Foto: Rolf Ebeling

Meisen im Garten

Von Daniel Grüning, Biologische Station Minden-Lübbecke

In unseren heimischen Gärten sind zwei Meisenarten besonders häufig zu beobachten: die Kohlmeise und die kleinere Blaumeise. Die Kohlmeise ist die größte heimische Meisenart. Kennzeichen sind der schwarz und weiß gefärbte Kopf, der gelbe Bauch mit dem auffälligen schwarzen Streifen in der Mitte. Die zierlichere Blaumeise hat hingegen eine blaue Kopfhaube und ein weißes Gesicht mit einem schwarzen Streifen, der durch das Auge verläuft. Die Brust ist leuchtend gelb und die Federn an Flügel und Schwanz sind blau gefärbt. Zu den weiteren heimischen Meisenarten zählen die Haubenmeise, die Tannenmeise sowie die Sumpf- und die Weidenmeise. Die ebenfalls heimischen Arten Schwanzmeise, Bartmeise und Beutelmeise tragen den Namen „Meise“ nur in ihrem Namen. Sie sind mit den echten Meisen jedoch nicht nahe verwandt.

Die Kohlmeise und die Blaumeise sind Höhlenbrüter. Ursprünglich brüteten sie vor allem in Baumhöhlen. Dies tun sie in naturnahen Wäldern auch heute noch. In den Städten und Siedlungsbereichen sind natürliche Baumhöhlen jedoch selten. Hier sind sie auf künstliche Nisthilfen, also Nistkästen, angewiesen. Wenn man also im Garten das Brutgeschehen von Kohl- oder Blaumeise beobachten möchte, sollten geeignete Nistkästen an geschützten Stellen aufgehängt werden. Hierbei ist die Größe des Einflugloches entscheidend. Die kleine Blaumeise benötigt ein Loch mit einem Durchmesser von 28 Millimetern, die größere Kohlmeise hingegen eines mit 32 Millimetern Durchmesser. Es kommt auch vor, dass Meisen im Briefkasten oder in Hohlräumen hinter einer Mauer oder Gebäudefassade nisten. 

Die beiden Meisenarten ernähren sich im Frühjahr und Sommer vor allem von kleinen Insekten. Im Garten sind sie sehr nützlich, da sie gerne ungebetene Gäste, wie Blattläuse oder Raupen vertilgen. Daher ist der Einsatz der Giftspritze absolut tabu. Denn das Gift wird dann auch von den Meisen und anderen Vögeln über die Nahrung aufgenommen. Insbesondere Jungvögel, die mit vergifteten Raupen gefüttert werden, können daran versterben. Im Herbst und Winter, wenn es kaum noch genügend Insekten gibt, stellen die Meisen ihre Ernährung auf Samen, Körner, Beeren und Früchte um. 

Anzeige

 

Kohlmeise und Blaumeise zählen bei uns in Mitteleuropa zu den Standvögeln. Das heißt sie bleiben im Unterschied zu den Zugvögeln auch im Winter in der Gegend, in der sie gebrütet haben. Dies gilt jedoch nicht für alle. Untersuchungen zeigen, dass einige Blaumeisen auch im Winter in südwestliche Regionen weiterziehen, in denen es etwas wärmer bleibt. Außerdem ziehen viele Meisen, die im Wald brüteten, im Winter in die Stadt. Hier ist es wärmer und es gibt auch mehr Nahrung. 

Ein wichtiger Tipp noch zum Schluss: Alle diejenigen, die gerne ihre Gartenvögel das ganze Jahr über am Futterhaus füttern möchten, sollten folgendes beachten: Bitte im Frühjahr, also zur Brutzeit der Meisen, auf das Füttern mit grobem Körnerfutter wie Sonnenblumenkerne oder Erdnüsse verzichten. Jungvögel vertragen dieses Futter nicht, wenn sie von ihren Eltern damit gefüttert werden.