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Kriminalstatistik 2025: Kreis Minden-Lübbecke gehört zu den sichersten Regionen in NRW

Mit einer Kriminalitätshäufigkeitszahl von 4.700 gehört die Kreispolizeibehörde im Kreis Minden-Lübbecke zu den Top-Ten der sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen. Während die Gesamtstraftaten sinken, steigen Wohnungseinbrüche und Messer-Delikte. Die wichtigsten Ergebnisse der Kriminalstatistik 2025.
Präsentierten die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025: Kriminaloberrat Dirk Klöpper, Landrat Ali Doğan und Polizeidirektorin Andrea Rosenboom (von links). Foto: Jessica Höffner
Präsentierten die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025: Kriminaloberrat Dirk Klöpper, Landrat Ali Doğan und Polizeidirektorin Andrea Rosenboom (von links). Foto: Jessica Höffner

Von Jessica Höffner

Kreis Minden-Lübbecke. 47 Kreispolizeibehörden (KPB) gibt es in Nordrhein-Westfalen – eine davon im Kreis Minden-Lübbecke. Mit einer Kriminalitätshäufigkeitszahl von 4.700 gehört die KPB Minden-Lübbecke zu den Top-Ten in NRW. Zum Vergleich: NRW-weit liegt der Wert bei 7.481. „Wir leben also in einem der zehn sichersten Kreise in NRW – auch aufgrund einer funktionsfähigen und gut aufgestellten Polizeibehörde“, erklärte Ali Doğan, Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2025.

Die Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik für den Kreis Minden-Lübbecke offenbarte auf mehr als 40 Seiten viel Gutes. Insgesamt sank die Anzahl der erfassten Straftaten von 16.082 im Jahr 2024 auf 15.064 im Jahr 2025. Ein Rückgang von 6,33 Prozent. Eine leichte Abschwächung gab es allerdings bei der Aufklärungsquote, die im Jahr 2025 bei 54,40 Prozent lag (−0,77 Prozentpunkte niedriger im Vergleich zum Jahr 2024). „Tendenziell“, so der Landrat, „ereignen sich im urbanen Raum mehr Straftaten als in ländlichen Bereichen.“ Demnach ist das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, in Minden, Bad Oeynhausen und Lübbecke am größten; am sichersten lebt es sich indes in Hüllhorst, Hille und Stemwede. Als „erschreckend“ bezeichnete Ali Doğan den Widerstand und die tätlichen Angriffe auf Polizeibeamte. „Es ist erschreckend, mit welchem Hass und mit welcher Gewalt die Polizei – auch im Mühlenkreis – umgehen muss. Jede Tat ist eine zu viel“, so der Landrat mit Blick auf die seit 2020 hohen Fallzahlen. Nach 154 Taten im Jahr 2024, waren es im Jahr 2025 157 Übergriffe: 67 davon allein in Minden, 29 in Bad Oeynhausen und 20 in Lübbecke.

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Von einer erfreulichen Entwicklung sprach Polizeidirektorin Andrea Rosenboom mit Blick auf die Raubdelikte. Hier verzeichnet der Kreis eine erkennbare Abnahme von Taten. In Zahlen: Im Jahr 2024 wurden 201 Taten erfasst, im Jahr 2025 „nur“ noch 173. Trauriger Spitzenreiter ist auch hier die Stadt Minden mit 80 Taten. „Zudem konnten wir in diesem Deliktsbereich die Aufklärungsquote auf 57,23 Prozent steigern“, erklärte Andrea Rosenboom. Jeder neunte Täter wurde bei 1.494 Körperverletzungs-Anzeigen ermittelt. Auch aufgrund der guten Täterbeschreibungen von Opfer und/oder Zeugen. Mit Blick auf Diebstahlsdelikte sprach die Polizeidirektorin von einem „Deliktsbereich, der der Polizei viel Arbeit bereitet“. Mit rund 41 Prozent stellt er den größten Anteil der Straftaten dar. „Ursächlich für den Fallanstieg von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr waren insbesondere Diebstahlsdelikte an und aus Kraftfahrzeugen, Ladendiebstahl und der Wohnungseinbruchdiebstahl“, machte die Polizeichefin deutlich. Eine deutliche Zunahme hat es bei den Wohnungseinbrüchen gegeben. „Mit insgesamt 301 Taten, die ein Plus von 50 Fällen bedeuten, können wir nicht zufrieden sein“, so Rosenboom. Auch deshalb liegt ein besonderer Fokus auf Präventions- und Beratungsmaßnahmen zur Einbruchsverhütung.

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27 erfasste Taten und eine Schadenssumme in Höhe von 778.999 Euro verursachten unterdessen Straftaten zum Nachteil älterer Menschen durch überregionale Täter im häuslichen Umfeld – kurz: SAM-ÜT. „In diesen Deliktsbereich fällt unter anderem der Enkeltrick“, so Kriminaloberrat Dirk Klöpper, Leiter der Direktion Kriminalität. Er appellierte an Angehörige, Verwandte und Freunde, insbesondere ältere Menschen zu sensibilisieren. Einen deutlichen Rückgang gab es im Jahr 2025 im Bereich der Rauschgiftkriminalität „Ein Effekt der Cannabis-Legalisierung. Viele Delikte bewegen sich deshalb im Bereich der Beschaffungskriminalität – beispielsweise Diebstähle. Begehrt sind hier Bargeld oder auch Handys, die sich schnell verkaufen lassen“, so Dirk Klöpper. Sorge bereitet Dirk Klöpper die Entwicklung im Bereich „Tatmittel Messer“. „Hier hat sich die Entwicklung zu hohen Fallzahlen leider verstetigt“, sagte der Kriminaloberrat. 124 Taten wurden im Jahr 2025 registriert – im Jahr 2024 waren es 117. „Daher rät die Polizei dringend davon ab, Messer und Waffen, auch zu Zwecken der Selbstverteidigung, bei sich zu führen“, so der Appell von Dirk Klöpper.

Erklärung Kriminalitätshäufigkeitszahl: KHZ ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, errechnet auf 100.000 Einwohner. Formel: KHZ = Fälle x 100.000 : Einwohner (Quelle Polizei)

Hier ist die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 abrufbar.