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Vorsicht an Weihnachten: Was Hunde und Katzen auf keinen Fall fressen dürfen

Weihnachten ist für Menschen ein Genuss – für Hunde und Katzen aber oft gefährlich. Tierärztin Dr. Angela Schäkel erklärt, welche festlichen Lebensmittel und Deko-Artikel Haustieren schaden können und wann ein Besuch beim Tierarzt überlebenswichtig wird.
Tierärztin Dr. Angela Schäkel (links) mit ihrer Auszubildenden und einem tierischen Patienten. Foto: Jessica Höffner
Tierärztin Dr. Angela Schäkel (links) mit ihrer Auszubildenden und einem tierischen Patienten. Foto: Jessica Höffner

Von Jessica Höffner

Wietersheim. Ob Lebkuchen, Spekulatius oder Weihnachtsgans: Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das Fest des Genießens. Was für die Menschen schmackhaft ist, kann für die Haustiere jedoch zur Gefahr werden. Tierärztin Dr. Angela Schäkel, die ihre Praxis seit 1988 in Wietersheim betreibt, klärt auf, was Hund und Katz auf keinen Fall verzehren sollten – und wann ein Besuch beim Tierarzt nötig wird, wenn es doch passiert ist.

Die Folgen für Hunde und Katzen können schwerwiegend sein: Rosinen verursachen Nierenschäden, Zimt kann innere Blutungen hervorrufen, Muskatnuss kann zu Übelkeit, Erbrechen und Störungen des Zentralnervensystems führen, während Birkenzucker die Leber angreift und Schokolade in schweren Fällen sogar zu Krampfanfällen, Herzrhythmusstörungen, Koma und Tod führen kann. „Die Dosis macht am Ende das Gift“, sagt die Tierärztin Dr. Angela Schäkel. Während ein 30 Kilo schwerer Hund den Verzehr von 100 Gramm Milchschokolade verkraften könne, sehe das bei einem kleinen und deutlich leichteren Hund schon ganz anders aus. Um im Fall der Fälle eine schnelle erste Einschätzung zu bekommen, empfiehlt die Tierärztin den „Schokoladenrechner“ (unter anderem zu finden auf www.pfotensos.de). Hier können Hundebesitzer neben dem Gewicht ihres Tieres auch die Menge in Gramm angeben, die der Vierbeiner mutmaßlich gefressen hat, und zudem noch die Art der Schokolade. Denn: „Umso dunkler die Schokolade ist, umso gefährlicher wird es“, so Dr. Angela Schäkel. Im Zweifel gilt: Ab zum Tierarzt. „Eine Sofortmaßnahme ist dann, den Hund brechen zu lassen. Was draußen ist, ist draußen“, erklärt Dr. Angela Schäkel.

Als einen absoluten Notfall bezeichnet die Tierärztin indes, wenn der Hund nach dem Verzehr für ihn giftiger Lebensmittel „bereits liegt und nicht mehr von alleine hochkommt“. Dann sollten die Hundebesitzer ohne Umwege die nächste Tierklinik aufsuchen. Aber nicht nur die für Menschen süßen Leckereien stellen eine Gefahr für die Haustiere dar. Das Füttern mit den Knochen von der Weihnachtsgans sollte unbedingt vermieden werden. „Geflügelknochen splittern, können sich aber auch im Rachen festsetzen“, so die Tiermedizinerin. Ihre Erfahrung ist es im Übrigen, dass Hunde deutlich häufiger als Notfall nach dem Verzehr giftiger Lebensmittel in ihrer Praxis landen als Katzen. „Katzen sind, was das betrifft, schon Leckermäulchen und fressen längst nicht alles. Hunde sind da schon anders – wobei es da auch auf die Rasse ankommt. Der Retriever gehört zu den Kandidaten, die schon eher alles fressen, was sie kriegen können“, erklärt Dr. Angela Schäkel.

Doch es seien längst nicht nur Lebensmittel, die insbesondere rund ums Fest zur Gefahr werden können. Lametta, kaputte Weihnachtskugeln, die splittern, Kerzen und Pflanzen wie der Weihnachtsstern, die Mispel oder die Christrose sind gefährlich und/oder giftig fürs Tier.
Mit Blick auf den Jahreswechsel rät die Tierärztin zudem, Hunde und Katzen, die aufgrund der Silvesterböllerei panisch und ängstlich reagieren, mit pflanzlichen Mitteln zu behandeln, die das Tier zur Ruhe bringen. Umstritten sei es bei den Tierärzten, Hund oder Katze Eierlikör zu verabreichen. „Denn auch hier gilt: Alkohol ist Gift für das Tier“, so die Tiermedizinerin. Sollten pflanzliche Mittel nicht ausreichen, um dem Tier während des Jahreswechsels die Angst zu nehmen, gebe es zudem die Möglichkeit einer Sedationspaste. Die Anwendung und Dosierung werden gemeinsam mit dem Tierhalter in der Praxis besprochen.

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