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Vom viralen Jubel zur EM: HSV-Handball-Mädchen reisen nach Bratislava

Was bei einem Jugendturnier in Dänemark begann, führt die Handball-Mädchen des HSV Minden-Nord jetzt nach Bratislava. Mit dabei ist ihr mittlerweile legendärer Schlachtruf. Und der lockte sogar Bundestrainer Markus Gaugisch nach Stemmer.
Handball-Nationaltrainer Markus Gaugisch trainierte die Handball-Mädchen des HSV Minden-Nord. Foto: Bastian Watermann
Handball-Nationaltrainer Markus Gaugisch trainierte die Handball-Mädchen des HSV Minden-Nord. Foto: Bastian Watermann

Von Jessica Höffner

Stemmer. Mit einer Jubel-Choreografie sind die Handball-Mädchen des HSV Minden-Nord viral gegangen. Die Gesänge der Nachwuchsspielerinnen sorgten für so viel Begeisterung, dass kurze Zeit später sogar Bundestrainer Markus Gaugisch zu einer Trainingseinheit nach Stemmer kam. Doch damit nicht genug: Jetzt reisen die Handballerinnen des HSV zum EM-Spiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft nach Bratislava. Im Gepäck: natürlich ihr mittlerweile legendärer Schlachtruf.

„Dass das so durch die Decke ging, war gar nicht Sinn und Zweck. Damit hat niemand gerechnet“, sagt Arne Wohl aus der sportlichen Leitung des HSV Minden-Nord. Dabei begann die Geschichte des Social-Media-Hits ganz unspektakulär – bei einem Turnier in Dänemark.
Dort nahmen die Handball-Mädchen des Jahrgangs 2015 an einem Turnier teil und texteten für ihre Jubel-Choreografie kurzerhand einen Schlachtruf um. Der Torjubel der HSV-Mädchen sorgte schon in Dänemark für mächtig Stimmung in der Halle. Als die Nachwuchsspielerinnen kurze Zeit später beim Spiel der Frauen-Nationalmannschaft in Hamm als Einlaufkinder dabei sein durften, fingen auch die ersten TV-Kameras ihren besonderen Torjubel ein.
„Ich selbst habe das Spiel vor dem Fernseher verfolgt und hatte Gänsehaut, als ich den Schlachtruf unserer Mädels gehört und gesehen habe“, erinnert sich Arne Wohl. Von Minute zu Minute, von Tor zu Tor wurden die Rufe lauter. Schließlich machte die ganze Halle mit – und sogar die Nationalspielerinnen auf der Ersatzbank stimmten ein. „Dann ging das Ganze ab wie eine Rakete“, sagt Wohl. Der kurze Videoclip entwickelte sich zum viralen Hit und wurde inzwischen mehr als eine Million Mal geklickt.

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Nach dem Spiel durften die HSV-Mädchen die Nationalspielerinnen im Kabinengang persönlich kennenlernen. Für die eine oder andere Nachwuchshandballerin stand spätestens da fest: „Jetzt will ich auch Nationalspielerin werden.“
Doch die Geschichte sollte noch lange nicht zu Ende sein. Nur wenige Tage nach dem Länderspiel meldete sich der Deutsche Handballbund (DHB) beim HSV Minden-Nord. „Wir wussten zunächst gar nicht, warum sie unsere Vereinsadresse haben wollten“, erzählt Wohl. Wenig später wurde das Geheimnis gelüftet: Ein großes Paket erreichte den Verein. Darin befanden sich 25 Handbälle für die Mädchen und ein Nationaltrikot, das von allen Nationalspielerinnen unterschrieben worden war.
Der HSV Minden-Nord spielte den Ball im wahrsten Sinne des Wortes zurück. Die Verantwortlichen produzierten ein Dankeschön-Video und verbanden es mit einer kleinen Wette. Die Botschaft: Wenn Bundestrainer Markus Gaugisch für eine Trainingseinheit nach Stemmer kommt, reisen die Mädchen zur Frauen-Europameisterschaft nach Bratislava.
Markus Gaugisch kam tatsächlich. „Das war wirklich unglaublich. Unsere Handballmädchen waren total begeistert und haben 90 Minuten voll mitgezogen“, erzählt Wohl. Den Bundestrainer habe er dabei als „coolen, bodenständigen und nahbaren Typen“ kennengelernt. Mit dem Besuch von Gaugisch war klar: Auch der HSV Minden-Nord hält sein Versprechen. „Die Tickets für das Spiel in Bratislava haben wir, das Hotel ist gebucht, der Reisebus gechartert“, sagt Wohl.
36 Handball-Mädchen machen sich gemeinsam mit acht Begleitpersonen für zwei Nächte auf den Weg in die slowakische Hauptstadt. Rund zwölf Stunden wird die Busfahrt dauern. So richtig realisieren können die Nachwuchsspielerinnen ihr bevorstehendes EM-Abenteuer offenbar noch nicht. „Die Frage, die sie viel beschäftigt, ist, wie lange die Busfahrt dauern wird“, erzählt Wohl mit einem Schmunzeln.
Fest steht: Im Gepäck haben die Mädchen nicht nur ihren viralen Schlachtruf, sondern auch jede Menge Vorfreude. Und vor allem eines: „richtig Lust, die Nationalmannschaft vor Ort zu unterstützen“.