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Kurs auf New York: Petershäger Constantin Schönbeck reist auf Gorch Fock an den Big Apple

Der Petershäger Constantin Schönbeck war mit der „Gorch Fock“ in New York. Der 19-jährige Marine-Soldat erlebte dort den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit und absolvierte zugleich einen wichtigen Teil seiner Ausbildung zum Reserveoffizier.
Constantin Schönbeck zwischen dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer (rechts), und Jens Hanefeld, Deutscher Botschafter in den USA. Im Hintergrund ist New York zu sehen. Foto: privat
Constantin Schönbeck zwischen dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer (rechts), und Jens Hanefeld, Deutscher Botschafter in den USA. Im Hintergrund ist New York zu sehen. Foto: privat

Von Jessica Höffner

Petershagen/New York. Constantin Schönbeck aus Petershagen ist erst seit gut einem Jahr bei der Marine. Jetzt hat der 19-Jährige schon etwas erlebt, wovon viele Seefahrer ein Leben lang erzählen: Mit der „Gorch Fock“ lief er am 4. Juli zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit in den Hafen von New York ein.

„Wie schön es ist, in einem normalen Bett zu schlafen, das nicht schaukelt.“ Constantin Schönbeck sagt diesen Satz mit einem Lachen. Und doch steckt darin ziemlich viel von dem, was hinter ihm liegt. Noch vor gut einem Jahr drückte der Petershagener die Schulbank, machte sein Abitur und stand vor der Frage, wie es weitergehen soll. Heute ist er Obergefreiter bei der Marine – und hat bereits sieben Wochen auf einem der bekanntesten Segelschiffe der Welt hinter sich.
Seit dem 1. September 2025 gehört Schönbeck zur Marine. Seine Grundausbildung absolvierte er an der Marinetechnikschule in Parow bei Stralsund, anschließend ging es für ihn an die Offiziersschule nach Mürwik an der Flensburger Förde. Drei Jahre dauert seine Ausbildung zum Reserveoffizier. Die Fahrt mit der „Gorch Fock“ ist dabei fester Bestandteil der Offiziersausbildung.

„Ich würde es immer wieder machen“, sagt Schönbeck über seine Entscheidung für die Marine. Ganz ohne Zweifel sei die erste Zeit allerdings nicht gewesen. Schlafmangel und unregelmäßige Arbeitszeiten inklusive. Aber dann kommt der Satz, der ziemlich gut zusammenfasst, warum sich das alles für ihn lohnt: „Wer kann schon sagen, dass er mit dem 90 Meter langen Segelschiff am 4. Juli in New York zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit von Amerika eingelaufen ist?“
Los ging die Reise für Schönbeck zunächst nicht auf einem Schiff, sondern im Flugzeug. Von Deutschland ging es nach Baltimore, anschließend zur Naval Base in Norfolk – dem größten Marinestützpunkt der Welt. Dort begann die eigentliche Auslandsausbildungsreise mit der „Gorch Fock“. Von Norfolk führte die Route über Baltimore und New York weiter Richtung Boston. Und dann kam der 4. Juli.
Schönbeck war noch nie zuvor in New York. Die Stadt zum ersten Mal überhaupt zu sehen, wäre schon beeindruckend genug gewesen. Doch er erlebte sie vom Wasser aus – an Bord der „Gorch Fock“, mitten in den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit.

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„Das war tatsächlich das Beeindruckendste“, sagt er. Rund 200 Flugzeuge flogen über das Schiff hinweg, Hunderte Schiffe waren auf dem Wasser unterwegs – vom Großsegler bis zum Flugzeugträger. An Land standen Menschenmassen und jubelten den Schiffen zu.
Die Reise war allerdings weit mehr als spektakuläre Bilder vor der Skyline von Manhattan. Die „Gorch Fock“ hatte einen Repräsentationsauftrag – und damit gehörten auch zahlreiche diplomatische Empfänge zum Alltag. Für die jungen Soldaten bedeutete das: Uniform an, aufräumen, vorbereiten, anpacken. „Wir haben Theken und Buffet aufgebaut, teilweise auch gekellnert und unzählige Teller gespült“, erzählt Schönbeck. Dazwischen standen in den Häfen sogenannte „Open Ships“ auf dem Programm. Besucher konnten das Segelschulschiff besichtigen, während die Besatzung ihr Schiff präsentierte. Und wenn tatsächlich einmal Freizeit blieb? Dann ging es natürlich an Land. Die Soldaten durften dabei auch in Uniform unterwegs sein. Das hatte in den USA durchaus Vorteile: „Man wird unfassbar nett behandelt, bekommt Rabatte oder muss nicht anstehen.“
Doch irgendwann war Schluss mit Hafen, Skyline und Landgang. Die letzten beiden Wochen der Reise hatten es noch einmal in sich: kein Land in Sicht, kein Landgang, nur Meer. An Bord lebten mehr als 200 Besatzungsmitglieder auf engem Raum. In den Divisionen wurden Hängematten in zwei Reihen übereinander aufgespannt. Privatsphäre? Fehlanzeige. Dazu kamen wenig Schlaf und die ständige Nähe zu den Kameraden. „Alles in allem sind wir Kameraden aber wirklich sehr gut miteinander ausgekommen“, sagt er.
Und so ist die Sache mit dem Bett vielleicht mehr als nur eine lustige Anekdote. Nach sieben Wochen auf See weiß Schönbeck ein gewöhnliches Bett plötzlich ganz anders zu schätzen. Eines, das nicht schaukelt. Eines, in dem man seine Ruhe hat. Eines, das einfach da steht und nicht bei jedem Wellengang mitschwingt.

Ein weiteres Highlight der Reise spielte sich nicht im Hafen, sondern auf dem Atlantik ab. Zwischen New York und Boston wurde nach 50 Jahren erstmals wieder die legendäre „Five Sisters Trophy“ ausgetragen. Dabei treten die Schwesterschiffe der „Gorch Fock“ gegeneinander an.
Die deutsche Crew wollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen – und gewann den historischen Wettkampf. Die Trophäe ging mit an Bord und weiter Richtung Halifax.
Für Schönbeck war die Reise damit nicht nur ein Abenteuer, sondern ein wichtiger Teil seiner Ausbildung. Sie habe die Besatzung zusammengeschweißt und jeden Tag neue Herausforderungen gebracht.
Zurück in Deutschland geht es für Constantin Schönbeck mit der Offizierausbildung. Prüfungen in Recht und Nautik stehen an. Die sieben Wochen auf der „Gorch Fock“ haben ihn dabei nicht nur fachlich geprägt. „Ich glaube, man hat sich schon stark verändert. Manchmal merkt man das selber gar nicht so“, sagt er. Bei Kleinigkeiten sei er gelassener geworden. „Ich bin toleranter geworden.“

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