EOS – Baustoff für viele Zwecke

Der Bedarf an mineralischen Rohstoffen für die Verwendung im Bauwesen bewegt sich in der Bundesrepublik unverändert auf hohem Niveau. 2018 wurden insgesamt rund 550 Millionen Tonne produziert, um den Bedarf zu decken. Den weitaus größten Anteil daran hatten Kies und Sand mit 240 Millionen Tonne und Natursteine mit 211 Millionen Tonne. Um den Abbau dieser heimischen Ressourcen in Kiesgruben und Steinbrüchen zu reduzieren, wird aus der Politik immer wieder die verstärkte Verwendung von Recycling Materialien und Ersatzstoffen gefordert.

Ein industrielles Nebenprodukt, welches sich für verschiedene Anwendungsbereiche im Bausektor eignet, ist EOS-Schlacke, die grundsätzlich bei der Stahlproduktion im Hochofen anfällt und in der Vergangenheit größtenteils auf Halde deponiert wurde. 

Voraussetzung für eine Verwendung als Baustoff ist eine bedarfs– und normgerechte Zerkleinerung und Sortierung der Rohschlacke in die geforderten Korngrößenklassen jeweils entsprechend dem angestrebten Verwendungszweck. Und da liegt angesichts der Härte und hohen Dichte der Rohschlacke eine enorme technologische Herausforderung. „Wir arbeiten ständig daran, den Aufbereitungsprozess und die eingesetzten Maschinen gemeinsam mit dem Hersteller der Anlage zu optimieren“, berichtet Firmenchef Frank Heitmann, dessen Unternehmen die Schlackeaufbereitung auf einem firmeneigenen Gelände im Lahder Gewerbe- und Industriegebiet mit modernster Technik betreibt.

Frank Heitmann auf dem Firmen-
gelände in Lahde. Fotos: Krischi Meier

Die Herausforderung beginnt bereits mit dem breiten Größenspektrum der Rohschlacke. „Der größte zusammenhängende Brocken, den wir erhalten haben, hat er einen Durchmesser von mehr als 1,5 Metern. Da stoßen die handelsüblichen Maschinen schon einmal schnell an ihre Grenzen“, berichtet Heitmann.

Ziel der Aufbereitung ist ein Produkt gleichbleibender Güte mit der Körnung 0-32mm, dass sich insbesondere für den Straßenbau eignet, als Schottertragschicht, Frostschutzschicht, in Asphaltdecken oder als einfacher Unterbau für Wege und Straßen. Darüber hinaus kann das Material auch als Zuschlagstoff in Beton für Betonfertigteile eingesetzt werden. „Die von uns aufbereitete Schlacke kann man für fast alles nutzen, bei dem derzeit Split aus Naturstein eingesetzt wird“, sieht Frank Heitmann vielfältige Einsatzmöglichkeiten. 

Für die Zulassung als Baustoff wurde und wird die Schlacke regelmäßig durch die Materialprüfanstalt (MPA) Hannover auf ihre Umweltverträglichkeit und Qualität untersucht. „Das Material enthält keine auswaschbaren Eluate“, benennt der Firmenchef die entscheidende Voraussetzung für die Verwendbarkeit. Darüber hinaus dient die stetige Kontrolle mittels Eigen– und Fremdüberwachung auch der Qualitätssicherung. „Die Prüfzeugnisse der MPA zeigen, dass sich unsere Kunden auf eine gleich bleibende Qualität verlassen können.“