Wo die Fantasie zu Hause ist

Raddestorf. „Und hier noch unser Firmenlogo zum Mitessen“, serviert Karl-Heinz Brandt einen Eisbecher mit Baiser-Schmetterling als leckerer Zierde. Ort des Geschehens: „Gourmet-Art“ in Raddestorf. Die Wirkungsstätte des Bäcker- und Konditormeisters, der dort seit sechs Jahren unvergleichliche Hochzeitstorten und verführerisches Backwerk, das sich von der Masse abhebt, produziert liegt sehr idyllisch, aber auch versteckt mitten in Raddestorf. 

Etliche Stammkunden haben „Gourmet-Art“ längst für sich entdeckt und nehmen durchaus auch weitere Wege in Kauf, um sich dort mit Leckereien, Brot und Brötchen zu versorgen. Dennoch gilt die Konditorei nach wie vor auch als absoluter Geheimtipp unter Feinschmeckern, wie täglich neue Anfragen belegen. 

Kein unbeschriebenes Blatt

Karl-Heinz Brandt ist in der Bäcker- und Konditorenszene kein unbeschriebenes Blatt: Seit mehr als 47 Jahren im Beruf weiß er genau, wovon er spricht, wenn er beispielsweise das Thema Rohstoffe aufgreift. „Vorrangig regionale Quellen und keine industriellen Hilfsmittel sind meine Maxime.“ So finden Konservierungsstoffe, Backpulver, Emulgatoren und dergleichen keinen Zugang mehr zu seiner Backstube. „Wir arbeiten hier mit guter Butter, Vollkorn und Mehl aus kontrolliertem heimischen Anbau, Natursauerteig, Marzipan, reiner Schokolade, Steinsalz, Eiern von glücklichen Hühnern und natürlich Liebe zum gesunden und leckeren Nahrungsmittel.“

Und das gilt auch für das hauseigene Konditoreneis oder den Partyservice, für den der „Gourmet-Art“-Chef sich ebenfalls immer wieder Neues einfallen lässt, um den individuellen Wünschen seiner Kunden Tribut zu zollen. Neben handwerklichem Geschick ist bei allem, was Karl-Heinz Brandt produziert, auch Fantasie gefragt und die scheint bei ihm zu Hause zu sein. 

Persönliche Geschenke

„Individuelle Handwerkskunst“ hat er sich auf die Fahne geschrieben. Und wer Karl-Heinz Brandt dabei zusieht, wie er mit flinker Hand zierliche Schokoladenornamente zaubert oder aus Marzipan ganze Rosenbeete entstehen lässt, erkennt den Künstler hinter der Fassade des Handwerkers. Karl-Heinz Brandt schmeichelt das, aber in seinen Augen ist  alles „reine Übungssache“. Ebenso verhält es sich nach seiner Meinung auch mit dem Blick für den Kunden und dessen Wünsche. „Es erfordert eben einfach ungeteilte Aufmerksamkeit, um aus den Worten meines Gegenübers eine Vorstellung vom gewünschten Ergebnis aus meiner Backstube zu gewinnen.“ 

Viel gefragt sind seine Torten und Naschereien auch als persönliche Geschenke. „Insofern könnte man mich vielleicht als Mitbewerber der Floristen sehen“, kommt er augenzwinkernd auf Konkurrenzsituationen zu sprechen, die er für „Gourmet-Art“ und die Umgebung allerdings nicht wirklich sieht. „Dafür weicht mein Angebot zu sehr von dem anderer ab.“ Und genau das ist es, was Karl-Heinz Brandt an seiner Arbeit so liebt: „Jeder Tag ist anders, jeder Auftrag auch – da kommt keine Langeweile auf.“ 

Die Freude an seinem Tun steht im Mittelpunkt, selbst wenn der Tag dann und wann durchaus mal 14 Stunden Arbeit mit sich bringt. „Das gleicht sich auch immer wieder aus.“

Informationen über Gourmet-Art finden Interessierte im Internet unter www.konditorei-gourmet-art.de.

Text und Foto: Silke Schmidt