Anzeige

Anzeige

Nele Kammeier: Aus einer Bierlaune zur Vorsitzenden

Mit 31 Jahren übernimmt Nele Kammeier die Spitze des SC Neuenknick. Die neue Vorsitzende will den erfolgreichen Motorsportverein weiterentwickeln – und eine Deutsche Meisterschaft holen.
Nele Kammeier. Foto: Dietmar Meier
Nele Kammeier. Foto: Dietmar Meier

Von Jessica Höffner

Neuenknick. Als Nele Kammeier vor elf Jahren aus einer Bierlaune heraus Mitglied beim SC Neuenknick wurde, ahnte die heute 31-Jährige noch nicht, dass sie irgendwann als Vorsitzende an der Spitze des Motorsportvereines stehen würde. Am 14. Februar dieses Jahres wurde sie einstimmig gewählt – und ist damit die erste Frau an der Spitze. „Ein schönes Valentinstagsgeschenk“, sagt Nele Kammeier, die ihre erste herausfordernde Aufgabe mit der Organisation und Durchführung des Speedway-Rennens am Ostersonntag bereits gemeistert hat.

„Es lief gut – wie immer. Aber für mich war es in der Funktion als Vorsitzende in diesem Jahr dennoch etwas ganz anderes und Besonderes“, blickt die 31-Jährige auf das Rennen im Lindenauer Hexenkessel zurück. Mit Funkgerät im Ohr pendelte sie an diesem Tag zwischen Rennbüro und Fahrerlager, beantwortete Fragen und traf Entscheidungen. „Das war ein anderer Stress als sonst. Aber dennoch ein Positiver“, sagt Nele Kammeier. Bis dato kümmerte sich die Einkäuferin in einem Bauunternehmen um den Social-Media-Auftritt des Vereines und bekleidete vor ihrer Wahl zur Vorsitzenden für drei Jahre den Posten der Schriftführerin. Als dann irgendwann die Frage aufkam, ob sie sich mehr vorstellen kann, nahm das Gedankenkarussell an Fahrt auf. „Nicht, weil ich als Frau an der Spitze des Vereines stehen würde, sondern eher, ob ich all das leisten kann. Und zwar nicht nur für ein bis zwei Jahre, sondern auch für einen längeren Zeitraum“, sagt die gebürtige Seelenfelderin. Welche Verantwortung die Position als Vorsitzende mit sich bringt, wusste sie bereits. Denn mit Mario Hauke hat sie einen Partner, der diese Position zwölf Jahre inne hatte. Schließlich folgte sie auf Hauke und sorgte somit dafür, dass der Vereinsvorsitz quasi in der Familie bleibt.

Anzeige

Ohnehin, so sagt Nele Kammeier, seien der Verein, dem rund 260 Mitglieder angehören, und der Vorstand viel mehr als nur Vereinskameraden. „Wenn wir uns zum Beispiel treffen, treffen wir uns nicht nur als Vorstand, sondern auch als Freunde. Zudem haben wir im Vorstand einen Altersdurchschnitt von etwa 30 und sind damit sehr jung aufgestellt“, sagt die 31-Jährige. Auch wenn Nele Kammeier schon seit jeher Motorsport-Fan ist – selbst fährt sie nicht. „Es ist mir einfach zu gefährlich. Man muss schon viel Mumm haben, um diesen unheimlich schwierigen Sport zu betreiben“, erklärt sie. Im Hintergrund sind ihre Ziele indes ehrgeizig. Nele Kammeier formuliert sie klar: „Zunächst einmal möchte ich den Stand, den wir haben, halten. Ich möchte auch nicht groß die (Vereins-)Welt verändern, denn die Bereiche, die wir aufgebaut haben, haben sich etabliert. Aber ich möchte eine Deutsche Meisterschaft nach Neuenknick holen. Das ist mein Ziel beziehungsweise mein Wunsch. Was danach kommt, müssen wir schauen“. Die Rückendeckung des Vereins hat die neue Vorsitzende. Das Feedback nach ihrer einstimmigen Wahl sei durchweg positiv. Unterdessen hat Nele Kammeier schon die nächste Veranstaltung im Blick. Nach dem Oster-Speedway ist vor dem NBM-Juniorenrennen – einem Lauf zur norddeutschen Bahnmeisterschaft. Am 29. August wird es dann wieder laut im Lindenauer Hexenkessel.

Anzeige

Anzeige