Und noch ein Ehrenamt

Stefan Wiesinger stellt sich Herausforderung als Ortsbürgermeister

Neuenknick. Was ehrenamtliches Engagement betrifft, ist Stefan Wiesinger kein unbeschriebenes Blatt – beispielsweise als Kommandeur des Bürgerbataillons Neuenknick. Jetzt wird er auch auf politischer Ebene aktiv: Seit November ist er in seinem Heimatort auch Ortsbürgermeister. Wie kam es dazu? Was kommt auf ihn zu? 

Mussten Sie lange überredet werden, das Amt des Ortsbürgermeisters zu übernehmen?

Nein, es gab lediglich ein paar Gespräche mit den Vorstandsvertretern vom Bürgerbataillon und von der Kulturgemeinschaft. Und natürlich mit meiner Familie, die bei der Tätigkeit voll hinter mir steht. Es ging darum, ein paar Aufgaben und Zuständigkeiten auf mehrere beziehungsweise weitere Schultern zu verteilen. Da gab es sofort ein großes Entgegenkommen der Kolleginnen und Kollegen. Letztlich war es so, dass die Mitglieder der CDU-Ortsunion mit Unterstützung eines aus dem Nachbarort stammenden Ortsbürgermeisters keinen Kandidaten gefunden hatten, so dass ich mich dann entschieden habe, mich der Herausforderung zu stellen.

Wie ändert sich durch die neue Aufgabe Ihr Leben?

Sicherlich stehen einige Veränderungen an, gerade die Freizeit wird noch mehr in Beschlag genommen werden. Ich stehe den aktuellen und kommenden Aufgaben positiv gegenüber und bin auch der Überzeugung, dass sich noch vieles auf dem Land bewegen lässt. Sicherlich wird es viele neue Termine geben, die ich in Zukunft zusätzlich wahrnehmen werde. Aber aus aktueller Sicht werde ich das umsetzen können. Immer unter der Voraussetzung einer ständigen Kommunikation mit allen beteiligten Personen. Mein Motto ist hier: „Sprechen hilft.“

Was schätzen Sie an Ihrem Wohnort besonders?

Natürlich die Menschen hier, deren Unterstützung ich jetzt schon erfahre, und die Vielfalt unser unterschiedlichen Vereine. Auch die Landschaft gehört in diese Aufzählung. Und vor meinem beruflichen Hintergrund gefällt mir auch der neue LTE-Mast ziemlich gut.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Da fällt mir einiges ein: Das Vereinsleben beispielsweise funktioniert hier zwar wunderbar, aber hinsichtlich der Organisation der Vereine und ihrer Vorstände muss man sich schon jetzt mit der Frage befassen: Wie stellen wir uns für die Zukunft auf? Dann ist da der Zustand der Straßen und Wege oder der Schwerlastverkehr auf der Kreisstraße, die davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Da werden sicherlich einige Gespräche auch über die Stadtebene hinaus stattfinden. Am Herzen liegt mir auch die weitere Optimierung des Friedhofs, wo zum Beispiel zu überlegen wäre, die Hauptwege zu pflastern. Und – wieder wegen meines beruflichen Hintergrunds – der Internetausbau. Wie geht es da 2018 weiter und wie bringen wir uns optimal ein?

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Es gibt gerade zum Thema Vereinsleben eine Zielrichtung, die ich vertrete: Traditionen bewahren und mit den nötigen Veränderungen die Herausforderungen angehen. 

Ziele gibt es kurz- wie auch langfristig sehr viele. Hier nur mal ein paar Schlagworte: Mir ist wichtig, den Schießstand Lusebrink nach der Übergabe durch die Stadt weiter erhalten zu können. Gleiches gilt auch für die weiteren Neuenknicker Sportstätten. Außerdem ist mir die Optimierung des aktuellen Dorfplatzes ein Anliegen. Ebenso die Pflege der Außenanlagen am Stadtarchiv (ehemalige Grundschule) in Zusammenarbeit mit der Stadt Petershagen. Und wir werden in Neuenknick im Arbeitskreis Dorfgemeinschaft an dem Thema IKEK aktiv weiterarbeiten. Hier sind alle Neuenknicker herzlich aufgefordert, an den Themen mitzuarbeiten. Viele Teilziele ergeben sicherlich Gesamtziele, die wir hier im Ort strukturiert weiter angehen und bearbeiten werden.

Text: Silke Schmidt, Fotos: Silke Schmidt (1), Krischi Meier (1)