Foto: Dietmar Meier

Kraftwerk Heyden: Perspektiven

Lahde (pa/ddm). Dass im Hause Uniper kräftig an der Folgenutzung des Kraftwerksgeländes gearbeitet wurde, war schon bei der ersten Online-Präsentation Mitte Dezember zu erkennen (Bericht in der Februar-Ausgabe). Wie weit die Konzepte inzwischen schon fortgeschritten sind, wurde bei der zweiten Online-Präsentation Mitte März deutlich. Hier die Mitteilunf von Uniper dazu: „Uniper hat mit Unterstützung der Firma Arcadis eine Masterplanstudie für die mögliche künftige Nutzung des Kraftwerksstandorts erarbeitet. In einem ersten Schritt wurden der Standort sowie das Marktumfeld ergebnisoffen auf verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten untersucht. Daraus wurden im zweiten Schritt zwei mögliche Entwicklungsszenarien abgeleitet. Diese Szenarien haben die Projektverantwortlichen von Uniper und Arcadis bei der zweiten Informationsveranstaltung am 16. präsentiert.

Außerdem stellte Uniper die ersten konkreten Ideen für Projekte am Standort vor. Dazu gehört die Erzeugung von regenerativen Kraftstoffen (wie Bio-Methanol oder Wasserstoff) und nachhaltigen Baustoffen. Rund 60 Interessierte wählten sich in die zweistündige Veranstaltung ein. Mehrere Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und stellten Fragen zu verschiedenen Themenbereichen. 

Vorher-Nacher: So könnte das Ergebnis auf dem Kraftwerksgelände aussehen. Grafik: Uniper/Arcadis

Kraftwerksleiter Uwe Knorr betonte: „Der Dialog mit unseren Nachbarn und allen Beteiligten ist uns sehr wichtig. Auch nach dieser Veranstaltung möchten wir mit ihnen in Kontakt bleiben und bieten Bürgersprechstunden für Interessierte an. Außerdem wird es im Sommer eine weitere Informationsveranstaltung geben und wir hoffen sehr, dass wir diese persönlich vor Ort durchführen können.“ Die bei den beiden Veranstaltungen gezeigten Präsentationen sowie die Aufzeichnungen der virtuellen Events stehen unter www.uniper.energy/heyden bereit. Hier sind auch weitere Informationen zu den Bürgersprechstunden zu finden.“

Anzeige

 

Angesichts der aktuellen Situation rund um den Ukraine-Krieg und vor dem Hintergrund, dass es auch Anfang März — zum wiederholten Mal in diesem Winter — eine längere windarme Phase gab, in der das Kraftwerk Heyden mehrfach ans Netz gegangen ist, hat der Petershäger Anzeiger beim Übertragungsnetzbetreiber TenneT nachgefragt, ob weiterhin das Ziel verfolgt wird, das Kraftwerk Heyden im Winter 2022/23 zum Phasenschieber umzubauen. Dazu Tennet: „TenneT beabsichtigt weiterhin, das Kraftwerk Heyden zu einem rotierenden Phasenschieber umzubauen. Auf Grund von marktlichen Rahmenbedingungen verzögert sich jedoch die Lieferung der notwendigen Betriebsmittel. Daher hat TenneT bei der Bundesnetzagentur die Laufzeitverlängerung des Kraftwerks Heyden als Reservekraftwerk bis 2025 beantragt. Die Bundesnetzagentur wird in den kommenden Monaten über die Systemrelevanz des Kraftwerks Heyden entscheiden. Zur Spannungshaltung in windarmen und lastschwachen Zeiten greift TenneT auf das Kraftwerk Heyden zurück, um Blindleistung zur Verfügung zu stellen.