Der Gewerbeverein war seit 2003 Ausrichter des Adventsmarkts. Foto: privat

Gewerbeverein Kutenhausen/Todtenhausen aufgelöst

Kutenhausen/Todtenhausen (bk). Der Gewerbeverein Kutenhausen/Todtenhausen löst sich auf: Das war die nüchterne Bilanz der Jahreshauptversammlung des Vereins von Mitte 2021 im Hotel  Exquisit in den Bärenkämpen. Während der Versammlung wurde deutlich, was Insider schon befürchtet hatten. Es war unmöglich, die für eine weitere Geschäftsführung notwendigen Vorstandsposten entsprechend zu besetzen. Daraufhin schlugen der erste Vorsitzende, Heiko Kolkmann, und sein Stellvertreter, Nico Mittendorff, der Versammlung die Auflösung des Gewerbevereins Kutenhausen-Todtenhausen vor. Dieser Vorschlag wurde von den Anwesenden einstimmig angenommen.  Als Konsequenz aus diesem Beschluss erfolgte ein Anschreiben an alle Vereinsmitglieder mit der Bitte zur Stimmabgabe. Nur aufgrund der Coronapandemie war diese Abstimmung auch in schriftlicher Form möglich. Da die Mitglieder mehrheitlich für eine Auflösung des Vereins stimmten, wurde Ende November 2021 diese Auflösung notariell besiegelt.  

Das emotionslose Ende rechtfertigt sicherlich einen Blick – nicht ohne Wehmut – in die Geschichte des Gewerbevereins Kutenhausen-Todtenhausen, der 2003 gegründet wurde und fortan als Ausrichter des Adventsmarktes fungierte. Der erste und langjährige Vorsitzende, Bernd Osthoff, sowie seine Frau Anette, die das Amt der Schriftführerin übernommen hatte, stellten seinerzeit ihr Firmengelände der Tischlerei Schwenker am Schinkenkamp in Todtenhausen für das weihnachtliche Event zur Verfügung.  An fünfzehn Ständen präsentierten engagierte Hobby-Beschicker aus Kutenhausen und Todtenhausen  jeweils am ersten Adventswochenende ein umfangreiches Sortiment. Die Werkstatt der Firma wurde zur Kaffeestube umgebaut. Die Geschichte des Adventsmarktes begann bereits 1996 mit zwei Buden auf dem Firmengelände. Schon damals ging der Erlös an Vereine und Institutionen in beiden Dörfern.  Auftritte von Chorschule, Tookula, Posaunenchor und Feuerwehrkapelle gehörten ebenso zum Programm wie Henry Hill in der Rolle des legendären Weihnachtsmannes.  Die Zahl der Besucherinnen und Besucher nahm über die Jahre erfreulicherweise so zu, dass die Initiatoren gezwungen waren, für den Adventsmarkt ab 2010 einen neuen Veranstaltungsort zu suchen, und sie fanden als Lösung das Rotationsprinzip.

Die Verantwortlichen der Hauptschule Todtenhausen, der Christuskirche Todtenhausen und der Grundschule Kutenhausen öffneten fortan ihre Türen für den Gewerbeverein und seinen Adventsmarkt und übernahmen damit auch die Ausrichtung der Cafeteria und erhielten deren Erlös.

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Die Erfolgsgeschichte des Gewerbevereins, dem in seiner Blütezeit 106 Mitglieder angehörten, setzte sich auch an den neuen Veranstaltungsorten kontinuierlich fort. Dank gebührt den jeweiligen Vorständen für ihren Einsatz, aber auch den Helfern und Helferinnen aus dem Umfeld, die die Protagonisten am ersten Adventswochenende unterstützten, sodass sich der Markt zu einem Glanzpunkt dörflichen Lebens entwickelte, der gerade auch aus der Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder mit den Menschen vor Ort entstand. Sportlerinnen und Sportler der Spielvereinigung Kutenhausen/Todtenhausen organisierten  im Rahmen des Marktes mehrfach Tombolas, deren Erlöse im vierstelligen Bereich lagen und dem Förderverein der Grundschule und dem Partnerschaftsprojekt der Christuskirche Todtenhausen „Stern der Hoffnung“ zugutekamen.

Im Rückblick darf nicht vergessen werden, dass der Adventsmarkt 2001 auf dem Hof Reckeweg, 2005 im Hotel Graßhoff und 2016 auf dem Gelände der Firma Kolkmann zu Gast war. Die Herausgabe des Fotokalenders, die Gewerbezeitung „Wir von Hier“ und auch die Gewerbeausstellung von 2007 werden in Erinnerung bleiben, auch wenn der Gewerbeverein Kutenhausen/Todtenhausen nun nicht mehr besteht. Der Vorschlag von Norbert Hauka, zur Erinnerung an den Verein einen Baum an der Kreuzung Kutenhauser Dorfstraße/Graßhoffstraße/Im Schling/Kreiensal zu pflanzen, wurde während der Jahreshauptversammlung einstimmig angenommen. Und auch die Hoffnung, dass der Adventsmarkt von einem anderen örtlichen Verein fortgeführt wird, brachten die Vereinsmitglieder zum Ausdruck. Das Equipment stände zur Verfügung. Das Vermögen des Gewerbevereins wird nach seiner Auflösung auf Beschluss der Mitglieder an Organisationen und Institutionen in beiden Dörfern gespendet werden. Somit bleibt trotz der Wehmut am Ende ein positiver Lichtblick.