Warum Hundehalter zu wenig Rücksicht nehmen – Die Regenschirmtheorie

Als Hundehalter muss man Rücksicht nehmen, so viel steht fest. Wenn ihr schon mal versucht habt, Rücksicht zu nehmen und trotzdem böse Blicke oder Kommentare geerntet habt, dann habt ihr es wahrscheinlich falsch gemacht.

Rücksicht gegenüber Fußgängern: Hunde auf engen Fußwegen anzuleinen, ist falsch! Angeleinte Hunde nehmen den anderen Fußgängern zu viel Platz weg. Die hundelosen Menschen müssen ausweichen und somit unnötige Meter auf dem Spazierweg machen. Dies sollte unbedingt vermieden werden. Die Hunde ohne Leine laufen zu lassen, geht allerdings noch viel weniger, das sollte ganz klar sein. Hundehalter sollten sich ganz einfach fern von allen Wegen halten, auf denen Fußgänger unterwegs sein könnten.

Rücksicht gegenüber Kindern: Kinder laufen manchmal ungefragt auf Hunde zu, um sie zu streicheln. Die Kinder davon abzuhalten ist falsch! Das ist ein Eingriff in die Erziehung der Eltern und geht überhaupt nicht. Es ist die Aufgabe des Halters den Hund, egal wie schwer er ist, so schnell wie möglich auf den Arm zu nehmen! Nur so kann man Kinder schützen, die sich unkontrolliert außerhalb der Reichweite ihrer Eltern bewegen.

Rücksicht gegenüber Joggern: Wenn Jogger kommen, den Hund ran zu rufen oder sitzen zu lassen, ist falsch! Jogger müssen immer und überall weiter laufen können. Man kann von ihnen auf keinen Fall verlangen, dass sie ausweichen oder gar anhalten, nur weil ein Hund im Weg steht. Hier muss der Hundehalter seinem Hund dringend beibringen, sich so schnell wie möglich in Luft aufzulösen. 

Rücksicht gegenüber Fahrradfahrern: Im Straßenverkehr hat immer der Schwächere das Vorrecht. Das ist dann natürlich der Radfahrer. Ausweichen oder gar Absteigen, ist bei dieser Form der Fortbewegung nicht möglich. Daher sollte man als Hundehalter seinem Hund beibringen, sich auf Signal sofort so platt wie eine Flunder hin zu legen, damit die Radfahrer einfach drüber fahren können. Klingeln brauchen Radfahrer nicht, denn wie wir alle wissen, haben Hundehalter auch hinten Augen.

Die Regenschirmtheorie besagt: Sobald ein Hund einen Gegenstand, wie beispielsweise einen Regenschirm trägt, finden ALLE anderen Verkehrsteilnehmer ihn NIEDLICH. Und niedlichen Hunden gegenüber nehmen die Menschen Rücksicht. Fußgänger sind nicht mehr genervt, wenn sie ausweichen müssen. Sie lachen sogar, oder geben freundliche Kommentare ab. Kinder werden automatisch fern gehalten, da der Hund ja eine wichtige Aufgabe hat. Fahrradfahrer und Jogger sind ebenfalls freundlich und finden plötzlich ihre Bremse wieder….

Auch andere Gegenstände, die eigentlich den Menschen gehören, haben den gleichen Effekt. Bringt eurem Hund also am besten bei, irgendetwas zu tragen und schon findet ihr heraus, wie es sein könnte, wenn auch mal jemand Rücksicht auf  EUCH als Hundehalter nimmt. Dies wird eine völlig neue und unerwartete Erfahrung sein.

Dieser Text richtet sich nicht an die freundlichen Radler, Jogger, Eltern, etc. die sich bedanken und rechtzeitig klingeln. Er richtet sich vor allem an die Menschen, denen man es als Hundehalter nie recht machen kann – es sei denn der Hund trägt einen Schirm….

Text: Julia Fuhrmann, Fotos: Krischi Meier