Foto: Dietmar Meier

Meine Meinung: Ein Abend mit (zeitlichem und inhaltlichem) Entwicklungspotential

Von Klaus-Dieter Schade
Am 27. Juni fand im „Alten Amtsgericht“ ein Termin zum Thema „Hochwasserschutz für die Kernstadt Petershagen“ statt. Ursprünglich hatte die Stadt Petershagen nur insgesamt 68 betroffene Anwohner zu diesem Termin angeschrieben und eingeladen. Die Tagespresse hatte aber in seiner Ausgabe vom 25. Juni durch eine entsprechende Vorankündigung auch ein öffentliches Interesse geweckt. Schon beim Betreten des Saales konnte man viele Personen erkennen, die man eindeutig nicht dem eingeladenen Personenkreis zuordnen konnte. Kay Busche kommentierte diese Tatsache in seiner Begrüßung mit den satirischen Worten „Ich hoffe, dass alle Betroffenen der Kernstadt Petershagen anwesend sind“.
Es erfolgte zunächst eine kurze Präsentation der (nach der letztjährigen Naturkatastrophe unter anderem im Ahrtal) in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie im Jahr 2021 über die Darstellung der hydrologischen bezeihungsweise hydraulischen Situation von Petershagen bis hin zu spezifischen Objektschutzlösungen durch das Erstellen von Objektschutzblättern, um Bürgerschutzmaßnahmen im Rahmen des Zumutbaren zu treffen.

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Im weiteren Verlauf des Abends wurde durch konstruktive Hinweise der Anwesenden deutlich, dass der Begriff „Kernstadt“ auf jeden Fall umfänglich (Kirch-, Sack-, Hafenstraße – altes Öspergebiet) ergänzt werden muss. Das ist auf jeden Fall positiv zu bewerten.
Respekt vor Naturgewalten ist sicherlich auch in Petershagen angebracht. Überzogen und unangemessen (unter anderem mit dem beliebten Mittel „Kinder“) aber waren abendliche Vergleiche mit den letztjährigen Katastrophengebieten. Für aufmerksame Zuhörer wurden die geographischen Unterschiede eigentlich vorher sehr deutlich aufgezeigt.
Der Rest des 90 minütigen Abends war aber durch ständige Versuche geprägt — wie auch schon bei anderen Gelegenheiten – andere Themen in den Vordergrund zu rücken. Zwei Versuche von Kay Busche und einer Bewohnerin wieder zum Thema und zum Jetzt zurückzukehren, waren wenig erfolgreich.
Man darf gespannt sein, ob dieser Personenkreis in Zukunft vielleicht auch an einem eventuellen gemeinsamen praktischen Übungsabend teilnimmt, an dem man Sandsäcke füllt und das richtige Stapeln lernen kann, oder ob er weiterhin nur durch wiederholende und zeitfressende verbale Auftritte auffällt.
„Häbt gie denn no alles klor im Koppe?“ – diesen Worten eines Besuchers ist nichts hinzuzufügen.