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Rehkitzrettung in Petershagen: Jäger retten mit Drohnen Tiere vor dem Mähtod

Mit Drohnen unterstützen Jäger im Hegering Petershagen-Nord die Landwirtschaft beim Schutz von Wildtieren vor der Mahd.
Joline Peek mit einem geretteten Rehkitz. Foto: privat
Joline Peek mit einem geretteten Rehkitz. Foto: privat

Von Jessica Höffner

Petershagen. Die meisten Menschen schlafen noch, wenn über den Feldern rund um Petershagen bereits leise Rotoren surren. Es ist kurz nach vier Uhr morgens, Tau liegt auf dem Gras – und auf dem Monitor der Drohne beginnt für die Jäger des Hegerings Petershagen-Nord die Suche nach verborgenem Leben.

Jahr für Jahr retten die Jäger unzählige Rehkitze vor dem grausamen Mähtod. Mit Drohnen fliegen Loreen Saxowsky, ihr Vater Rainer Peek und Martin Teikemeier die Felder ab, bevor der Landwirt mit dem Mähwerk kommt. Wir haben uns mit dem Trio und Anne Schäpsmeier, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings Nord, getroffen. Sie stehen stellvertretend für ihre Jägerkollegen, die ebenfalls in die Rehkitz-Rettung involviert sind.
„Das ist für uns gelebter Tierschutz. Wir unterstützen die Landwirte zum einen aus ethischen Gründen und zum anderen, weil wir mit den entsprechenden Drohnen ausgestattet sind“, macht Martin Teikemeier, selbst Landwirt, Jäger im Bereich Ilse und Jagdpächter in Sapelloh und Warmsen, deutlich. Jetzt, in der Brut- und Setzzeit, die in Nordrhein-Westfalen am 1. März beginnt und am 15. Juli endet, sind die Drohnen der Jäger oft in der Luft. „Meistens auf Abruf“, erklärt Anne Schäpsmeier, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings Nord. Denn: In NRW sind die Landwirte rechtlich verpflichtet, vor der Mahd geeignete Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren – insbesondere Rehkitzen – zu ergreifen. Das kann die eigene Absuche sein – oder aber der Einsatz von Drohnen.

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„In unserem Hegering läuft das wirklich gut. Die Landwirte informieren uns rechtzeitig darüber, wann sie mähen wollen, so dass wir die Absuche mit der Drohne organisieren können“, sagt Anne Schäpsmeier. Für die Landwirte ist das also längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Bei Verstößen drohen zudem auch hohe Strafen nach dem Tierschutzgesetz „Außerdem möchte niemand erleben, wenn ein Rehkitz mit abgemähten Beinen auf dem Feld liegt“, so Anne Schäpsmeier. Sie weiß, wovon sie spricht. Vor ihr standen bereits Landwirte, die „fertig mit den Nerven waren und Tränen in den Augen hatten“, wenn das trotz vorheriger Absuche passierte. Am frühen Morgen, so erklären es die Jäger Anne Schäpsmeier, Loreen Saxowsky, Rainer Peek und Martin Teikemeier, sei der beste Zeitpunkt, um die Flächen mit der Drohne abzusuchen. „Der Wärmunterschied ist dann am größten, so dass die Wärmebildkamera sehr zuverlässig Rehkitze findet und anzeigt. Aber wir retten natürlich nicht nur Kitze, sondern auch Fasane, Gelege, Feldhasen, Enten und Rebhühner.

Die beiden Jäger Loreen Saxowsky und Rainer Peek. Foto: privat
Die beiden Jäger Loreen Saxowsky und Rainer Peek. Foto: privat

Im Prinzip alles, was 37 Grad Körpertemperatur und mehr hat“, so Jäger Rainer Peek. Er führt Buch über seine Rettungsaktionen – im Schnitt seien es 25 Kitze pro Jahr, die er aufgefunden und gerettet hat. „Auch wenn ich gerne zur Jagd gehe: Noch lieber habe ich es, wenn ich morgens um 4 Uhr ein Kitz retten kann“, sagt Peek. Dieses Gefühl sei unbezahlbar. Seine Jägerkollegen stimmen ihm zu. Einig sind sich Anne Schäpsmeier, Loreen Saxowsky, Rainer Peek und Martin Teikemeier zudem mit Blick auf freilaufende Hunde in der Brut- und Setzzeit. Während im benachbarten Niedersachsen die Leinenpflicht gilt, dürfen die Hunde in NRW auch dann frei laufen. „Ich vergleiche das immer mit einer Siedlung. Gehen fremde Menschen durch meinen Garten, werde ich grummelig. Gehen sie durch unser Kinderzimmer, ist Alarm“, sagt Anne Schäpsmeier. Heißt konkret: Hunde gehören in den Augen der Jäger an die Leine, damit Vögel in Ruhe ihre Eier ausbrüten und Rehe und Hasen ungestört ihre Jungen aufziehen können.

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