09/2009
Leserbrief des Seniorenbeirates

Von Rudolf Reich

Die Diskussion um die Modernisierung des Freibades Lahde hat sich zu einem Lehrstück in Sachen Bürgernähe und Bürgerbeteiligung entwickelt; allerdings zu der negativen Variante „Modell Petershagen“.

Erinnern wir uns: Der Bund stellt der Stadt Petershagen aus dem Konjunkturpaket II Mittel zur Verfügung. Die wichtigsten Bedingungen sind: Nachhaltigkeit der Maßnahmen, Berücksichtigung heimischer Firmen und Schlussabrechnung bis Ende 2011. Der Rat der Stadt Petershagen beschließt die teilweise Verwendung der Mittel zur notwendigen Sanierung des Freibades Lahde. Finanzielle Obergrenze 1.080.000 Euro.

Der erste Vorschlag der Verwaltung in Anlehnung an eine Studie eines Hildesheimer Ingenieurbüros (offensichtlich eine heimische Firma!): Umbau zum Spaßbad mit (Un-) Sicherheitshalbinsel, neue Rutsche, Sprudelliegen und Massagedüsen, Planschbecken Fehlanzeige. Danach lädt die Verwaltung zu einem Treffen der Benutzergruppen ein. Dabei werden eventuelle unbequeme Frager selektiert und lieber gleich gar nicht eingeladen, eine Farce.

Die späte, einen Monat vor der entscheidenden Ratssitzung am 30. September groß angekündigte Besucherbefragung wird zur peinlichen Lachnummer. Schließlich werden zur Fachausschusssitzung am 13.9. alle bisher vorgestellten Varianten aus Kostengründen eingestampft und nur noch ein Verwaltungsvorschlag zur Abstimmung gestellt: Neue Technik, Beckenauskleidung einschließlich des Überlaufes in Folie, Zerstückelung der bisher zusammenhängenden Wasserfläche durch eine Halbinsel, neue Bepflanzung und neu gepflasterter Umgang. Planschbecken wieder Fehlanzeige.

Ob der dann kurzfristig zu Fachausschusssitzung vorgestellte Alternativvorschlag der Seniorenvertretung - neue Technik, Beckenauskleidung einschließlich des Überlaufes in Folie, Beibehaltung des bisherigen Beckenumrisses ohne Halbinsel, Beibehaltung der bisherigen Heckenbepflanzung, Aufnahme und Wiederverlegung der Pflasterung des Beckenumganges in Eigenleistung durch den Förderkreis der Badbenutzer und die dann durch die Änderungen finanziell mögliche Neuanlage des Planschbeckens mit Einbindung in den Wasserkreislauf - durch die späte Einsicht der Verantwortlichen noch Chancen auf Verwirklichung hatte, kann zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Leserbriefes nur noch erhofft werden.


Nach OBEN !