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Haus, Hof und Harmonie: Warum rechtzeitige Vorsorge entscheidend ist [Anzeige)

Rechtsanwälte aus Minden erklären, welche Folgen fehlende Testamente haben und wie sich Erbstreitigkeiten, Steuerfallen und Erbengemeinschaften vermeiden lassen.
Rechtsanwältin und Mediatorin Kira Augustyniak (Schwerpunkte Erb- und Familienrecht) und Sören Lührmann (Schwerpunkte Verkehrs-, Bau- und Landwirtschaftsrecht). Foto: privat
Rechtsanwältin und Mediatorin Kira Augustyniak (Schwerpunkte Erb- und Familienrecht) und Sören Lührmann (Schwerpunkte Verkehrs-, Bau- und Landwirtschaftsrecht). Foto: privat

Minden (kri). Wer sich mit dem Thema Erben beschäftigt, macht dies selten gern. Zu sehr ist es mit Verlust, Trauer und unangenehmen Gesprächen verbunden. Doch genau dieses Zögern kann für Familien schwerwiegende Folgen haben – emotional wie finanziell. Rechtsanwalt Sören Lührmann (Schwerpunkte Verkehrs-, Bau- und Landwirtschaftsrecht) und Rechtsanwältin und Mediatorin Kira Augustyniak (Schwerpunkte Erb- und Familienrecht) von der Kanzlei Brandi in Minden erleben in ihrer täglichen Praxis, was passiert, wenn wichtige Entscheidungen zu Lebzeiten nicht getroffen werden. Nach einem Todesfall möchte sich in der Regel niemand in der Trauerphase mit rechtlichen und steuerlichen Fragen auseinandersetzen. Dennoch ist genau das häufig der Fall, wenn keine klaren Regelungen existieren.

Ohne Testament greift automatisch die gesetzliche Erbfolge, die auf den ersten Blick gerecht erscheinen mag, in der Praxis jedoch oft zu Problemen führt. Denn das Gesetz kennt keine individuellen Lebenssituationen und unterscheidet zum Beispiel nicht zwischen dem Kind, das den Betrieb mitführt, und dem, das in der Stadt lebt. Die Folge: Werte, Immobilien oder Unternehmen landen in einer Erbengemeinschaft, in der alle gemeinsam entscheiden müssen. „Die gesetzliche Erbfolge klingt gerecht, passt aber selten zur Realität in Familien“, erklärt Sören Lührmann, „gerade dann, wenn Vermögen und Verantwortung ungleich verteilt sind.“ Das birgt Konflikte. „Wir erleben leider immer wieder, dass aus Familien zerstrittene Parteien werden“, erklärt Kira Augustyniak. Alternativ zu ihrer anwaltlichen Vertretung bietet sie als Mediatorin an, Erbengemeinschaften an einen Tisch zu bringen, um einen langen, belastenden und kostenintensiven Rechtsstreit zu vermeiden. Viele Menschen unterschätzen den Wert ihres Vermögens. Immobilienpreise und Bodenwerte sind stark gestiegen, besonders im ländlichen Raum. „Ein Einfamilienhaus reicht oft schon aus, um steuerliche Freibeträge zu überschreiten“, so Sören Lührmann. Gerade landwirtschaftliche Flächen enthalten zudem stille Reserven, die steuerlich relevant werden können. Häufig kommen Erben erst im Nachhinein mit unerwarteten Steuerforderungen in Kontakt.

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Besonders komplex ist die Situation durch die Höfeordnung. Sie soll den Fortbestand von landwirtschaftlichen Betrieben sichern. In der Regel geht der Hof nur an einen Hoferben, während die übrigen Kinder Abfindungen erhalten, aber keine Miteigentümer werden. „Die Höfeordnung regelt viel, aber eben nicht alles“, verdeutlicht Sören Lührmann. Sie betrifft nur das Hofvermögen selbst. Weitere Vermögenswerte wie Sparguthaben oder zusätzliche Immobilien werden nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch vererbt. Genau hier entstehen häufig Missverständnisse, weil viele Familien glauben, alles sei bereits geregelt.
Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn frühzeitig gehandelt wird. „Vorsorge ist kein Thema für das hohe Alter“, erklärt Kira Augustyniak. Ein Testament kann handschriftlich oder notariell erstellt werden, oft ist jedoch eine individuelle Beratung sinnvoll. Dazu gehören auch Übergabe- oder Erbverträge sowie Übertragungen zu Lebzeiten mit Wohnrecht oder Nießbrauch. Die Kanzlei Brandi in Minden begleitet Erblasser und Familien anwaltlich und notariell in allen Phasen der Nachfolge. Alternativ zu der
anwaltlichen Beratung übernehmen die Notare Dr. Robert Lepsien (u.a. Fachanwalt für Erbrecht) und Dr. Andreas Pieper die notarielle Gestaltung. Wer nichts regelt, überlässt alles dem Gesetz. Das kann zu Erbengemeinschaften, Streit, jahrelangen Auseinandersetzungen oder im schlimmsten Fall zur Versteigerung von Haus oder Hof führen. „Die Regelung dem Gesetz zu überlassen ist nur in seltenen Fällen die beste Variante“, verdeutlicht Sören Lührmann. Auch persönlich kennt er die Bedeutung des Themas: Nach dem Tod seines Vaters vor einigen Monaten war die Familie dank lebzeitiger Regelungen sofort handlungsfähig. Sein Fazit: Je früher gesprochen und gestaltet wird, desto besser lassen sich Streit vermeiden, Werte sichern und Familienfrieden erhalten.

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