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FSME durch Zecken: Hündin aus Rosenhagen kämpfte ums Überleben

Ein Zeckenbiss veränderte alles: In Rosenhagen erkrankte Hündin „Lotta“ schwer an FSME. Erst ein MRT brachte die Diagnose – heute warnt ihre Besitzerin vor den unterschätzten Gefahren für Hunde und Menschen.
Jasmin Kubba mit ihrer Hündin „Lotta“. Foto: Jessica Höffner
Jasmin Kubba mit ihrer Hündin „Lotta“. Foto: Jessica Höffner

Von Jessica Höffner

Rosenhagen. Als bei Hündin „Lotta“ die Hinterbeine versagten und sie nicht einmal mehr alleine aufstehen konnte, läuteten bei Besitzerin Jasmin Kubba die Alarmglocken. Ein MRT in der Tierärztlichen Hochschule Hannover offenbarte schließlich Schlimmes: Gehirn und Rückenmark waren entzündet. Nach einer Gehirnwasseruntersuchung stand fest, dass sich die junge Hündin mit der durch Zecken übertragenen FSME-Krankheit infiziert hatte.

„Es hätte auch mich oder meinen Partner treffen können“, blickt Jasmin Kubba zurück. „Wir als Menschen können uns zumindest impfen lassen. Ich finde es deshalb wichtig, so einen Fall an alle Naturliebhaber, Eltern, Kinder und Tierhalter weiterzugeben und aufzuklären“, sagt die 24-Jährige.
Rückblick: Es war kurz vor Weihnachten 2025, als Jasmin Kubba merkte, dass mit „Lotta“ etwas nicht stimmte. „Sie war komisch drauf, hatte einen harten Bauch und war sehr verhalten“, erzählt Jasmin Kubba. Tierarzt Max Hartmann aus Jössen untersuchte die Hündin, machte ein Röntgenbild – alles ohne Befund. „Die Hauptschwierigkeit, FSME zu diagnostizieren, sind die fehlenden Erfahrungen aufgrund der Seltenheit. Zudem ergeben allgemeine Blutuntersuchungen häufig unauffällige hämatologische und klinisch-chemische Befunde“, sagt Max Hartmann. Keiner seiner befreundeten Tierärzte hatte bisher einen solchen Fall. Für Jasmin Kubba und „Lotta“ begann eine Tierklinik-Odyssee – und zeitgleich verschlechterte sich der Zustand der Hündin dramatisch. „Erst das MRT und die Gehirnwasseruntersuchung in der TiHo Hannover zeigten, dass sie an FSME erkrankt ist“, so die 24-Jährige.

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Eine Woche musste „Lotta“ in der Tierklinik bleiben, bekam starke Schmerzmittel und Infusionen für die Flüssigkeitszufuhr. „Emotional war das sehr schrecklich. Auch weil ich wusste, dass nur 67 Prozent der Hunde diese Erkrankung überleben“, erinnert sich Jasmin Kubba, die drei weitere Hunde besitzt – alles Heideterrier, die sie jagdlich führt. „Lotta“ hatte Glück. Sie erholte sich schnell, durfte nach sieben Tagen wieder nach Hause – zu Frauchen Jasmin Kubba und ihrem Rudel „Kojak“, „Frieda“ und „Ronja“. Wann genau sich „Lotta“ mit FSME infiziert hatte, kann Jasmin Kubba heute nur vermuten. „Mein Freund und ich sind viel mit den Hunden in der Natur rund um Rosenhagen, Ilse, Ilserheide, Jössen und Windheim unterwegs. Sie hatten selten eine Zecke, „Lotta“ nur zwei. Eine davon muss die Böse gewesen sein“, so die Tischlerin. Heute achtet Jasmin Kubba noch mehr auf sich, ihre Hunde und mögliche Zecken. Spezielle Tabletten und ein Spot-on-Präparat, das aufs Fell aufgetragen wird, sollen verhindern, dass sich die Parasiten „festbeißen“.

Hündin "Lotta" in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Foto: privat
Hündin „Lotta“ in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Foto: privat

„Bei FSME ist das Virus im Speichel der Zecke und wird schnell übertragen. Hier helfen nur Zeckenmittel, die eine repellierende Wirkung haben, damit sich Zecken gar nicht erst festsetzen. Zum Beispiel Spot-Ons oder Halsbänder. Der allerbeste Schutz ist aber meiner Meinung nach ein Absuchen, nachdem man draußen unterwegs war. Sowohl bei unseren Fellfreunden als auch bei uns selbst“, sagt auch Tierarzt Max Hartmann. Generell, so sagt der Tierarzt, erkranken Hunde „nicht so häufig“ an FSME, was auch die seltenen Fälle erklärt. „Dadurch, dass sich Hunde häufiger im natürlichen Habitat der Zecken aufhalten, kommen sie natürlich auch häufiger mit infizierten Zecken in Kontakt. Es wird also davon ausgegangen, dass Hunde eine höhere Resistenz gegen das Virus haben als wir Menschen“, so Max Hartmann. Hündin „Lotta“ ist wenige Monate nach der Erkrankung glücklicherweise wieder die „Alte“. Jasmin Kubba musste dafür tief in die Tasche greifen. Mehr als 5.500 Euro kosteten Behandlungen und Aufenthalt in der TiHo. „Aber Lotta ist nicht nur ein Hund, sondern ein Familienmitglied. Ich würde es immer wieder so machen. Wenngleich ich aber auch sagen muss, dass mich meine Familie sehr unterstützt hat“, sagt die 24-Jährige. Sie würde sich wünschen, dass Menschen noch mehr auf sich und ihre Tiere achten – damit ihnen nicht das gleiche Schicksal wiederfährt.

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