Meine Meinung: Ratten auf dem Vormarsch

Immer mehr Bürger in Deutschland melden dem Gesundheitsamt einen Rattenbefall. Auch im Raum Petershagen gibt es aktuell ein vergrößertes Rattenaufkommen und jeder Bürger ist jetzt gefordert, etwas dagegen zu unternehmen.

Der Klimawandel, warme Temperaturen und große Trockenheit führen dazu, dass immer mehr Ratten den Winter überstehen, besonders alte und kranke Tiere. Zudem pflanzen sich Ratten bei wärmen Temperaturen bereits früher fort und vermehren sich dadurch rasant. Sie können bis zu zwölf Mal pro Jahr Nachwuchs bekommen. Die Rattenpopulation wird zudem durch „essbaren Müll“ gestärkt. Weggeworfene Essensreste auf den Straßen dienen als ideale und einfache Nahrungsquelle für die Nagetiere.

Verantwortlich für Ratten ist also immer die Infrastruktur der Gebiete: Es gibt sie immer dort, wo es ausreichend Futter und einen  sicheren Platz gibt, an dem sie ihre Jungen zur Welt bringen können. Dabei ist zu beachten, dass Ratten gefährliche Krankheiten übertragen können. Aus diesem Grund stellt eine Rattenplage  eine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit der Menschen sowie deren Haustiere dar.

Ratten sind intelligente und hochsoziale Tiere. In einigen Ländern werden sie zur Landminenbeseitigung eingesetzt. Sie können den Sprengstoff in den Minen einfach erschnuppern, sind aber zu leicht, um diese auszulösen. Ratten sind also ganz erstaunliche Tiere. Deshalb sollte man versuchen, die Nager zum Umziehen zu bewegen, indem ihnen die Lebensgrundlagen  entzogen werden. 

Damit sich die Ratten nicht weiter ausbreiten sondern das Gebiet verlassen, sollten Bürger innen und Bürger auf ihre Müllentsorgung achten. Nicht ordnungsgemäß entsorgte Lebensmittel sind das größte Problem. Daher ist stets darauf zu achten, dass an öffentlichen Plätzen keine Lebensmittel oder Lebensmittelreste in den Verpackungen liegen gelassen oder in bereits überquellende Mülleimer gestopft werden. Speise- und Nahrungsmittelreste sollten auf keinen Fall über die Toilette entsorgt werden, da diese den Ratten in der Kanalisation und den Rohrsystemen als willkommene Nahrungsquelle dienen.



 

Da sich in den meisten Fällen noch Speisereste in den Plastikbehältern und Dosen befinden, sollten Abfallsäcke nicht für Ratten zugänglich gelagert werden und zusätzlich eine reissfeste Abfalltüte im gelben Sack verwendet werden. Eine Tonne,  die den gelben Sack ersetzt,  wäre hilfreich in der Prävention einer Rattenplage. 

Die Deckel von Bio- und Restmülltonnen sollten grundsätzlich verschlossen sein, um die Ratten  nicht auch noch zu füttern. Für die geschickten Tiere ist es ein leichtes, in die Mülltonnen zu klettern. Der Komposthaufen im Garten, angefüllt mit gekochten und rohen Speiseresten, Brot und Fleischabfällen, Tierfutterresten und Obst- und Gemüseresten sind ein gedeckter Tisch für Ratten. Komposthaufen — ebenso auch Kaminholzstapel — bieten einen idealen Unterschlupf und Brutplatz für die Nager.

Das Futter von Hund, Katze und Vögeln schmeckt auch den Ratten. Wenn Hund und Katze draußen gefüttert werden, sollten die Reste direkt ins Haus geholt werden. Außerdem sollte nur so viel Vogelfutter ausgelegt werden, wie an einem Tag gefressen wird. Das im Bereich von Vogelhäuschen heruntergefallene Vogelfutter sollte kurzfristig entfernt werden. Eine gute Maßnahme gegen die unerwünschten Mitfresser wäre das Anbringen eines Futtersilos.  Größere Gebinde Tierfutter sollten nicht draußen gelagert werden.  Mangelnde Sauberkeit in Tierstallungen und Käfigen im Außenbereich begünstigt zudem einen Rattenbefall.

Eines der besten Mittel gegen Ratten ist und bleibt die Hauskatze. Der natürliche Feind des Nagers kann die Population meist erfolgreich vertreiben. Bei einem starken Befall wird es allerdings gefährlich für die Katze und man holt besser doch den Kammerjäger.

In der Serie „Meine Meinung“ kommen Leserinnen und Leser zu Wort, die aus ihrer Sicht Sachverhalte, Regelungen und Ereignisse kommentieren, die Menschen in Petershagen und Umgebung bewegen. Wenn auch Ihnen etwas auf dem Herzen liegt, melden Sie sich gerne bei uns.

Text: Claudia Hanschke, Symbolfoto: torook-stock.adobe.com