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Rückbau des Kraftwerks Heyden: Artenschutz für Falken, Schwalben und Fledermäuse

Beim Rückbau des Kraftwerks Heyden in Lahde stehen nicht nur Gebäude im Fokus. Umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen sollen geschützte Vogel- und Fledermausarten dauerhaft schützen.
Im Bereich des Hafens wurde ein aufgeständertes Rauchschwalbenhaus in Holzbauweise errichtet. Foto: Dietmar Meier
Im Bereich des Hafens wurde ein aufgeständertes Rauchschwalbenhaus in Holzbauweise errichtet. Foto: Dietmar Meier

Lahde. Beim Rückbau der Kraftwerksanlagen am Standort Heyden in Lahde geht es nicht nur um Stahl und Beton, sondern auch um die tierischen „Mitbewohner“. Auf dem Gelände und in der Umgebung gibt es Lebensräume geschützter Arten. Deshalb ist der Artenschutz ein wichtiger Bestandteil der Arbeiten. Aus der Änderung des Bebauungsplans ergeben sich konkrete Ausgleichsmaßnahmen für die betroffenen Tiere.

Der Rückbau an einem Kraftwerksstandort kann die dort beheimateten Tiere vor allem durch den Verlust von Brutplätzen und Quartieren sowie durch Störungen im Baustellenbetrieb beeinträchtigen. Zusätzlich besteht bei Räumung, Vegetationsarbeiten und Gebäudeabbrüchen, die ohne geeignete Schutz- und Kontrollmaßnahmen vorgenommen werden, ein Risiko für Einzeltierverluste. „Damit der Rückbau rechtlich zulässig ist, müssen Eingriffe so geplant werden, dass keine Tiere verletzt werden, Brutplätze nicht ersatzlos verschwinden und Störungen in sensiblen Zeiten vermieden werden. Aus diesem Grund wird während der gesamten Rückbauzeit eine ökologische Baubegleitung durch ein Planungsbüro in Abstimmung mit dem Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke erfolgen“, berichtet Dr. Frank Strübe vom Standort Heyden. Zu den durch die Rückbauarbeiten am Standort Heyden betroffenen Tieren gehören vor allem geschützte Vogel- und einzelne Fledermausarten. Auf dem Kraftwerksgelände brüten unter anderem Rauchschwalben sowie Turm- und Wanderfalken, die bislang eine Nisthilfe am Kühlturm hatten. Auch die Reviere von Nachtigall und Teichrohrsänger sind betroffen. Am Kanal spielen Brutplätze der Sturmmöwe eine besondere Rolle, weil die Art am Nest als störungsempfindlich gilt. Potenziell gefährdet sind außerdem der Mäusebussard sowie mehrere Fledermäuse, darunter Abendsegler, Breitflügelfledermaus und Zwergfledermaus.

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Die Ausgleichsmaßnahmen:
– Für die Nachtigall wurde ein Ersatzlebensraum geschaffen. Dort sollen sich strukturreiche, dichte Gehölzbestände entwickeln, die einen typischen Lebensraum der Nachtigall darstellen.
– In Abstimmung mit dem Umweltamt und dem Wasserverband Weserniederung wurden am Riehebach zwei Kleingewässer angelegt. Dort wurden zusätzlich Schilfanpflanzungen vorgenommen, die ein ideales Habitat für den Teichrohrsänger bilden.
– Im Bereich des Hafens wurde ein aufgeständertes Rauchschwalbenhaus in Holzbauweise errichtet. Innerhalb des Hauses wurden Kunstnester installiert, um die Annahme durch die Rauchschwalben zu fördern.
– Für die Sturmmöwe wurden in Abstimmung mit dem Umweltamt und der biologischen Station zwei Brutflöße auf zwei Gewässern in Naturschutzgebieten in Windheim und Lahde installiert.
uf dem Kraftwerksgelände wurden drei Nisten für die Turmfalken an Gebäuden installiert, die langfristig erhalten bleiben.
– Im Turm der Lahder Kirche wurden zwei Nistkästen für Wanderfalken installiert, ein dritter Kasten an einem nahegelegenen Strommast wird voraussichtlich noch folgen.
Alle Ausgleichsmaßnahmen wurden durch regional ansässige Unternehmen umgesetzt. Neben den artenschutzrechtlichen Kompensationen werden bedingt durch zukünftige ökologische Eingriffe noch weitere Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt. So werden z. B. Flächen innerhalb des Kraftwerksgeländes in artenreiche Mähwiesen umgewandelt.

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