Sieben Tage feiern, Spaß haben und sich im Schießsport messen

Todtenhausen. Jung, dynamisch, anstatt Schlagerparty. Thekenturnier und ein „bunter Nachmittag bei Kaffee und Kuchen mit Überraschungsunterhaltung“ statt Seniorennachmittag. Beim 54. Todtenhauser Dorfschützenfest wird dieses Jahr einiges anders laufen, erklärt Medienoffizier Tobias Doebler. Frei nach dem Motto von Bataillonskommandeur Thilo Weiß, immer etwas Neues auszuprobieren, um das Schützenfest aufrecht zu erhalten, das sich über die Jahre zu einem beliebten Treffpunkt im Mindener Ortsteil Todtenhausen an der Grenze zu Petershagen entwickelte.

Vom 24. Mai bis 3. Juni 2019 heißt es also wieder „Gut Schuss!“ beim Schützenbataillon und Schützenverein Todtenhausen, die alle Mitglieder, Einwohner und Freunde aus der Umgebung an sieben Tagen zum Schützenfest einladen – mit Bierprobe, Ortsteil- und Firmenpokalschießen, Stechschießen um die Königswürde, Partys im Festzelt, Kinderolympiade, Schützenmärschen, Königsball und jede Menge Unterhaltung. Zudem hat die Todtenhauser Jugendkompanie unter dem Motto „Bierkules oder Biergit“ bereits ein Fußballturnier mit Meter-Bier-Trinken angekündigt.

Bierprobe

Traditionell beginnt das Todtenhauser Dorfschützenfest am Freitag, 24. Mai um 19 Uhr mit einer Bierprobe, dieses Jahr auf „Kolkmann’s Hof“, Graßhoffstraße 20. Nach einer Begrüßung der Einwohner und einem Willkommensgruß an die Neubürger Todtenhausens durch den Schützenverein und das Schützenbataillon wird das Fest feierlich eingeläutet. Und es bleibt dabei: Eine Mitgliedschaft ist weder im Schützenverein noch im -bataillon erforderlich. „Jeder kann jederzeit dazukommen, ob am Schießstand oder zu Feierlichkeiten“, versichert Doebler. Bei der Bierprobe an sich gelten vergünstigte Preise, um sich im gemeinschaftlichen Rahmen auf die Festtage einstimmen zu können.

Ortsteil- und Firmen-Pokalschießen

Einen Tag später werden wie in den Vorjahren Teams mit je sieben Teilnehmern gegeneinander antreten, um den begehrten Ortsteilpokal zu erringen. Die vier besten Schützen fließen in die Wertung mit ein. Neben dem Ortsteilschießen (auch Straßenschießen genannt) werden sich heimische Firmen beim Schießsport messen – eine Idee, die Bataillonskommandeur Weiß letztes Jahr ins Leben rief.

Königsschießen

Das Königsschießen, das ebenfalls am 25. Mai ausgerichtet wird, erfreut sich deshalb so großer Beliebtheit, weil alle Einwohner Todtenhausens mitmachen dürfen. Doebler erwartet wieder rund 200 Teilnehmer. Dabei schießen Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren um die Würde des Jugendkönigs. Und die etwa 90 besten Schützen treten dann am Dienstag, 28. Mai, beim Stechschießen um die Königswürde noch einmal an und ermitteln den neuen Schützenkönig. Und das muss ordentlich gefeiert werden. Ab Freitag, den 31. Mai, ist daher ein ausgiebiges Unterhaltungsprogramm angesagt.

Thekenturnier und „ToJuKo Party Night“

„Bierkules oder Biergit“ – unter diesem Motto richtet die Todtenhauser Jugendkompanie (ToJuKo) gemeinsam mit der Spielvereinigung Kutenhausen/Todtenhausen erstmals beim Todtenhauser Dorfschützenfest ein Thekenturnier auf dem Sportplatz aus. Gerungen wird um zwei Wanderpokale: Einen erhalten die Sieger des Fußballturniers und einen das Siegerteam, das die meisten Meter Bier getrunken hat. Eine Anmeldung ist noch bis zum 10. Mai möglich (für weitere Infos siehe unsere April-Ausgabe). Wer dann noch auf den Beinen stehen kann, schwingt die „Hufe“ zum Plattenteller von DJ Calvin und DJ Nik auf der „ToJuKo Party Night“ im Festzelt.

