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Als die erste Ausgabe des "Petershäger Anzeigers" im März 1989 fertig auf dem Tisch lag, hätten sich Annette Niermann und Ursula Gieseking nie träumen lassen, dass aus der Sache mal ein Fulltime-Job werden würde. Über Monate hatten die Herausgeberinnen des "Zwei-Frauen-Betriebs" am Konzept des Anzeigenheftes gefeilt, bevor der "Anzeiger" mit einer Startauftage von knapp 9000 Exemplaren zum ersten Mal in Druck gehen konnte. Heute wird der "Anzeiger" im Mindener Norden - Kutenhausen, Todtenhausen und Stemmer - ebenso gelesen wie in Raddestorf, Warmsen und Uchte. "Allein die Betreuung der 29 Petershäger Gemeinden bringt eine Menge Arbeit mit sich", umreißen die beiden Herausgeberinnen ihren Arbeitsalltag. Von Anfang an wollte der "Petershäger Anzeiger" mehr sein, als eine bloße Aneinanderreihung von Firmeninseraten und Ankündigungen des städtischen Veranstaltungskalenders. "Wir wollen unseren Lesern auch immer einen ansprechenden redaktionellen Teil bieten", betont Annette Niermann den journalistischen Anspruch des Blattes. Neben dem Kernblatt sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Sonderausgaben erschienen. Das Spektrum reicht von Sonderbeilagen zu lokalen Gewerbeschauen, Informationen zu aktuellen Themen rund um den Bau bis hin zur Veranstaltungsbroschüre "Was ist los im Mühlenkreis". Fast schon Kultcharakter besitzen die beiden Kochbücher, die das Verlagsprogramm kulinarisch ergänzen. Die monatliche Erscheinungsweise des "Petershäger Anzeigers" gibt den beiden Redakteurinnen die Chance, Themen für ihre Leser intensiv zu recherchieren und hintergründig zu berichten. "In diesem Punkt heben wir uns ganz bewusst von der Berichterstattung in Tageszeitungen ab", sagt Ursula Gieseking, die vor ihrem Start beim "Petershäger Anzeiger" bereits Erfahrungen mit anderen Publikationen gesammelt hatte. Nach wie vor schreiben Niermann und Gieseking den größten Teil der Artikel selbst. Im Laufe der Jahre hat sich Annette Niermann mit der komplexen Materie verschiedener Umweltthemen vertraut gemacht, während Ursula Gieseking einen besonderen Riecher für die kommunale Politik entwickelt hat. Wenn besonders viel zu tun ist, springen freie Mitarbeiter ein. Bei der Organisation der Redaktion helfen zwei Büroangestellte. Trotzdem wird in den Wochen vor dem Erscheinen der nächsten Ausgabe die Zeit knapp. "Manchmal sitzen wir dann hier bis spät in die Abendstunden über unseren Seiten, um den Termin mit der Druckerei einzuhalten", beschreibt Annette Niermann den Produktionsalltag hinter den Redaktionstüren. Unterstützt werden die beiden Herausgeberinnen mittlerweile von Cäcilia Hardes und Gisela Brase, die vor allem bei der Organisation des Redaktionsbüros kräftig mithelfen müssen. Vieles hat sich geändert in den letzten sechzehn Jahren. Nach einem Start, von dessen Erfolg die Macherinnen selbst überrascht waren, konnte sich der Anzeiger erfolgreich am stark umkämpften Markt behaupten. Mit einer Auflage von z.Z. 16.500 Exemplaren erreicht er heute eine beachtliche Zahl von Lesern. Bei der Bewältigung der anfallenden Aufgaben kommt mittlerweile modernste Technik zum Einsatz. Neben einer Computeranlage mit digitaler Datenleitung arbeiten die Redakteurinnen auch mit digitalen Kameras, um Farbbilder noch schneller und besser "ins Blatt zu heben". Vor allem Anzeigenkunden schätzen die Möglichkeiten, die Verbraucher in der Kombination aus Werbung und journalistischen Texten zu informieren, ohne sie mit bloßer Werbung zu langweilen. "Außerdem legen wir sehr viel Wert auf die persönliche Betreuung der Anzeigenkunden - das hat sich mittlerweile herumgesprochen", sagt Ursula Gieseking mit einem Blick auf das klingelnde Telefon. Mit einem Anteil von etwa 60 % ist der Anzeigenanteil am Gesamtprodukt seit Jahren auf einem konstanten Niveau geblieben. Aus zahlreichen Leserbriefen und Anrufen weiß die Redaktion heute genau, was bei ihrem Publikum ankommt. In der Lesergunst ganz weit vorne rangieren die Berichte über "alte Originale" - Menschen aus den Städten und Dörfern der Region, die jeder für sich etwas ganz Besonderes darstellen. Unter den Favoriten sind auch die regelmäßigen Beiträge zu heimatkundlichen Themen jedweder Couleur oder auch Informationen über politische Entscheidungen von Ratsvertretern in den Kommunen.
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