Foto: Dietmar Meier

Meine Meinung: Sperrung der Ösperbrücke

von Joachim Römermann

Es ist schon erfreulich, wie oft man in der Presse über eine vorzeitige Fertigstellung von Straßenbaumaßnahmen im Mühlenkreis liest. Leider beziehen sich solche Berichte lediglich auf Kraftverkehrsstraßen. Radfahrer können bei uns von solchen Meldungen leider nur träumen.

Die Wichtigkeit von gut ausgebauten Radwegen als Teil der vom Bund angestrebten Verkehrswende scheint bei den Verantwortlichen des Kreis Minden – Lübbecke noch immer nicht angekommen zu sein. Die Sperrung des Kreis- / Weserradweges in Petershagen ist hierfür ein trauriges Paradebeispiel. Seitens des Kreises wurde mir auf Anfrage mitgeteilt, dass die Höhe des Brückengeländers der Ösperbrücke nicht mehr der aktuellen Norm entspricht und somit ein sicherheitsrelevantes Risiko darstellt. Aus diesem Grunde wurde das Geländer im Herbst 2020 auf beiden Seiten mit Absperrgittern gesichert. 

Soweit alles gut, denn durch diese Maßnahme wurde zwar die Fahrbahn verengt, aber sie war weiterhin nutzbar. Zur vollständigen Sperrung kam es nach Aussage des Kreises erst, als bedingt durch Vandalismus regelmäßig Absperrgitter über das Brückengeländer in die Ösper geworfen wurden. Dass Vandalismus in keinster Weise hinnehmbar ist, versteht sich von selbst, aber die anschließende Vollsperrung ist der absolut falsche Weg. Wenn man sich zum Vergleich einmal anschaut, wie die Absperrgitter zur Sperrung der Brücke gegen Vandalismus gesichert sind, stellt sich mir die Frage, warum die Gitter entlang des alten Brückengeländers nicht ähnlich akribisch befestigt wurden. Dann hätte Vandalismus keine Chance gehabt und der Radweg wäre weiterhin durchgängig bis zum Beginn der Bauarbeiten nutzbar!

Wie mir vom Kreis mitgeteilt wurde, ist mit einem Beginn der Sanierungsarbeiten frühestens April/Mai 2022 zu rechnen. Diese werden sich dann bis mindestens Herbst 2022 hinziehen. Nochmals zur Erinnerung: Beim Weserradweg sprechen wir von einem der beliebtesten Radwege Deutschlands und einem der meistbefahrenen Fernradwege Europas. Aber auch Schüler, Senioren, Pendler und Kurgäste nutzen diese Trasse täglich und zu jeder Jahreszeit.

Es wäre selbst jetzt noch möglich, die Brücke innerhalb eines Tages frei befahrbar zu machen – indem der Bauhof des Kreises noch einmal die Absperrgitter aus dem Lager holt und diese diesmal vernünftig am Geländer befestigt.

Ansonsten ist ein schnellstmöglicher Baubeginn für Bürger, Wirtschaft und Tourismus elementar wichtig und darf nicht weiter verbummelt werden!

Mindener Land = Fahrradland? So wohl eher nicht…

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