkeit mehr zur Einflussnahme. Der naheliegende Vorschlag, eine Einfahrt von der Mindener Straße aus zu ermöglichen, wurde unter Hinweis auf die notwendige Fällung eines groß gewordenen Gebüsches sowie auf den Status der Grenzmauer zur Mindener Straße als barockes Baudenkmal(!) nicht weiter diskutiert. Da diese Mauer in den 1950er Jahren errichtet wurde und samt Eisengitter seitdem offensichtlich keinerlei Pflege erhielt, war die Botschaft allen Anwohnern klar: „Wir machen hier, was wir für nötig halten und nehmen gern Ihre Zustimmung zur Kenntnis“.
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