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Findelkater Gustav gerettet: Kulturmanager aus Petershagen zieht verlassenen Kater groß

Als die Katzenmutter plötzlich verschwand, blieb Kater Gustav allein zurück. Christian Döhler und seine Frau Charlotte nahmen die Findelkatze mit nach Todtenhausen – und zogen den kleinen Kater mit viel Liebe per Hand auf.
Findelkater Gustav genießt die Milchmahlzeiten. Foto: Jessica Höffner
Findelkater Gustav genießt die Milchmahlzeiten. Foto: Jessica Höffner

Von Jessica Höffner

Petershagen. Dass das Herz von Petershagens Kulturmanager Christian Döhler für Kunst und Kultur schlägt, versteht sich von selbst. Jetzt schlägt das Herz von ihm und seiner Frau Charlotte aber noch für etwas ganz anderes: „Frisch verliebt“ ist das Paar – in Gustav, eine Findelkatze, die Döhler und seine Frau in Magdeburg gerettet und mit auf ihren Hof nach Todtenhausen gebracht haben.

Seit August vergangenen Jahres ist Christian Döhler der Kulturmanager Kultur Plus in Petershagen. „Und so ein Geisteswissenschaftler kann eben nicht nur Kultur, sondern auch Tiere“, sagt er. In den Händen hält er in diesem Moment Kater Gustav: etwa sechs Wochen alt, klein und zierlich, rot-braunes Fell, blaue Augen. „Nach einem Kurzurlaub in Palermo habe ich mit einem guten Freund noch einen Zwischenstopp in unserem Schrebergarten in Magdeburg gemacht“, blickt Christian Döhler zurück. Während die Männer die gemeinsame Zeit für Gespräche und Arbeiten im Garten nutzten, hatte es sich eine Katzemama mit ihren vier Kitten in einem Gartensack gemütlich gemacht. „Die Kleinen waren schon munter, hatten die Augen geöffnet und wurden von der Mutter umsorgt. Aber vermutlich fühlte sie sich gestört von unserer Anwesenheit“, vermutet der Kulturmanager. Irgendwann jedenfalls waren die Mutter und drei der vier Kitten nicht mehr zu sehen. Als Döhlers Frau Charlotte vom Konzertdienst im Magdeburger Gesellschaftshaus gegen 22.30 Uhr zurückkehrte, kauerte Gustav noch immer alleine im Gartensack. Gegen Mitternacht gab es noch immer keine Spur von der Katzenmama und den anderen drei Kitten. „Gustav zitterte und rief verzweifelt nach seiner Mama. Wir konnten ihn so einfach nicht zurücklassen. Das hätten wir nicht übers Herz gebracht“, erzählt Christian Döhler, während Klein-Gustav genüsslich an der Spritze mit Kittenmilch nuckelt.

Kater Gustav kurz nach der Rettung im Alter von etwa drei Wochen. Foto: privat
Kater Gustav kurz nach der Rettung im Alter von etwa drei Wochen. Foto: privat

Mit Gustav im Gepäck fuhren sie zum tierärztlichen Notdienst in Magdeburg, schilderten die Situation, ließen ihn untersuchen – und nahmen ihn wieder mit. „Zum Glück haben die Ärzte gesagt, dass er soweit munter und gesund ist. Etwa 400 Gramm brachte er zu dem Zeitpunkt auf die Waage. Sein Alter wurde auf drei Wochen geschätzt“, erinnert sich der Tierfreund. Rund um die Uhr kümmerte sich das Paar um den kleinen Kater, der sich längst ins Herz der beiden geschlichen hatte. Als aufgrund beruflicher Verpflichtungen jedoch klar war, dass keine Zeit für den kleinen Kerl da ist, kontaktierten sie das Tierheim in Magdeburg. Die Tierschützer nahmen Gustav auf – mit dem Ziel, dass er von einer Amme angenommen wird. „Für uns war klar: Klappt das mit der Amme, soll er die ersten Wochen dort verbringen, ehe wir ihn adoptieren“, erzählt Christian Döhler. Doch während er und seine Frau vom ersten Moment an „verliebt“ in Gustav waren, konnte er die Amme nicht von sich überzeugen. Sie nahm den Kater nicht an. „Für uns war also klar, dass wir ihn deshalb nach der Dienstreise aus dem Tierheim abholen und ihn per Hand großziehen“, blickt der Kulturmanager zurück.

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Heute, etwa drei Wochen später, ist Gustav „aus dem Gröbsten raus“. Er hat Größe und Gewicht nahezu verdoppelt – und auch eine Tierärztin, die das Paar nach ihrer Rückkehr nach Todtenhausen aufsuchte, bestätigte: Gustav ist kerngesund. Einzig Kater Moritz, der bereits auf dem Hof in Todtenhausen lebt, hat sich noch nicht so ganz mit seinem neuen Mitbewohner angefreundet. „Aber wir denken, das kommt. Gustav wird ganz sicher ein großer und starker Kater, der sich dann auch gegenüber Moritz behaupten kann“, ist sich Döhler sicher. Wohl auch deshalb fiel die Wahl auf den Namen Gustav. „Angelehnt an den eisernen Gustav, der damals mit der Kutsche von Berlin nach Paris gefahren ist und wieder zurück“, sagt Christian Döhler. Da ist er wieder: der Kulturbezug. Unterdessen raschelt es im Garten. Kater Moritz ist es nicht. Einen kurzen Moment später lassen sich stattdessen die anderen Hofbewohner blicken: die Hühner „Trulla“, „Liesbeth“, die „Schöne Else“ und „Signor Rossi“. Gustav schaut erst neugierig, dann macht er einen kleinen Satz nach vorne. Die gefiederten Mitbewohner nehmen es gelassen. Es scheint, als hätten sie den kleinen Kater schon als neues Familienmitglied akzeptiert.

Christian Döhler ist "frisch verliebt" in Kater Gustav. Foto: Jessica Höffner
Christian Döhler ist „frisch verliebt“ in Kater Gustav. Foto: Jessica Höffner

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