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Praxistest bei der Feuerwehr: So hart ist der Atemschutz-Einsatz

Helm auf, Atemschutzmaske an und ab in den dunklen Übungskäfig: Beim Praxistest mit der Feuerwehr habe ich selbst erlebt, wie körperlich anspruchsvoll der Dienst als Atemschutzgeräteträger ist – und warum die Freiwilligen Feuerwehrleute höchsten Respekt verdienen.
Redakteurin Jessica Höffner hat am Leistungsnachweis für Atemschutzgeräteträger teilgenommen. Foto: K. Dröge/Feuerwehrpresseteam
Redakteurin Jessica Höffner hat am Leistungsnachweis für Atemschutzgeräteträger teilgenommen. Foto: K. Dröge/Feuerwehrpresseteam

Von Jessica Höffner

Samtgemeinde Uchte. Als die ersten Feuerwehrleute die dicke Stahltür öffnen, Helm, Atemschutzmaske und Pressluftflasche ablegen, ahne ich bereits, was auf mich zukommen wird. Der Schweiß läuft den Freiwilligen über das Gesicht – gerade haben sie ihren Leistungsnachweis für Atemschutzgeräteträger absolviert. In dieser Folge des „Praxistests – Wir probieren es aus“ habe ich Büroklamotte gegen Feuerwehrkleidung getauscht und durfte selbst erfahren, welche Herausforderungen dieses wichtige Ehrenamt mit sich bringt. Ein „Praxistest“, der mich an meine körperlichen Grenzen gebracht hat – und bei dem ich am Ende voller Respekt vor den Feuerwehrleuten den Helm gezogen habe.

Mittwochabend, 19 Uhr, Feuerwehrtechnische Zentrale in Nienburg: „meine Feuerwehrkleidung“ liegt bereit. „Am besten ist es, wenn du nur ein T-Shirt unter der Jacke trägst – sonst wird es dir zu warm“, sagt Katharina Dröge aus dem Feuerwehrpresseteam der Samtgemeinde Uchte. Die Einsatzstiefel sind mir ein bis zwei Nummern zu groß. Dennoch trage ich sie, um einen möglichst realistischen Eindruck davon zu bekommen, wie sich Feuerwehrkleidung „anfühlt“. In den Kellerräumen an der Verdener Landstraße 107 kommen unterdessen die ersten Freiwilligen ins Schwitzen. In voller Montur – inklusive Atemschutzmaske und Pressluftflasche auf dem Rücken – wird ihre Leistungsfähigkeit zunächst im „Fitnessraum“ geprüft: auf der Endlosleiter, einem Fahrrad, einem Laufband und am Schlaghammer, den sie – mit ordentlich Gewicht „bepackt“ – einige Male zurückziehen müssen. „Um überhaupt Atemschutzträger zu werden, ist die körperliche Fitness absolut unverzichtbar“, macht der erfahrene Feuerwehrmann Alexander Greif deutlich. Er ist Kreisausbildungsleiter und Atemschutzbeauftragter in der Samtgemeinde Uchte.

Die Feuerwehrleute im "Fitnessraum". Foto: K. Dröge
Die Feuerwehrleute im „Fitnessraum“. Foto: K. Dröge

Heute steht für einen Teil der Atemschutzträger der Samtgemeinde Uchte der jährliche Pflicht-Leistungsnachweis an. Und sie alle werden ihn an diesem Tag bestehen – nicht nur die „Prüfungen“ im „Fitnessraum“, sondern auch im „Käfig“. Der wartet hinter der dicken Stahltür auf die Kameraden. Und nachdem ich mit Atemschutzmaske und Pressluftflasche mit 1.600 Litern Atemluft auf dem Rücken schon nach der Laufband-Einheit aus dem letzten Loch pfeife, geht es auch für mich in den „Käfig“. Allerdings nur in Feuerwehrkleidung und mit dem Helm auf dem Kopf. „In der vollen Montur traue ich mir das nicht zu“, gebe ich offen zu. Als die Stahltür hinter mir und zwei Feuerwehrleuten zufällt, herrscht völlige Dunkelheit im „Käfig“. Ich versuche, nah hinter den Kameraden zu bleiben, und taste mich langsam durch den Parcours mit lauter Hindernissen, Auf- und Abstiegen und engen Tunneln. In der Dunkelheit stoße ich mit meinem Helm immer wieder gegen Hindernisse. Die Art der Fortbewegung wechselt ständig: gebücktes Gehen, Kriechen, Klettern. Und während ich darüber nachdenke, welche Leistung die beiden Kameraden vor mir hier in diesem Moment mit rund 20 Kilo Ausrüstungsgewicht und Atemschutzmaske abliefern, wird der ohnehin schon große Respekt vor den Freiwilligen Feuerwehrleuten immer größer.

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Als Letzte im Team schließe ich die Schachtabdeckungen hinter mir, durch die wir uns schlängeln mussten. Am Ende des Tunnels ist der Kamerad das „Licht“ für mich, als er mir die Hand reicht und mich herauszieht. Noch ein paar Hindernisse, dann habe ich den „Käfig“ gemeistert. Mir läuft der Schweiß von der Stirn, ein Glücksgefühl macht sich bemerkbar. Für mich wird es wenige Minuten später dann emotional. „Die Atemschutzträger sind die Speerspitze der Feuerwehr. Die Kameraden gehen bei jedem Einsatz vorweg“, sagt Ausbildungsleiter Alexander Greif. Denn immer dann, wenn am Einsatzort schädliche Gase zu erwarten sind, sind sie es, die als Erste ins Objekt müssen. Noch gibt es in der Samtgemeinde Uchte genug dieser speziell ausgebildeten, ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die 24/7 zur Stelle sind. „Aber auch wir haben Nachwuchssorgen“, machen Alexander Greif und Katharina Dröge deutlich.

Geschafft. Jessica Höffner am Ende des "Käfigs". Foto: K. Dröge
Geschafft. Jessica Höffner am Ende des „Käfigs“. Foto: K. Dröge

„Wir müssen die Menschen sensibilisieren und ihnen deutlich machen, welche Folgen diese Entwicklung haben kann. Sollten die Freiwilligen Feuerwehrleute immer weniger werden, werden unter Umständen auch Wehren zusammengelegt“, erklärt Katharina Dröge. „Schwierig wird es dann, wenn sich dadurch Anfahrtswege zu Einsatzorten verlängern“, sagt die Feuerwehrfrau. Deutlicher kann man die Wichtigkeit dieses Ehrenamtes nicht in Worte fassen. Und noch deutlicher wurde bei diesem Praxistest: Vor den Menschen, die diesen Dienst freiwillig leisten, kann man gar nicht genug Respekt haben.

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