Samstag, 12. September 2026

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Sitz, Platz, Kamera! Josephine Baron fotografiert Hunde – und findet dabei ihr eigenes Glück

Josephine Baron aus Jenhorst hat sich mit einem eigenen Fotostudio für Hunde einen Traum erfüllt. Die 30-Jährige fotografiert nicht nur Vierbeiner, sondern hat in der Tierfotografie auch einen Weg gefunden, sich selbst und ihren Platz im Leben zu finden.
Zunge raus fürs Foto: Tierische Aufnahmen wie diese entstehen im neuen Fotostudio von Josephine Baron in Jenhorst. Foto: privat
Zunge raus fürs Foto: Tierische Aufnahmen wie diese entstehen im neuen Fotostudio von Josephine Baron in Jenhorst. Foto: privat

Von Jessica Höffner

Jenhorst. In ihrer Kindheit litt Josephine Baron unter Mobbing und Depressionen. Hunde waren früh Balsam für ihre Seele – und sind es bis heute. Mit der Eröffnung eines eigenen Fotostudios für die vierbeinigen Freunde hat sich die heute 30-Jährige einen Traum erfüllt.

Der Weg dorthin war lang. Und manchmal schien er für Josephine in eine andere Richtung zu führen. „Ich habe in meiner Jugend schlimm mit Mobbing zu kämpfen gehabt“, erzählt sie. Ausgrenzung und Verletzungen hinterließen Spuren. „Ich habe sehr starke Depressionen entwickelt und hatte bis zu meinem Schulabschluss einige Komplikationen.“ Josephine schaffte ihren Abschluss, doch eine Ausbildung war aufgrund ihrer Gesundheit nicht möglich. Stattdessen hielt sie sich mit Jobs über Wasser. Es war eine Zeit, in der sie immer wieder das Gefühl hatte, nicht zu genügen. Zu scheitern. Nicht ihren Platz zu finden.
„Hunde waren für mich immer Balsam für die Seele.“ Heute sagt sie diesen Satz nicht nur rückblickend. Sie lebt ihn. Irgendwann begann Josephine, ihre eigenen Hunde zu fotografieren. Sie stellte die Bilder auf Instagram – und plötzlich wurden andere Menschen darauf aufmerksam. Die Fotos waren nicht nur Erinnerungen an ihre Hunde. Sie hatten etwas Besonderes. Und Josephine merkte: „ Da steckt vielleicht mehr drin.“ Sie bildete sich weiter, investierte Zeit und Geld und wartete sehnsüchtig auf ihre erste Spiegelreflexkamera. Aus der Leidenschaft wurde ein Kleingewerbe. Erste Kunden kamen und der Wunsch, ein eigenes Studio zu eröffnen, wurde größer.

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Heute steht Josephine in ihrem eigenen Reich. Kamera, Blitze, Leinwände und jede Menge Equipment gehören dazu. Vor allem aber gibt es etwas, das man nicht kaufen kann: Erfahrung, Geduld und eine große Portion Verständnis für Tiere. Denn ein Shooting beginnt nicht mit dem ersten Foto. Es beginnt mit dem Ankommen. „Ich möchte, dass die Hunde ankommen. Und ich möchte, dass die Herrchen und Frauchen ankommen“, sagt sie. Für ein Shooting reserviert sie oft einen halben Tag. „Jeder Hund ist anders. Ein Hibbelhund braucht etwas anderes als ein Angsthund. Und ein Hunde-Rentner sowieso.“
Erst wenn die Aufregung verflogen ist, greift Josephine zur Kamera. Dann wird gespielt, gelockt, ausprobiert. „Wir können alles machen“, sagt sie. Lustige Zungenbilder gehören genauso dazu wie Portraits oder Actionaufnahmen.

Josephine Baron mit ihren eigenen Hunden Fay und Eywa. Foto: privat
Josephine Baron mit ihren eigenen Hunden Fay und Eywa. Foto: privat

Ihre eigenen Hunde sind längst Profis. Fay und Eywa stehen regelmäßig vor der Kamera. Doch Josephine will nicht nur Hunde fotografieren. Auch Pferde, Katzen, Hühner, Papageien oder andere Tiere dürfen ins Studio kommen. „Ein Schwein zu fotografieren, wäre mal sehr außergewöhnlich“, sagt sie und lacht. Die Fotografie hat ihr einen Raum gegeben, in dem sie sich selbst gefunden hat. „Ich bin sonst sehr introvertiert“, sagt sie. „Aber wenn ich die Kamera in der Hand habe, ändert sich das sofort.“ „Ich habe gefunden, was ich bin“: Vielleicht ist das der wichtigste Satz ihrer Geschichte. Denn die Depressionen sind nicht einfach verschwunden. Es gibt weiterhin Phasen, in denen es ihr schlecht geht. Doch Josephine hat etwas gefunden, das ihr Kraft gibt. Ihre Familie. Die Fotografie. Und vor allem ihre Hunde.

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