Anzeige

Anzeige

Gesperrte Weserbrücke: So rettet die Pizzeria Mondego ihren Lieferservice

Die gesperrte Weserbrücke hätte für die Pizzeria Mondego fast existenzielle Folgen gehabt. Statt 45 Minuten Umweg über Minden setzt das Team nun auf eine ungewöhnliche Lösung: Der Lieferservice bringt die Pizza über das Stauwehr – schnell, kreativ und kundenorientiert.
Geschäftsführer Antonio Da Silva zeigt, wie trotz der Brückensperrung jede Pizza pünktlich ankommt – dank cleverer Logistik über das Stauwehr. Fotos: Krischi Meier
Geschäftsführer Antonio Da Silva zeigt, wie trotz der Brückensperrung jede Pizza pünktlich ankommt – dank cleverer Logistik über das Stauwehr. Fotos: Krischi Meier

Petershagen/Lahde (kri). Die Sperrung der Weserbrücke trifft viele – doch für die Pizzeria Mondego hätte sie beinahe existenzielle Folgen gehabt. Rund die Hälfte des Liefergebiets liegt aktuell auf der westlichen Weserseite und ist mit dem Auto nur über einen Umweg von rund 45 Minuten über Minden erreichbar. Eine Strecke, die für einen Pizza-Lieferservice schlicht nicht praktikabel ist.

„Das war für uns keine Option“, sagt Geschäftsführer Antonio Da Silva. „Die Pizza wäre kalt angekommen, die Wartezeiten wären explodiert – und am Ende hätten wir diesen Bereich vorübergehend komplett aufgeben müssen. Das hätte deutliche Umsatzeinbußen bedeutet.“

Doch Aufgeben kam für Da Silva nicht infrage. Als die Stadt das Stauwehr bereits am Samstag für Fußgänger freigegeben hatte – aktuell die einzige Möglichkeit, die Weser auf Höhe von Petershagen und Lahde zu queren – kam ihm eine ebenso einfache wie kreative Idee.

Anzeige

 

„Wir haben gesagt: Dann bringen wir die Pizza eben zu Fuß über die Weser“, erzählt Antonio Da Silva mit einem Lächeln. Seitdem läuft der Betrieb zweigeteilt: Auf der Lahder Seite bereiten Küche und Fahrer die Bestellungen vor. Ein Fahrer bringt die frisch gebackenen Pizzen bis an das Bauwerk am Stauwehr. Dort werden sie sorgfältig in Warmhalteboxen verpackt und über das Bauwerk getragen. Auf der anderen Seite warten bereits die nächsten Fahrer.

„Drüben stehen unsere Auslieferungsfahrer bereit und übernehmen sofort“, so Da Silva. „So hatten wir nur eine Verzögerung von maximal zehn Minuten und die Pizza kommt immer noch heiß beim Kunden an.“

Am Wochenende sind auf der westlichen Weserseite drei Fahrer im Einsatz, unter der Woche ein bis zwei. Trotzdem sei diese Lösung aktuell alternativlos. „Das ist im Moment die einzige Variante, den Bereich weiter zu beliefern“, betont der Geschäftsführer. „Aber es lohnt sich. Unsere Kunden sind dankbar und wir konnten wirklich alle Bestellungen ausliefern.“

Was bleibt, ist ein Stück Improvisationskunst und viel Herzblut. Während die Brücke gesperrt ist, zeigt die Pizzeria Mondego, wie Kreativität und Einsatz selbst massive infrastrukturelle Probleme überbrücken können. Oder wie Antonio Da Silva es sagt: „Solange es irgendwie geht, lassen wir niemanden ohne Pizza zurück.“