Anzeige

Anzeige

Mehr Biodiversität: Fischereiverein wertet Kiesteich Lahde auf

Mehr Lebensraum für Fische und Pflanzen: Der Fischereiverein Lahde/Weser verbessert den Kiesteich ökologisch – mit ersten sichtbaren Erfolgen für die Artenvielfalt.
Renaturierungs-Maßnahme am Lahder Kiesteich. Foto: privat
Renaturierungs-Maßnahme am Lahder Kiesteich. Foto: privat

Lahde. Der Fischereiverein Lahde/Weser feiert einen ersten Etappen-Erfolg auf dem Weg zu einem verbesserten Lebensraum für Fische und Wasserpflanzen am Kiesteich Lahde. Langfristig profitieren nicht nur die Fische im Vereins-See, sondern das gesamte Ökosystem im und um den See – was allen Nutzern des Gewässers zugutekommt.

Der Vorstand sowie zahlreiche Mitglieder des Fischereivereins haben mit angepackt, als es darum ging, eine schon vorhandene kleine Flachwasserzone am Ufer des Kiesteichs zu verbessern.
Konkret wurde die stark verschlammte Vertiefung weiter ausgebaggert, um mehr Wasserfläche und somit Raum für Fische und ökologisch wichtigen Unterwasser-Bewuchs zu schaffen. Außerdem wurden zwei Durchbrüche zum Hauptgewässer freigebaggert, um die vergrößerte Flachwasserzone besser mit dem See zu verbinden. Ziel der Aktion, die in Abstimmung mit dem lokalen Umweltamt und der unteren Wasserbehörde stattfand: Den im See lebenden Fischen eine bessere Möglichkeit zum Laichen zu schaffen sowie den geschlüpften Fischen eine geschützte Zone zum Aufwachsen zu bieten. Das positive Ergebnis ist schnell sichtbar: Schwärme von Jungfischen tummelten sich in der von der Sonne erwärmten „neuen“ Flachwasserzone – deutlich mehr, als der Verein bisher dort beobachten konnte.
Tatsächlich hat das über sechsjährige Forschungs-Projekt „BAGGERSEE“ von Prof. Dr. Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und seinem Team in seinen Ergebnissen 2023 belegt, dass Flachwasserzonen an Baggerseen „Kinderstuben“ für Jungfische sind: Das Wasser erwärmt sich hier schneller als im tiefen See und Wasserpflanzen, die dort besser gedeihen, bieten ihnen Schutz vor Räubern. Flachwasserzonen wie die am Lahder Kiesteich fördern das Vorkommen von Jungfischen und die Biodiversität in Form von mehr Libellenlarven sowie einem erhöhten Wasserpflanzen-Bewuchs und deren Dichte. Bei der Planung und Beantragung wurde der Verein vom Projekt „AngelGewässer“ der Hochschule Bremen (HSB) unterstützt, das die Erkenntnisse aus dem inzwischen beendeten „BAGGERSEE“-Projekt deutschlandweit zu Angelvereinen und in die praktische Umsetzung bringt.

Anzeige

Projektleiter Prof. Dr. Thomas Klefoth (HSB), Fischereiwissenschaftler und Professor für Nachhaltigkeit, hat die Umsetzung der Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung in den untersuchten Seen in Niedersachsen geleitet. Er bekräftigt: „Anders als klassische Maßnahmen, bei denen Fisch in Baggerseen gesetzt wird – sogenannter Fischbesatz – fördern die im Projekt untersuchten Strukturverbesserungen wie Totholz-Eintrag oder die Schaffung von Flachwasserzonen die Fische als auch die gesamte Artenvielfalt an Baggerseen. Wir empfehlen Angelvereinen, die zur fischereilichen Hege der Seen gesetzlich verpflichtet sind, diese Maßnahmen zu bevorzugen.“ Sei es die Planung, die Beantragung der Baumaßnahmen bei Behörden, die Organisation der praktischen Arbeit vorab oder die konkrete Umsetzung am See – die verbesserte Flachwasserzone ist Ergebnis guter Teamarbeit des FV Lahde/Weser. Die Kosten für die Erneuerung der Flachwasserzone wurden zur Hälfte aus Vereinsmitteln sowie aus Mitteln der Fischereiabgabe finanziert. Anträge bei Behörden und weitere Vorbereitungen sind in ehrenamtlicher Arbeit der Vereinsmitglieder und mit Unterstützung von Prof. Dr. Thomas Klefoth und Viola Lechle vom Projekt „AngelGewässer“ realisiert worden. Kooperationspartner von „AngelGewässer“ ist der deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV), das Projekt ist gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Die verbesserte Flachwasserzone wird der gesamten ökologischen Struktur des Kiesteichs zugutekommen und ist ein Schritt in Richtung nachhaltiger Naturschutz.

Anzeige

Anzeige