Foto: Dietmar Meier

Erscheinungsbild des Kutenhauser Friedhofs soll verbessert werden

Kutenhausen (bk). Wer mit auswärtigen Gästen spricht, die den Kutenhauser Friedhof besuchen, wird immer wieder feststellen, wie positiv deren Resonanz auf den parkähnlichen Charakter der Anlage mit ihrem alten Baumbestand ist. Neben der Totenruhe lädt der Ort mit seinen zahlreichen Ruhebänken auch zum Verweilen und zur Begegnung ein. Die Mehrzahl der Kutenhauserinnen und Kutenhauser weiß dieses Kleinod, das im Kontrast zur Kahlheit vieler Friedhöfe andernorts steht, sehr zu schätzen. Aber auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. 

Die Zahl der Erdbestattungen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verringert. Viele Menschen entscheiden sich heutzutage schon zu Lebzeiten für ein Urnenbegräbnis mit geringerem Pflegeaufwand.  War es in früheren Jahren eine Selbstverständlichkeit für Angehörige, ein Grab dreißig Jahre lang zu pflegen, gilt das in unserer schnelllebigen Zeit nur noch bedingt und längst nicht mehr für jeden. So gibt es auch auf dem Kutenhauser Friedhof Flächen, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden, aber für die eine andere Gestaltung bereits vorgesehen ist.  Schon 2006 entstand unter Federführung von Ortsbürgermeister Dieter Böttger eine Arbeitsgruppe, die sich dieser Thematik annahm. Die damaligen Protagonisten legten hier einen Rabattenhügel mit einer Sonnenuhr an. Auf der für das Uhrenfeld nicht benötigten Fläche wurden dann in 2007 die Voraussetzungen für die Anlage einer Blumenwiese geschaffen. An dieser Blumenwiese, die aktuell nur noch zur Blütezeit der Osterglocken in voller Schönheit erstrahlt, hat zwischenzeitlich der Zahn der Zeit in der Form genagt, so dass die Fläche fast ganzjährig hauptsächlich vom Gras dominiert wird. 

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Diesen Zustand möchte der Ortsbürgermeister nun positiv verändern und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in den Entscheidungsprozess, was mit der Fläche geschehen soll, einbeziehen. Dazu lädt er am Montag, den 7. März um 15 Uhr zu einem Treffen auf den Kutenhauser Friedhof ein. Alwin Pamin, Friedhofsverwalter der Mindener Friedhöfe, und Gärtnermeisterin Milena Goldammer werden bei dem Treffen beratend zur Seite stehen. Die Zahl der Menschen, die sich rund um den Friedhof engagieren ist groß: Da gibt es einmal die Mitglieder des Fördervereins der Friedhofkapelle, für die logischerweise auch das Umfeld der Kapelle wichtig ist. Das Gleiche gilt für die Arbeitsgruppe „Buntes Kutenhausen“ des Heimatvereins. Ende November hatte die Gruppierung 

1.850 Blumenzwiebeln in die Rasenfläche vor dem Heimathaus gesetzt.  Hier soll im Frühjahr der Schriftzug „Use Dorp“ erblühen. Unterstützt wurden die Akteure dabei von Kindern der Grundschule Kutenhausen. Ebenfalls Kinder der Grundschule aus dem Offenen Ganztag bestückten unter Anleitung von Sascha Traue von der Biologischen Station im Sommer 2017 ein Insektenhotel, das von Mitgliedern des Heimatvereins gebaut wurde. Bei der Neugestaltung der beschriebenen Fläche soll es auch darum gehen, das Nahrungsangebot für die Wildinsekten zu verbessern. Dann gibt es noch die Gruppe der „Hobby-Gärtner“, die jeweils im Vorfeld von Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag in einer gemeinsamen ehrenamtlichen Aktion den Friedhof vom Laub befreit und einen besonderen Bezug zu der dörflichen Ruhestätte hat.  Aber auch wer bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Friedhof hatte, ist herzlich zu dem Treffen, wo es um die Entwicklung von Ideen für eine ökologische Zukunft gehen soll, eingeladen.