Samstag, 20. April 2024

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Deutsche Geschichte zum Erleben – Anette und Bernd Osthoff mit dem Fahrrad auf dem „Grünen Band“

Mit dem Fahrrad haben sich Anette und Bernd Osthoff aus Todtenhausen auf den Spuren deutscher Geschichte auf dem „Grünen Band“ begeben.
Anette und Bernd Osthoff haben mit dem Fahrrad das „Grüne Band“ besucht und auf der Tour rund 1500 Kilometer zurückgelegt. Foto: pr

Todtenhausen (bk). In drei Wochen mit dem Fahrrad entlang des „Grünes Bandes“ auf den Spuren deutsch-deutscher Geschichte durch eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands, so hatte es sich das Todtenhauser Ehepaar Anette und Bernd Osthoff erträumt. Und mit ihrem Eintritt in den Ruhestand nutzten sie ihre neue „Freiheit“ und starteten im Sommer zum Ausgangspunkt ihrer Tour in Lübeck, nachdem sie die Strecke von Todtenhausen bis zur Ostsee zum „Aufwärmen“ in drei Etappen ebenfalls bereits mit dem Fahrrad absolvierten. Dann begann das Abenteuer auf der rund 1500 Kilometer langen Tour. Als erstes Ziel avisierten die Hobbyradler das Biospährenreservat Schaalsee. Durch den See verlief noch vor 35 Jahren die damalige innerdeutsche Grenze. Weitere Stationen waren Hitzacker und der Arendsee. „Schnell wurde uns klar, dass nicht wir über die Länge der täglichen Tour entscheiden, sondern das buchbare Quartier die Rahmenbedingen vorgibt. Und so wurde das Tageslimit, das wir uns im Vorfeld zwischen siebzig und achtzig Kilometern gesetzt hatten, auch mal um fünfzig Kilometer überschritten“, so Anette und Bernd Osthoff. Im Vorfeld hatten sie sich für Räder mit E-Motor, Federung und Breitreifen entschieden, da klar war, dass sie der Weg nicht nur an Flüssen wie Elbe, Werra, Ulster und Saale entlangführen würde, sondern auch bergige Strecken durch Harz, Rhön und Thüringer Wald auf dem Programm standen. Weitere Etappen ihrer Tour waren zunächst Wittingen, Bad Helmstedt, Schladen-Werla sowie der Oberharz am Brocken. Gerade im Harz seien die Relikte der deutsch-deutschen Teilung noch allgegenwärtig, so berichten die Radtouristen von ihrer Wegstrecke, die sie immer wieder auch über Kolonnenwege und ehemalige Panzerstraßen führte. Und sie erfuhren, dass die ehemalige Grenze — so grausam der Todestreifen in seiner brutalen Konsequenz für die Menschen war, die ihn zu überwinden versuchten — für die Natur damals ein unberührter Lebensraum für eine bedrohte Tier- und Pflanzenwelt war, aus dem nach dem Fall der Mauer sukzessive eine schützenswerte Landschaft aus Wäldern, Wiesen und Sümpfen entstanden ist. Trautenstein, Duderstadt, Eschwege, Kieselbach, Hilders, Bad Königshofen waren dann weitere Stationen ihrer Tour. Sie sahen Städte mit mittelalterlicher Prägung, aber auch verträumte Orte, in denen die Gastronomie teilweise erheblich unter Personalmangel zu leiden hat. Da die Distanz zwischen den einzelnen Verpflegungssstellen manchmal mehr als vierzig Kilometer betrug, war für die Hobbyradler ein ausreichender Wasservorrat Grundbedingung für eine gute Ausrüstung. Nach Sonneberg, Steinbach am Wald war Hof in Bayern das Ziel ihrer geschichtsträchtigen Tour. Ein Besuch des bayerisch-böhmisch-sächsischen Dreiländerecks in Regnitzlosau stand für das Todtenhauser Ehepaar ebenso auf dem Programm wie der Besuch der Gedenkstätte Point-Alpha, die den „Kalten Krieg“ und die Konfrontation der Machtblöcke mit ihren menschenverachtenden Grenzlagen mit Minenfeldern, Stacheldraht und Wachtürmen, in bedrückende Erinnerung ruft und an Zeiten erinnert, die lange als überwunden galten. Der Rückweg per Zug von Hof nach Dresden und von dort nach Minden ist schnell erzählt. Ein wunderbares Erlebnis in der Natur, tolle Gespräche mit den Menschen vor Ort, aber auch ein Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, das ist das Fazit, das Anette und Bernd Osthoff nach ihrer dreiwöchigen Reise durch eine einzigartige Landschaft ziehen. Wer an weiteren Informationen interessiert ist, kann sich gern unter der E-Mail-Adresse ab.osthoff@gmail.com melden.

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