Frischer Wind im Tierheim Minden

Minden. Das Mindener Tierheim hatte lange Zeit einen negativen Ruf – dieser bezog sich nicht nur auf die Unterbringung und den Umgang mit den Tieren, auch die Behandlung der Interessenten oder freiwilligen Helfer ließ lange Zeit zu wünschen übrig. Inzwischen hat sich viel verändert. Und das verdankt der Verein nicht zuletzt der neuen Tierheimleitung. Daher möchte ich euch heute Sabrina Driftmann vorstellen, die seit 2018 die Leitung übernommen hat.

Sabrina, was hat sich im Tierheim verändert, seitdem du dort arbeitest?

Vieles! Wir sind ein junges Team und haben immer wieder neue Ideen. Im Gegensatz zum alten Tierheim, haben wir uns auch vergrößert. Die Hunde haben jetzt richtige Zimmer bekommen und auch die Katzen und Kaninchen haben deutlich mehr Platz.  Es gibt strengere Vermittlungskriterien zugunsten der Tiere. Wir finden uns aber immer noch jeden Tag neu und sind alle mit Herzblut dabei.

Warum ist genau DAS, dein Job?

Ehrlich gesagt, kann ich dir das gar nicht genau beantworten. Ich wollte schon immer was mit Tieren machen, habe meine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten abgeschlossen und bin dann über Umwege ins Tierheim gekommen. Tierschutz war für mich immer schon eine Herzensangelegenheit. Ich habe über sieben Jahre in einem anderen Tierheim ehrenamtlich ausgeholfen und habe dort meine Erfahrungen gesammelt und die Arbeit zum Wohl der Tiere lieben gelernt.

Was bereitet dir die größte Freude bei deiner Arbeit?

Am meisten Spaß macht mir die Arbeit mit den „Knaller-Hunden“. Jedes Tier, das zu uns kommt, hat sein Päckchen zu tragen. Einige haben nur ein kleines Glitzerhandtäschchen dabei, andere aber Gepäck in der Größe eines Frachtraums. Mit diesen Hunden zu arbeiten, die Fortschritte zu sehen und sie auf eine Vermittlung vorzubereiten macht unser gesamtes Team immer wieder stolz und motiviert uns. Es wird viel Freizeit, Liebe und Geduld in diese Hunde gesteckt, denn auch solche Kandidaten haben eine zweite Chance verdient.

Was war das Schlimmste, was du je gesehen, oder erlebt hast?

Das schlimmste war die Abgabe eines Schäferhundes. Abgemagert bis auf die Knochen und nackt, weil er Parasitzen und Hefepilz unter und an der Haut hatte, die zum Fellverlust führten. Zusätzlich waren seine Ohren stark vereitert. Dieser Hund war wirklich in einem katastrophalen Zustand.

In der Kittenzeit sind es die Katzenbabys mit Katzenschnupfen. Wenn man ein drei bis vier Tage altes Baby auf den Arm hat, das ohne Mutter zu uns gekommen ist und man kämpft damit es überlebt, aber am Ende den Kampf trotzdem verliert…

Welche Möglichkeiten haben Tierliebhaber, um euch zu unterstützen? Was ist die effektivste Art euch zu helfen?

Es gibt viele Möglichkeiten, wobei wir als Tierschutzverein natürlich vor Allem auf Spenden angewiesen sind. Man kann allerdings auch eine Patenschaft für ein Tier übernehmen. Egal ob Hund, Katze, Kaninchen. Jeder kann Mitglied bei uns im Verein werden. Ganz besonders freuen wir uns immer über Futterspenden.

Gerne kann man auch zu den Öffnungszeiten vorbeikommen, um Katzen zu streicheln, oder auch mit unseren Hunden spazieren zu gehen. Auch das ist eine große Hilfe.

Und selbst wenn man nichts davon für uns tun kann, hilft auch ein „Danke – ihr macht einen tollen Job“ .

Ach so, und schaut doch mal bei unseren Festen vorbei! Wir bieten Euch Unterhaltung, einen Flohmarkt, Kaffee und Kuchen und Vieles mehr und auch damit könnt ihr unseren Tieren helfen.

Text: Julia Fuhrmann, Foto: Krischi Meier