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Gedenkfeier in Lahde: Schüler setzen Zeichen gegen das Vergessen

Eine bewegende Gedenkfeier in Lahde zeigt eindrucksvoll, wie engagiert sich Schülerinnen und Schüler gegen das Vergessen einsetzen und die Erinnerung an die Opfer lebendig halten.
Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule an dem Gedenkstein. Foto: privat
Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule an dem Gedenkstein. Foto: privat

Lahde. Eine Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer des ehemaligen Arbeitserziehungslagers Lahde haben am 26. März vor allem die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs der Städtischen Sekundarschule Petershagen gestaltet. Gemeinsam mit der Kulturgemeinschaft Lahde setzten sie in der Aula der Schule und am Gedenkstein ein Zeichen gegen das Vergessen.

Bewegend war auch die Gedenkzeremonie am Gedenkstein: Die Klasse 10.2 legte einen Kranz nieder und trug selbst verfasste Erinnerungsgedichte vor, die das Leid der Opfer eindrücklich widerspiegelten. In der Aula informierte die Klasse 10.4 mit PowerPoint-gestützten Vorträgen über die Zwangsarbeit in der NS-Zeit, insbesondere zu den Arbeitserziehungslagern in Lahde und Liebenau sowie zur Pulverfabrik Liebenau.

Einen künstlerischen Zugang wählte die Klasse 10.5 mit ihrer Bühneninszenierung „Vorbei gegangen“. Die Darstellung setzte sich auf eindringliche Weise mit Erinnerung und Verantwortung auseinander und hinterließ bei den Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck.

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Ergänzt wurde die Gedenkfeier durch eine Andacht am Gedenkstein von Gemeindepädagogin Sabine Hülsiepen. Ausgehend vom Monatsspruch „Da weinte Jesus“ (Johannes 11,35) stellte sie die menschliche Fähigkeit zum Mitgefühl in den Mittelpunkt. Diese könne helfen, das Leid der Zwangsarbeiter nachzuempfinden, die in Lahde inhaftiert waren, litten und ermordet wurden. Zugleich verband sie ihre Gedanken mit einem Blick auf aktuelle Herausforderungen und äußerte die Hoffnung auf einen menschlicheren Umgang mit Geflüchteten in Zukunft.

Zum würdigen Gesamtbild der Gedenkstätte trug auch die Klasse 6.5 unter der Leitung von Magnus Eickhoff bei, die das Beet am Gedenkstein gepflegt und neu bepflanzt hat.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Kulturgemeinschaft Lahde in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften Lisa Holthöfer, Anke Borgmann und Alexander Hildebrandt. Karl-Heinz Schwier eröffnete die Feier und sprach auch die Schlussworte.

In ihrer Ansprache erinnerte die stellvertretende Bürgermeisterin Helga Berg an die Geschichte des Lagers, das 1943 von der Gestapo eingerichtet wurde. Bis zur Auflösung im April 1945 kamen dort 647 Menschen ums Leben. Sie würdigte insbesondere das Engagement der Schule, die seit Jahren die Patenschaft für den Gedenkstein übernommen hat.

Die Gedenkfeier machte deutlich, wie wichtig die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte ist – und welchen Beitrag junge Menschen zu einer lebendigen Erinnerungskultur leisten können.

 

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