Donnerstag, 20. August 2026

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Praxistest Voltigieren: So anspruchsvoll ist der Sport auf dem Pferd

Schweißnasse Hände, wackelige Knie und ein 1,82 Meter großer Wallach: Beim Voltigieren in Minden musste unsere Autorin einiges an Mut aufbringen. Warum der Praxistest trotzdem mit einem Glücksgefühl endete.
Nach erster Eingewöhnung stand die für Jessica Höffner anspruchsvollste Figur auf dem Programm. Foto: Laura Harmening-Neumann
Nach erster Eingewöhnung stand die für Jessica Höffner anspruchsvollste Figur auf dem Programm. Foto: Laura Harmening-Neumann

Von Jessica Höffner

Minden. „Idefix“ ist entspannt. Ich alles andere als das. Die Hände sind schon jetzt schweißnass. Im sechsten Teil unserer Serie „Der Praxistest – wir probieren es aus“ waren wir zu Besuch beim Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein. Nicht nur, um „Idefix“ zu bewundern, sondern um auf dem Wallach mit einem Stockmaß von 1,82 Metern zu voltigieren.

„Auf drei geht‘s aufs Pferd“, sagt Voltigiererin Pauline Bischoff (22). Sie, ihre Teampartnerin Maya Wolfert und Trainerin Karina Rolf haben wenige Minuten zuvor eine für mich beeindruckende Voltigier-Show abgeliefert: freihändig, stehend und kniend auf „Idefix“ – und das alles im Galopp.
Jetzt bin ich an der Reihe. Das Aufsteigen klappt schon einmal problemlos. Spätestens aber, als „Idefix“ vom Trab in den Galopp übergeht, wird mir klar: freihändig? Für kein Geld der Welt. Trainerin Karina Rolf nimmt das Tempo sofort wieder heraus und lässt den Wallach in den Schritt zurückkehren. Ich atme durch. „Geschafft, oder?“, frage ich in die Runde. „Noch nicht ganz. Jetzt beginnen die ersten Übungen“, sagt das Voltigier-Trio.
Mein Sitz wird noch einmal korrigiert, dann geht es los: zunächst freihändig sitzen, anschließend auf dem Rücken von „Idefix“ knien. „Traust du dir noch mehr zu?“, fragt Trainerin Karina Rolf. Wenn schon, denn schon. Ich knie auf dem Rücken des Wallachs, halte mich an den Haltegriffen fest und strecke das rechte Bein nach oben. „Ganz lang machen. Und den Fuß strecken“, rufen die Voltigier-Expertinnen. Während „Idefix“ ruhig seine Runden dreht, muss ich mich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren: Körperspannung halten, das Gleichgewicht bewahren und die Position stabil halten – obwohl sich für mich alles ziemlich wackelig anfühlt.

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„Der Mensch muss viel Vertrauen in das Pferd haben sowie Koordination, Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit mitbringen“, hatte mir Pauline Bischoff erklärt, bevor ich meine ersten Voltigier-Erfahrungen sammeln durfte. All das soll ich jetzt als blutige Anfängerin umsetzen. „Perfekt“, rufen mir Pauline Bischoff, Maya Wolfert und Trainerin Karina Rolf zu.
Und schon schießt mir ein Satz des deutschen Schriftstellers Friedrich von Bodenstedt durch den Kopf: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Dass Zeit mit Pferden Freude und Zufriedenheit schenken kann, kann ich nach meinen ersten Voltigier-Erfahrungen mit „Idefix“ nur unterschreiben. Körperlich fordernd, mental mindestens genauso anspruchsvoll – aber vor allem eines: ein Erlebnis, das mich glücklich gemacht hat.

So sieht es aus, wenn die Voltigier-Profis ihr Können zeigen: Maya Wolfert zeigt die Position, die auch ich später einnehmen werde. Foto: Laura Harmening-Neumann
So sieht es aus, wenn die Voltigier-Profis ihr Können zeigen: Maya Wolfert zeigt die Position, die auch ich später einnehmen werde. Foto: Laura Harmening-Neumann

Voltigierer gesucht: Der Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein sucht Voltigiererinnen und Voltigierer ab einem Alter von acht Jahren für sein Volti-Team. „Ideal sind Kinder und Jugendliche, die bereits erste Erfahrungen mit dem Galopp gesammelt haben. Gute Voraussetzungen bringen aber auch diejenigen mit, die Turnerfahrung haben“, sagt Pauline Bischoff. Interessierte können sich direkt mit dem Verein in Verbindung setzen. Auch Kinder bis acht Jahre, die mit dem Voltigieren beginnen möchten, sind willkommen.

Die Figur, die Pauline Bischoff zeigt, werde ich bei meinen ersten Versuchen nicht schaffen. Foto: Laura Harmening-Neumann
Die Figur, die Pauline Bischoff zeigt, werde ich bei meinen ersten Versuchen nicht schaffen. Foto: Laura Harmening-Neumann

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