Dienstag, 20. Februar 2024

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Veränderte Öffnungszeiten sorgten für Unmut – Polizei sieht sich heute gut aufgestellt

In der Februar-Ausgabe 1994 berichtete der Petershäger Anzeiger über die bevorstehende Änderung der Öffnungszeiten der Polizeiwache in Lahde.

Foto: Krischi Meier

Lahde (sk). In der Februar-Ausgabe 1994 berichtete der Petershäger Anzeiger über die bevorstehende Änderung der Öffnungszeiten der Polizeiwache in Lahde und der damit verbundenden Sorge, ob polizeiliche Hilfe im Notfall auf jeden Fall gewährleistet werden kann. Neben einem Rückblick auf den damaligen Artikel, haben wir uns bei der Kreispolizeibehörde über die Entwicklung und den aktuellen Stand erkundigt.

Nachts geschlossen

Am 15. Dezember 1993 wurde die ehemalige Polizeistation Lahde in ihrer bisherigen Funktion aufgelöst und seitdem nur noch als Polizeiwache geführt. Entsprechend reduzierten sich auch die Öffnungszeiten deutlich, so dass die Lahder Polizeiwache ab Ende Februar 1994 nur noch tagsüber von 6.30 Uhr bis 22 Uhr besetzt war. Insgesamt sechs Polizeibeamte, die über ein Einsatzfahrzeug verfügten, wechselten sich damals in zwei Schichten ab. Während der Nachtzeit mussten dann immer Polizisten aus Minden angefordert werden, wenn irgendwo im Gebiet der Stadt Petershagen ein Einbruch verübt wurde, ein Verkehrsunfall oder ähnliches passiert war. Die Sorge war daher groß, dass die Hilfeleistung durch die Polizei nicht rechtzeitig erfolgen kann, da es gerade in den späten Abendstunden häufiger zu kriminellen Handlungen, familiären Streitigkeiten und Alkohlproblemen kommt. Als weiteres Problem wurde die fehlenden Ortskenntnisse von Einsatzkräften gesehen, die vor allem im Dunklen sowie aufgrund ähnlicher Straßenbezeichnungen und der Größe des Stadtgebietes auftreten könnten und so nachts nicht mehr per Funk bei der Lahder Polizeiwache um Hilfe bitten können. Trotz der nächtlichen Schließung konnten sich hilfesuchende Bürger sich zu jeder Tag- und Nachtzeit weiterhin an die Nummer 110 wenden und wurden dann nachts ohne Zeitverzögerung nach Minden weitergeleitet. Außerdem bewegte sich in der Zeit, wenn die Wache in Lahde geschlossen hatte, ständig ein Streifenwagen im Gebiet der Stadt Petershagen, so dass ein schnelles Eintreffen an den Einsatzorten gewährleistet war.

Aktuelle Situation

Aktuell unterhält die Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke im Mühlenkreis sechs Wachstandorte. Hierbei ist die Polizeiwache Petershagen/Lahde ein fester Bestandteil im ganzheitlichen Sicherheitskonzept. Auch heute ist die Polzeiwache in Lahde nicht rund um die Uhr besetzt. „Von Montag bis Freitag in der Zeit von 6 bis 21 Uhr sowie samstags von 10 bis 19 Uhr und sonntags von 13 bis 21 Uhr nehmen die Beamtinnen und Beamten der Lahder Polizeiwache das Einsatzgeschehen wahr. Außerhalb dieser Zeiträume wird die Kommune Petershagen primär durch die Polizeiwache Minden betreut“, informiert Alexandra Brakemann, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde über die aktuellen Öffnungszeiten. Zudem ist eine dauerhafte Erreichbarkeit der Polizei über die am Eingang der Wache installierte Sprechanlage mit der zentralen Leitstelle gegeben. Diese Praxis habe sich in den vergangenen Jahren als richtig erwiesen und bewährt. Entscheidend für die Bürgerinnen und Bürger ist jedoch die Erreichbarkeit der Polizei in Notsituationen. „In solchen Fällen kann auch kein Innendienstbeamter helfen, sondern nur eine Streifenwagenbesatzung vor Ort. Das ist selbstverständlich zu jeder Zeit und überall über den Notruf 110 gewährleistet. Eingehende Notrufe gehen direkt bei der Leitstelle ein, die eine schnellstmögliche Einsatzwahrnehmung sicherstellt“, erklärt die Pressesprecherin. Für den Abteilungsleiter Polizei, Mathias Schmidt, zählt hier das Motto: „Wenn der Bürger in einer Notsituation unsere Hilfe benötigt, dann kommt die Polizei zu ihm“. Darüber hinaus gibt es in der Kommune eine regelmäßige Bürgersprechstunde, in der die zuständigen Bezirksdienstbeamten als direkte Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Dienststelle in Lahde wird hierbei von Polizeihauptkommissar Henrik Riechmann betreut. Der Bezirksdienstbeamte von Petershagen ist Polizeihauptkommissar Michael Merz. „Sein Büro ist im Rathaus an der Mindener Straße. Die Sprechzeiten sind jeweils von montags 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 13 bis 15 Uhr“, weist Alexandra Brakemann auf weitere Hilfsmöglichkeiten seitens der Polizei hin. Zudem suchen diese Beamten die Menschen vor Ort auf, um helfend zur Seite zu stehen und bei Bedarf auch eine Anzeige aufzunehmen. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Online-Anzeigenerstattung bei der Internetwache der Polizei NRW unter www.internetwache.polizei.nrw. Hinsichtlich der polizeilichen Einsätze im Stadtgebiet von Petershagen konnte Pressesprecherin Alexandra Brakemann folgende Informationen nennen: Die Entwicklung der Einsatzzahlen zeigten sich vom Jahr 2019 (1802 Einsätze) bis zum Jahr 2023 mit 1971 Einsätzen recht konstant. Im vergangen Jahren ging knapp ein Drittel der Einsatzanlässe auf Verkehrsunfälle zurück: Von den gesamten Einsätzen in Petershagen waren 18 Prozent Verkehrsunfälle mit Wildbeteiligung und 15,5 Prozent mit Sachschaden. Außerdem gingen die Beamten zu 8,6 Prozent Meldungen von verdächtigen Fahrzeugen sowie zu 4,9 Prozent Meldungen von verdächtigen Personen und Feststellungen nach.

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