Mittwoch, 2. September 2026

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Abschied von Kuhlmann: In Petershagens Zentrum entsteht etwas Neues

Nach 113 Jahren schließt das Haus Kuhlmann in Petershagen – auf dem traditionsreichen Areal soll ein modernes Zentrum für altersgerechtes Wohnen mit 50 Wohnungen, Tagespflege, Physiotherapie und Café entstehen.
Nach 113 Jahren endet die Geschichte der Firma Kuhlmann in Petershagen. Foto: Dietmar Meier
Nach 113 Jahren endet die Geschichte der Firma Kuhlmann in Petershagen. Foto: Dietmar Meier

Petershagen (ddm). Nach 113 Jahren ist für das traditionsreiche Haus Kuhlmann in Petershagen Schluss. Wo Generationen eingekauft haben und die Familie Wunsch mit ihren Mitarbeitern jahrzehntelang für Beratung und Service stand, soll ein neues Gebäudeensemble entstehen. Geplant ist ein Zentrum für altersgerechtes und betreutes Wohnen mit 50 Wohnungen, Tagespflege, Physiotherapie und einem öffentlich zugänglichen Café.

Der Abschied von der Firma Kuhlmann ist für viele Petershäger sicher mehr als nur das Ende eines Geschäftes: „Dinge, die man wertgeschätzt hat und die irgendwann nicht mehr da sind, die vermisst man meistens erst dann“, drückte es Matthias Benecke bei der Präsentation der neuen Pläne im Rahmen einer Feier zum Abschluss der Firmentätigkeit aus. 113 Jahre seien eine lange Zeit. Generationen hätten das Haus und vor allem die persönliche Beratung und den Service der Familie Wunsch kennen- und schätzen gelernt. Mit dem Ende des Geschäfts gehe deshalb auch ein Stück Ortsgeschichte zu Ende.

4000 Quadratmeter für einen Neustart

Benecke, Architekt und seit mehr als 30 Jahren in der Projektentwicklung tätig, ist maßgeblich an der Entwicklung des neuen Vorhabens beteiligt. Für das Projekt wurden mehrere Grundstücke zusammengeführt, neben den rund 2000 Quadratmetern der Familie Wunsch rund 1000 Quadratmeter der Familie Borcherding sowie das Grundstück, auf dem derzeit das griechische Restaurant angesiedelt ist – zusammen eine Fläche von rund 4000 Quadratmetern.

Eine Weiterentwicklung des vorhandenen Gebäudebestands aus den 1920er-, 1930er- sowie den frühen 1960er-Jahren sei allerdings kaum möglich, erklärte Benecke. Da eine großflächige, zusammenhängende Nutzung sich in den bestehenden Gebäuden nur schwer realisieren lasse. sei entschieden worden, die vorhandenen Gebäude vollständig zurückzubauen.

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Altersgerechtes Wohnen als zentrale Idee

In der Planungsphase seien verschiedene Nutzungsmöglichkeiten geprüft worden. Geblieben sei das Thema altersgerechtes Wohnen. Geplant sind dafür 50 barrierefreie Wohnungen mit Größen zwischen 30 und 90 Quadratmetern in zwei Gebäudekörpern in der jeweils ersten Etage. Das Konzept setze dabei ausdrücklich auf selbstbestimmtes Wohnen. Vorgesehen sind unter anderem barrierefreie Bäder, altersgerechte Bedienelemente sowie ein erhöhter Einbruchschutz.

Im Erdgeschoss sei eine Mischung aus verschiedenen Nutzungen vorgesehen. Geplant sind unter anderem Fitness- und Gesellschaftsräume, die von den Bewohnern etwa für Geburtstagsfeiern oder andere Festivitäten genutzt werden könnten. Hinzu kommen soll eine Physiotherapiepraxis, für die nach Angaben Beneckes bereits ein Vorvertrag mit einem Betreiber abgeschlossen wurde. Angedacht ist auch eine Tagespflege, deren konkrete Ausrichtung aber noch offen ist.

Matthias Benecke bei der Präsentation der neuen Pläne im Rahmen einer Feier zum Abschluss der Firmentätigkeit. Foto: Dietmar Meier
Matthias Benecke bei der Präsentation der neuen Pläne im Rahmen einer Feier zum Abschluss der Firmentätigkeit. Foto: Dietmar Meier

Ein Café einschließlich einer Außenbewirtschaftung, das auch nicht nur für die Bewohner, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll, könne zur Belebung des Marktes und möglicherweise auch des angrenzenden Kreuzungsbereichs beitragen. Auch für den Cafébetrieb gibt es laut Benecke bereits Interessenten aus Minden.

Die geplante Bebauung bringt allerdings auch technische Herausforderungen mit sich. Da mehr als 50 Stellplätze nachgewiesen werden müssen, die vorhandenen Flächen entlang der Mindener Straße dafür jedoch nicht ausreichen, ist eine Tiefgarage vorgesehen. Angesichts der Lage des Grundstücks am Rand des Hochwasserbereichs der Weser muss die auch gegen Hochwasser gesichert werden, was das Projekt nach Angaben von Benecke deutlich verteuern dürfte.

Der Zeitplan

Da schon bei der Projektentwicklung in enger Abstimmung mit Politik und Verwaltung verfahren worden sei, könne der Bauantrag nach derzeitiger Planung wahrscheinlich Anfang kommenden Jahres eingereicht werden. Mit einer Genehmigung werde im Sommer oder Herbst 2027 gerechnet. Die Fertigstellung des neuen Gebäudekomplexes würde dann für Ende 2028 beziehungsweise Anfang 2029 erwartet.

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