Kinderolympiade, „Happy Hour“ und Schützenkönige

Nach dem Grünholen und Schmücken des Festzelts am Samstagmorgen kommen die Kinder ins Spiel. Ab 14 Uhr können sich die Vier- bis Zehnjährigen bei der 8. Todtenhauser Kinderolympiade auf dem Sportplatz austoben. Außerdem schießen Kinder von zehn bis 14 Jahren um die Würde des Kinderkönigs. Medienoffizier Doebler (38) war damals selbst bei der Jugendkompanie dabei und weiß, wie viel Spaß das machen kann. Eine Hüpfburg, Schießbude, ein Crêpes-Stand, Kinder-Tattoos, ein Kinderfest und die „Feuerwehr zum Anfassen“ runden das Angebot für die Kleinen ab, während es sich die Eltern in der Cafeteria gemütlich machen können. Nebenher finden auch Fußball- und andere Spiele der Jugend des SV Kutenhausen/Todtenhausen statt.

Im Anschluss wird das Königspaar 2018 – Thilo Weiß und Jasmin Doebler – beim Königsmarsch, begleitet von der Feuerwehrkapelle, quer durchs Dorf geleitet und würdevoll verabschiedet. Zurückgekehrt im Festzelt können sie zusammen mit den Gästen von 18 bis 20 Uhr zur „Happy Hour“ bei Getränken zu vergünstigten Preisen und Livemusik der Partyband „HolyMoly“ ihr königliches Jahr lebhaft ausklingen lassen. Denn am Sonntag werden bereits um 11 Uhr die neuen Schützenkönige im Festzelt bekannt gegeben und die Schützenmärsche aller Kompanien gegen 17 Uhr auf dem Festplatz erwartet. Ab 15 Uhr gibt es auch Kaffee und Kuchen im Zelt.

Ausklang mit Comedy und Überraschungsunterhaltung 

Der „Ausklang-Montag“ beginnt ab 15.30 Uhr im Festzelt mit einem bunten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen mit Überraschungsunterhaltung. (Dieses Jahr wird dahin gehend erstmals ein Fahrdienst angeboten). Die neuen Schützenkönige stehen für Gespräche zur Verfügung, für alle Gäste gibt’s ab 19 Uhr einen Fisch-Imbiss, und für Unterhaltung wird ab 20.30 Uhr der Comedy-Abend sorgen. Zum Abschluss des Todtenhauser Dorfschützenfestes kann also am Montag, 3. Juni, ausgiebig geschnackt, geschmaust und über alte Zeiten geklönt werden. Apropos alte Zeiten…

Zurückgeblickt und nach vorn geschaut

„Früher mussten wir noch über einen Graben springen, um zum Schießstand zu kommen“, erinnert sich Manfred Doebler (67). Am Schießstand im Heisterholz war eine Theke aufgebaut und ein Grill. Um sich vom Stand zur Scheibe zu verständigen, reichte ein Feldtelefon mit langem Kabel. So hat es angefangen 1965 beim Schützenbataillon Todtenhausen (der erste Schützenverein wurde hingegen 1908 gegründet und fusionierte 1926 mit dem Schützenverein „Zur Linde“). „In den 1960/70er Jahren kam dann der Boom und die Leute warteten praktisch darauf, dass ein Fest gefeiert wird“, erzählt Doebler weiter, „denn früher war die Jugend am Ort gebunden.“ Also gründeten die Bürger Todtenhausens ein Bataillon. An einem Samstag wurde das Schützenfest gefeiert. Und damit die Leute sonntagmorgens aus dem Bett kommen, um zum Stechschießen anzutreten, fuhr die Feuerwehr durchs Dorf und feuerte kleine, aber laute Würfelknaller aus der Kanone. „Da stand man im Bett.“

Zu der Zeit hatten der Schützenverein und das Schützenbataillon rund 2000 Mitglieder zu verzeichnen im Gegensatz zu heute mit gerade einmal 200 Mitgliedern. Aber eins ist geblieben: Die freiwillige Zusammenkunft, wo jeder reinschnuppern kann, es wird kein Beitrag erhoben. „Wem es gefällt, der bleibt dabei.“ So freuen sich Vater und Sohn auch dieses Jahr über zahlreiche Gäste.

Text: Namira McLeod, Foto: privat