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Schüleraustausch: Rotary Stolzenau vermittelt Auslandsjahre für Jugendliche

Ein Schuljahr im Ausland, eine neue Sprache und eine andere Kultur: Der Rotary-Club Stolzenau bietet Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten für einen Austausch.
Ein Schuljahr im Ausland, eine neue Sprache und eine andere Kultur: Der Rotary-Club Stolzenau bietet Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten für einen Austausch. Foto: privat
Ein Schuljahr im Ausland, eine neue Sprache und eine andere Kultur: Der Rotary-Club Stolzenau bietet Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten für einen Austausch. Foto: privat

Von Jessica Höffner

Stolzenau. Ein Jahr in Argentinien, Italien, Frankreich oder vielleicht doch in einem ganz anderen Land? Für Jugendliche aus der Region bietet der Rotary-Club Stolzenau die Möglichkeit, über ein Austauschprogramm Auslandserfahrungen zu sammeln und dabei eine andere Kultur und Sprache kennenzulernen. Bewerben können sich grundsätzlich alle Jugendlichen, die bei ihrer Abreise mindestens 16 Jahre alt sind und den Wunsch haben, für eine längere Zeit im Ausland zu leben.

Dorothee Reinkemeyer (56) kümmert sich beim Rotary-Club Stolzenau seit 2022 um den Jugenddienst. „Die Voraussetzung ist eigentlich vor allem, dass die Jugendlichen begeistert davon sind, ins Ausland zu gehen, sich das zutrauen und über den Tellerrand schauen möchten – nach dem Motto „be open minded“, sagt sie. Auch der Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung spiele eine wichtige Rolle.
Die Rotarier bieten unterschiedliche Austauschmöglichkeiten an – von kurzen Aufenthalten bis hin zu einem Schuljahr. In der Regel sollen die Austauschschüler während ihres Aufenthalts in zwei oder möglichst drei verschiedenen Gastfamilien leben. „Jede Familie ist anders“, erklärt Reinkemeyer. Durch den Wechsel lernten die Jugendlichen unterschiedliche Lebensweisen und Familienstrukturen kennen. Gleichzeitig nimmt die entsendende Familie hier einen Austauschschüler auf und hat so auch die Möglichkeit mit anderen Kulturen in Berührung zu kommen. Häufig werden Freundschaften weltweit geschlossen, die ein Leben lang ein Beitrag für Verständigung und Frieden sein können.

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Damit der Aufenthalt für die Jugendlichen gut vorbereitet ist, gibt es sowohl für die Gastfamilien als auch für die Austauschschüler Schulungen und Seminare. Die Gasteltern erhalten unter anderem ein Handbuch und werden auf ihre Aufgabe vorbereitet. Für die Jugendlichen gibt es ebenfalls Vorbereitungsseminare. Außerdem bestehen Regelungen für Notfälle oder Situationen, in denen ein Austauschschüler in einer Gastfamilie nicht zurechtkommt.
Wer Interesse an einem Austausch hat, kann sich bei Dorothee Reinkemeyer (mobil 0171 / 4931031; E-Mail d. reinkemeyer@torffrau.de) oder über die Internetseite www.rotary-jd.de mit einem Motivationsschreiben melden. Im ersten Schritt steht ein persönliches Gespräch. Anschließend folgt eine Bewerbung. Dazu gehören unter anderem ein Gesundheitszeugnis, Impf- und Zahnunterlagen sowie übersetzte Schulzeugnisse. Bis Ende Oktober müssen die Unterlagen hochgeladen sein.
Ein Wunschland kann angegeben werden, eine Garantie gibt es allerdings nicht. „Man kann Favoriten nennen, aber am Ende weiß man nicht, ob es Frankreich, Italien, Brasilien oder Asien Argentinien wird“, sagt Reinkemeyer. Sollte ein gewünschtes Land nicht möglich sein, werde geschaut, ob sich der Jugendliche auch für ein anderes Land begeistern könne. Dafür gibt es Ende November extra eine „Ländermesse“ im Distrikt in Magdeburg.
Die Kosten für einen Austausch sollten Familien im Blick behalten. Je nach Zielland können für Flug, Versicherung, Ausstattung, Vorbereitungsseminare und Vermittlung mehrere Tausend Euro anfallen. Die Rotarier arbeiten ehrenamtlich und können das Programm dadurch vergleichsweise günstig anbieten. Unter bestimmten Voraussetzungen kommt zudem Auslands-BAföG infrage. Der Rotary-Club berät Familien zu den Möglichkeiten.
Für Reinkemeyer steht bei einem Austausch vor allem die persönliche Erfahrung im Mittelpunkt. „Ich würde es jedem empfehlen – für die Persönlichkeitsentwicklung und das weitere Leben“, sagt sie. Dabei müsse es nicht unbedingt ein weit entferntes Ziel wie die USA oder Neuseeland sein. Auch ein Aufenthalt in Frankreich, Italien oder den Niederlanden könne den eigenen Blick auf die Welt verändern.