Donnerstag, 25. Juli 2024

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Nach Jahrzehnten auf der Straße: Taxi Altvater schließt

Nach Jahrzehnten auf der Straße werden Ende Juni beim Windheimer Taxiunternehmen Altvater die Zündschlüssel an den Nagel gehängt.

Foto: Krischi Meier

Windheim (kri). An die Anfänge ihres Taxisunternehmens kann sich Margret Altvater aus Windheim noch genau erinnern: „Bei uns in der Straße gab es früher ein anderes Taxiunternehmen, bei dem ich als Fahrerin beschäftigt war. Nachdem das Unternehmen geschlossen hat, habe ich überlegt, selber einen kleinen Betrieb zu gründen.“ Damals mit einem Taxi gestartet, hat sich das Unternehmen stetig weiterentwickelt und zur besten Zeit über neun Fahrzeuge verfügt und zwölf Fahrerinnen und Fahrer beschäftigt. Fast 40 Jahre sind seit der Unternehmensgründung vergangen und auch das Taxi-Geschäft hat sich im Lauf der Zeit ordentlich verändert. „Früher konnten wir unsere Fahrgäste für 25 Mark nach Minden bringen, heute liegt der Preis bei knapp 60 Euro.“ Entsprechend rückläufig ist die Nachfrage zum Beispiel nach Fahrdiensten bei Feiern und Veranstaltungen am Wochenende. „Das war früher deutlich mehr“, erinnert sich Margret Altvater. Das Hauptgeschäft der letzten Jahre waren Kranken- und Schulfahrten. „Wir haben regelmäßig die Patientinnen und Patienten der Weserlandklinik Bad Hopfenberg von zu Hause abgeholt und nach dem Aufenthalt wieder nach Hause gebracht. Dabei hatten wir viele lange Fahrten von teils über 200 Kilometern pro Strecke.“ Ende Juni werden nun die Zündschlüssel an den Nagel gehängt. Mit einem lachenden und weinenden Auge blickt Margret Altvater diesem Tag entgegen. „Ich werde es schon sehr vermissen, aber die Freude überwiegt dennoch“, erklärt die langjährige Inhaberin, die stets einen familiären Umgang mit den Fahrerinnen und Fahrern gepflegt hat. Die Entscheidung zur Betriebsaufgabe sei über Monate gereift, denn als Taxiunternehmen sei man an sieben Tagen pro Woche inklusive Feiertagen immer im Dienst. „Mit 72 Jahren habe ich ein Alter erreicht, in dem ich meinen Ruhestand nun genießen möchte“, so Altvater. Besonders in Erinnerung ist ihr eine Fahrt geblieben, bei der ein Kind auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus im Taxi auf die Welt gekommen ist. In dem familiäre Team habe es immer Spaß gemacht zu Arbeiten, sind sich die Fahrer einig. Einige von ihnen folgen in den Ruhestand, einige werden künftig für ein heimisches Busunternehmen fahren. Darüber, dass jeder Mitarbeiter, der noch etwas machen möchte, einen neuen Job gefunden hat, ist Margret Altvater besonders froh, ebenso, dass alle Stammkunden gut versorgt und auch in Zukunft immer ihr Ziel erreichen können.

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