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Wasserstraße: Architekt Reinhard Langfeld plant seit über 50 Jahren weltweit Bauprojekte

Vom ehemaligen Klassenzimmer aus plant Reinhard Langfeld Reitanlagen und Bauprojekte auf der ganzen Welt – mit Leidenschaft seit Jahrzehnten.
Der Architekt Reinhard Langfeld und seine Frau Agnieszka. Gemeinsam leben sie heute in der ehemaligen Sporthalle der alten Schule in Wasserstraße. Foto: Jessica Höffner
Der Architekt Reinhard Langfeld und seine Frau Agnieszka. Gemeinsam leben sie heute in der ehemaligen Sporthalle der alten Schule in Wasserstraße. Foto: Jessica Höffner

Von Jessica Höffner

Wasserstraße. Zwischen alten Backsteinwänden, wo früher Schüler paukten, hängt heute eine Sammlung aus Pokalen, Bauplänen und Erinnerungen an Projekte in aller Welt. Mitten in diesem ungewöhnlichen Büro sitzt Reinhard Langfeld – und plant noch immer. Weltweit tragen Reit-, Montage- und Fahrzeughallen seine Handschrift. Die Expertise des Architekten aus Wasserstraße war sogar schon in Dubai gefragt. Dass sich der heute 74-Jährige insbesondere im Bau moderner Reitanlagen einen Namen gemacht hat, kommt nicht von ungefähr.

Aus der alten Schule in Wasserstraße ist ein Schmuckstück geworden. In einem der zwei ehemaligen Klassenräume sitzt der Macher: Reinhard Langfeld hat dieses Objekt vor etlichen Jahren gekauft, neu geplant und umgebaut. „Heute leben meine Frau Agnieszka und ich in der ehemaligen Sporthalle“, sagt der Architekt. Rund 500 Quadratmeter Fläche bietet die alte Schule – und jeder Quadratmeter scheint bis ins Detail geplant.
Reinhard Langfeld hat sich einen Namen gemacht – weltweit insbesondere mit dem Bau von Reitanlagen. „Das war damals eine Nische. Innerhalb kürzester Zeit waren wir mit dem Bau von Reitanlagen schon bekannt. Heute haben wir uns weltweit etabliert“, blickt der Architekt zurück. Der große Vorteil des kreativen Kopfes: Er war selbst erfolgreicher Reiter, wurde mit dem goldenen Reitabzeichen ausgezeichnet und teilt bis heute die Leidenschaft zum Pferdesport – so wie seine Kunden. „Ich musste mir bei den Planungen von Reitanlagen also nie den Mund fusselig reden. Die Kunden wussten, dass ich Ahnung von der Materie habe, genau weiß, welche Anforderungen eine Reitanlage erfüllen muss. Bei der Planung berücksichtige ich dann nicht nur die funktionalen Aspekte, sondern auch ästhetische Gesichtspunkte und die Bedürfnisse, die Pferd und Reiter haben“, so Reinhard Langfeld. Seine Expertise sprach sich rum – bis nach Dubai, wo er mit der Planung einer Turniersportanlage „exklusivsten Formates“ für die Al Maktoum-Familie, eine der amtierenden Herrscherfamilien des Emirats, beauftragt wurde.

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Ohnehin liest sich seine Architektur-Referenzliste wie eine Weltreise: Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen – 36 internationale Projekte, mehr als 180 in Deutschland. „Es ist bis heute ein spannender und besonderer Beruf, weil man die Ergebnisse sieht, wenn ich etwas plane und es anschließend gebaut wird“, macht er deutlich. Seine Liebe zum Architekturberuf hat er weitergegeben. Im „alten Klassenzimmer“, heute ein großes und lichtdurchflutetes Büro, sitzt Sohn Julius. Halbtags ist er Architekt, halbtags Fußballer in der Regionalliga West beim FC Gütersloh. Ans Aufhören aber denkt Reinhard Langfeld selbst noch lange nicht. „Ich fühle mich gut, bin fit und denke auch nicht über das Alter nach. Ich war und bin eher der hyperaktive Typ und kenne auch keine Langeweile“, sagt Langfeld nach mehr als 50 Jahren im Job. Seine Liebe zum Beruf wird noch deutlicher: „Ich betrachte nahezu alle Objekte durch die Architektenbrille, erkenne, wo man hätte besser planen können. Reflektiert und selbstkritisch bin ich übrigens auch beim Blick auf meine eigenen Objekte. Auch da gibt es Dinge, bei denen ich sage: Das würde ich beim nächsten Bau anders machen.“

Die von Reinhard Langfeld geplante Reitanlage in Fritzlar auf dem Gelände des Schlosses Garvensburg. Grafik: Langfeld
Die von Reinhard Langfeld geplante Reitanlage in Fritzlar auf dem Gelände des Schlosses Garvensburg. Grafik: Langfeld

So leidenschaftlich er seinen Beruf bis heute ausübt – privat hat sich ein Kapitel längst geschlossen. Reinhard Langfeld hat die Reiterei ad acta gelegt. Vor 15 Jahren schon. Als „Ersatz“ kaufte sich Langfeld ein Boot. Den Traum hatte er schon, als er 12, 13 Jahre alt war und es ihm in Venedig ein Riva-Boot mit einem leistungsstarken V8-Motor angetan hatte. Heute nennt Reinhard Langfeld so ein Boot sein Eigen – natürlich mit ordentlich Pferdestärken unter der Haube.

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