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Vom Klassenzimmer in den Hörsaal der Uni

Studieren oder nicht? Ein Projekt des Gymnasiums Petershagen ermöglicht Schülern ohne akademischen Familienhintergrund Einblicke in das Universitätsleben.
Anna-Lena Hülshorst (Projektbetreuerin), Christine Werner (Schulleiterin), Christoph Bulmahn (Projektbetreuer), Claudia Holle (Osthushenrich-Stifung, hinten von links) mit den Schülern Tom Noel Schmidt, Gabriel Benjamin Osetinskij, Mara Abitz, Conchi Dransfeld und Malte-Alexander Rottwinkel (vorne von links). Foto: Lotta Dammeier
Anna-Lena Hülshorst (Projektbetreuerin), Christine Werner (Schulleiterin), Christoph Bulmahn (Projektbetreuer), Claudia Holle (Osthushenrich-Stifung, hinten von links) mit den Schülern Tom Noel Schmidt, Gabriel Benjamin Osetinskij, Mara Abitz, Conchi Dransfeld und Malte-Alexander Rottwinkel (vorne von links). Foto: Lotta Dammeier

Ein Beitrag unserer Schülerpraktikantin Lotta Dammeier (16, Gymnasium Stolzenau)

Petershagen (ld). Seit 2008 wird am Gymnasium Petershagen ein Projekt angeboten, das
sich an Schüler richtet, die von Zuhause aus den Kontakt zur Universität nicht kennen. Ziel des Projekts ist es, den Teilnehmenden eine Woche lang die Möglichkeit zu geben, in das Universitätsleben hineinzuschnuppern. So war die Woche an der Uni Bielefeld.

Um an dem Projekt teilnehmen zu können, müssen die Schüler eine Bewerbung verfassen. Voraussetzung für die Teilnahme ist außerdem, dass die Eltern nicht an einer Universität studiert haben. Dieses Jahr nahmen 25 Schüler an dem Projekt teil. Während der Woche sammelten sie viele positive Erfahrungen und lebten fünf Tage lang wie echte Studenten. „Es gab dort ein großes Spektrum an Angeboten“, sagte Malte-Alexander Rottwinkel. Die Schüler betonten, dass sie von der Offenheit der Studenten sehr positiv überrascht war und sie auch das eine oder andere Mal nach den Vorlesungen am Nachmittag etwas gemeinsam unternommen haben. Die Schüler haben an unterschiedlichen Vorlesungen teilgenommen, in denen sie auch, so sagten sie, häufig von den Tutoren miteinbezogen wurden. Zudem gefiel es ihnen, dass man seinen Tag selbst planen und strukturieren konnte und der Uni-Alltag sich somit vollkommen vom gewohnten Schulalltag unterscheidet. Schulleiterin Christine Werner erklärte, dass dieses Projekt sinnvoll und effektiv sei, da die Schüler selbstständig handeln müssen und weitgehend auf sich allein gestellt seien. Claudia Holle (Geschäftsführerin von der Osthusheinrich-Stiftung) betonte, dass das Projekt ebenfalls wichtig und eine gute Chance sei, einen Einblick in das Studentenleben zu bekommen und herauszufinden, ob das Studentenleben etwas für einen ist. Finanzielle Unterstützung erhält das Gymnasium Petershagen dabei von der Osthushenrich-Stiftung, die allgemein Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Ostwestfalen fördert und ohne die das Projekt so nicht möglich wäre. „Das Projekt war für mich sehr sinnvoll, weil ich jetzt weiß, dass ich Medizin an der Uni in Bielefeld studieren möchte.“

sagt Conchi Dransfeld. „Mir kam zuerst alles riesig vor, man hat sich dann aber doch recht
schnell zurechtgefunden“, erklärte ein anderer Teilnehmer. Allerdings gab es auch kritische Stimmen: „Manchmal konnte man den Vorlesungen nicht folgen und der Tutor war
unsympathisch“, blickte Gabriel Benjamin Osetinskij zurück auf das einwöchige Unileben.
„Nach dem Projekt war es dann schwer, wieder in den Schulalltag reinzukommen, weil man
sich so an das längere Ausschlafen gewöhnt hat“, machte Gabriel Benjamin Osetinskij den Unterschied zwischen Schul- und Studentenleben deutlich. Die Schüler verdeutlichten zuletzt, dass ihnen das Projekt insgesamt sehr gut gefallen hat und sie daraus gelernt haben und viele neue Erfahrungen sammeln konnten. Ein Teil der Schüler ist sich nach dem Projekt sicher, dass sie nach dem bestandenen Abitur studieren wollen.

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