Foto: Dietmar Meier

AKW Grohnde abgeschaltet

TenneT: Keine Auswirkungen für Kraftwerk Heyden erwartet 

Lahde (ddm). Am 31. Dezember 2021 sind drei weitere Atomkraftwerke in Deutschland endgültig vom Netz gegangen, neben den AKWs in Gundremmingen und Brokdorf auch das nur 60 Kilometer entfernt liegende AKW Grohnde, das bei der Stromproduktion weltweit erfolgreichste Werk überhaupt. Mit mehr als 10 Gigawatt Leistung war das Werk zudem achtmal Weltmeister in der Jahresstromerzeugung.

Die Verantwortung für eine jederzeit sichere Stromversorgung liegt in Deutschland bei den Übertragungsnetzbetreibern, in unserer Region bei TenneT. Wir haben deshalb einmal bei TenneT nachgefragt, wie die durch die Schließung von Grohnde entstehende Lücke in der Energieversorgung geschlossen wird. 

Mathias Fischer, Pressesprecher von TenneT, teilte uns dazu mit: „Wir betrachten die Abschaltung eines Kraftwerks nie singulär für die Region, sondern im Kontext des europäischen Verbundnetzes. Unabhängig davon, dass die Abschaltung von Kernkraftwerken zwingend zu erfolgen hat, wurde das Kernkraftwerk Grohnde nach Systemberechnungen von TenneT nicht als systemrelevant eingestuft. Bei Abschaltungen dieser Art wird die Grundlast durch andere am Strommarkt (in Deutschland und Europa) agierende Kraftwerke kompensiert. Und über die frei werdenden Leitungskapazitäten wird zukünftig vor allem Windstrom aus Norddeutschland Richtung Süden transportiert.“ Mit dem Verweis auf andere in Deutschland und Europa agierende Kraftwerke stellt sich natürlich die Frage nach der weiteren Rolle des Kraftwerks Heyden. Dazu der TenneT-Pressesprecher: „Es bleibt bei unserer Aussage, wonach das Kraftwerk nur zu netzstabilisierenden und spannungshaltenden Zwecken hochgefahren wird – bis zu seinem Umbau zum rotierenden Phasenschieber.“ Wie die Dampffahne über dem Kühlturm zeigte, war der Bedarf dafür zur Jahreswende offensichtlich schon mehrfach gegeben, auch als Grohnde noch am Netz war. Die Grafiken oben zeigen die Stromproduktion in Deutschland rund um die Jahreswende. Markiert sind dabei die Zeiträume, in denen das Kraftwerk Heyden am Netz war. Die Grafiken veranschaulichen unter anderem sehr schön das Wechselspiel zwischen dem Windaufkommen und dem Bedarf an Energie aus konventionellen Kraftwerken (Kernenergie, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle).

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