Jens Baumgartl (l.) mit Ralf Spilles in Schlüsselburg. Foto: privat

„Einmal NRW und zurück“ – NRW-Umrunder besucht Schlüsselburger Ortsbürgermeister

Schlüsselburg (sk). Mitte Oktober empfing der Schlüsselburger Ortsbürgermeister Jens Baumgartl einen etwas besonderen Gast: Auf seiner Wanderung entlang der Grenzen  Nordrhein-Westfalens machte Ralf Spilles einen Stopp im Petershäger Ortsteil Schlüsselburg, um mehr über Land und Leute zu erfahren. Seit 2017 ist der 63-jährige „Viel-Wanderer“ aus Kreuzau in der Rureifel unterwegs um Nordrhein-Westfalen in Etappen zu Fuß zu umrunden. In Aachen gestartet hat er im ersten Jahr Kleve erreicht und ist von dort 2018 weiter nach Gronau gewandert. Weitere Etappenziele waren unter anderem Ibbenbüren und Preußisch Oldendorf. Immer am Wochenende oder an freien Tagen macht sich Ralf Spilles für maximal zwei Tage am Stück auf den Weg, eine weitere Etappe zu gehen bis er letztendlich wieder an seinem Startort Aachen ankommt. Dabei beginnt er immer dort, wo er seine letzte Wanderung beendet hat. „Vorbereitung ist dabei alles“, sagt der 63-jährige. „Zu Hause tüftele ich mir immer meinen nächsten Weg von maximal etwa 20 Kilometern anhand von Wanderkarten aus und recherchiere welche Sehenswürdigkeit sich in der Nähe dieser Strecke befinden“, erklärt er. Im Oktober erreichte Ralf Spilles auf seiner NRW-Umrundung das Stadtgebiet von Petershagen. Da er sich bereits in vorigen Orten mit Bürgermeistern zu Gesprächen getroffen hatte, entschied er sich den Ortsbürgermeister von Schlüsselburg, Jens Baumgartl, zu kontaktieren. Neben Jens Baumgartl waren auch die Vorsitzende der Kulturgemeinschaft Schlüsselburg, Kerstin Gazso, sowie Ortsheimatpflegerin Ingrid Koch bei dem Treffen dabei. Die drei Schlüsselburger berichteten dem „Viel-Wanderer“ unter anderem über das Dorfleben, die Sehenswürdigkeiten und die Vereinsarbeit im Ort. Auch Kritik hatte Ralf Spilles im Gepäck: „In unserem Gespräch merkte er auch an, dass er in Schlüsselburg Wanderwege vermisst“, berichtet Jens Baumgartl. Aber das ist nicht der einzige Missstand, der Spilles in Petershagen aufgefallen ist: „Radwege sind optimal, aber lokale Wanderwege sind sehr ausgedünnt. Für uns Wanderer sind Bänke wichtig für Pausen, da wir den ganzen Tag auf den Beinen sind, aber die fehlen in Petershagen oft. Außerdem gibt es für diese Gegend keine eigene Wanderkarte“, erzählt er aus seinen Erfahrungen. Aber auch lobende Worte hat er für Petershagen parat: „Alles in allem ist es hier sehr schön. Petershagen glänzt vor allem mit seinen alten Bauten“, lobt Spilles. Von allen Ortsbesuchen hat Ralf Spilles auch Berichte aus seinen Erinnerungen sowie mit Hilfe eines kleines Aufnahmegeräts für unterwegs verfasst – denn Ziel seiner Rundwanderung ist ein Buch darüber zu schreiben. „Ich möchte den Leuten zeigen, wie schön unser Bundesland ist. Wenn dadurch der ein oder andere mal in den darin vorkommenden Orten anhält, habe ich das erreicht was ich wollte“, erklärt er. Auch Vorträge mit Bildern aus den besuchten Gegenden hält der 63-jährige und so schlug Kerstin Gazso ihm vor, auch in Petershagen einen Vortrag von seiner Wanderung zu präsentieren. Aber nach seiner letzten Etappe für dieses Jahr, die ihn bis Porta Westfalica führt, ist erst einmal Winterpause für Ralf Spilles, bevor er 2022 weiter entlang der insgesamt 1667 Kilometer langen Grenze von Nordrhein Westfalen wandert – von denen er übrigens bereits bisher etwa 830 Kilometer zurück gelegt hat.

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