25 Jahre Kita Arche Noah – Jubiläum am 1. März

Petershagen.  Als 1995 dringend weitere Plätze in einer Kindertagesstätte in Petershagen benötigt wurden, entstand die Kita Arche Noah. Träger ist seitdem die ev.-luth. Kirchengemeinde Petershagen. Von Anfang an unterschied sich die Kindertagesstätte von einem Kindergarten: Ganztagesbetreuung mit Mittagessen für Kinder war vor 25 Jahren besonders gefragt, da immer mehr Mütter berufstätig waren, erinnert sich Kita-Leiterin Gabi Damke. Ab vier Monaten dürfen Kinder zur Kita gehen. „Zu uns kommen die meisten Jungen und Mädchen mit etwa einem Jahr. Bei der Gründung wurde eine Anmeldung in so jungem Alter sehr kritisch angesehen. Heute ist das völlig normal“, erinnert sich Damke. 

Ein weiterer Meilenstein ereignete sich 2006: Die Kita Arche Noah nahm an einem Pilotprojekt von 251 Kitas in Nordrhein-Westfalen teil und wurde zum Familienzentrum: Seitdem vervollständigen Zusatzangebote wie ein Tagesmüttertreff, Beratungen vom hexenHAUS e.V., Angebote der Musikschule Petershagen und viele weitere das tägliche Programm. Zudem können Eltern die Küche und die Halle für Kindergeburtstage mieten. Die Kita ist ein Ort, an dem Kinder und Familien willkommen und angenommen sind, wo sie Verlässlichkeit, Sicherheit und von Gottes Liebe erfahren. Die Arche Noah ist ein lebendiger Teil der evangelischen Kirchengemeinde Petershagen. Über die positive Qualitätsentwicklung freut sich die Leiterin: „Wir haben 2019 erneut das Gütesiegel für das Familienzentrum und 2020 das BETA-Gütesiegel für die Kitaarbeit erhalten.“

25-jähriges Jubiläum

Am Sonntag, den 1. März, feiert die Kita Arche Noah ihr 25-jähriges Jubiläum und richtet einen Tag zum Mitmachen aus. Los geht es um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Petri Kirche in Petershagen, den die Kinder mitgestalten werden. Anschließend gibt es einen kleinen Empfang an der Kirche. „Anstelle von Grußworten möchten wir praktisch zeigen, wie wir in 25 Jahren eine Vernetzung geknüpft haben, wer daran beteiligt ist und was uns trägt“, verspricht Gabi Damke einen besonderen Gottesdienst.

Unter dem Motto „Geburtstagsspaß für Klein und Groß“ findet anschließend von 15 bis 17 Uhr in der Arche Noah ein unterhaltsamer Nachmittag mit Spieleaktionen für die Kinder und einer Cafeteria statt. Die Einladung richtet sich an alle ehemaligen und zukünftigen Kindergartenkinder mit Eltern und an alle interessierten Petershäger.

Tischdecken gehört zu den täglichen Aufgaben der Kinder.

Ganztagesbetreuung beliebt

Ein Team aus 16 pädagogischen Mitarbeiterinnen betreut aktuell 94 Kinder in fünf Gruppen im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren. Der überwiegende Teil der Kinder wird ganztags betreut. „Zu Beginn der Kita Arche Noah war es noch üblich, dass Hortkinder vor und nach der Schule in der Kita betreut wurden“, erinnert sich Gabi Damke. Doch mit dem stetig gestiegenen Betreuungsangebot in den Grundschulen wird diese Betreuungsart heute nicht mehr benötigt.

2018 war die Anzahl der Kinder besonders groß und eigentlich keine Plätze mehr vorhanden. Kurzerhand gründetet die Kita Arche Noah für ein Jahr die Zwergengruppe. „Wir mussten die Gruppe um ein Jahr verlängern, damit alle Kinder betreut werden können.“  Zum Sommer diesen Jahres wird die Übergangsgruppe aber wieder aufgelöst. Für Entlastung sorgt auch die neu gebaute Kita am Koppelweg.

Kinderrat entscheidet mit

In der Kita Arche Noah können die Kinder bereits in jungen Jahren ihre Interessen in den Tagesablauf mit einbringen und so ein erstes demokratisches Verständnis für das Zusammenleben in der Gruppe lernen. Im Kinderrat sind zwei Kinder aus jeder Gruppe vertreten, die sich regelmäßig treffen und wichtige Entscheidungen beschließen. Dazu gehörte in letzter Zeit der neue Name für das „Piratenschiff“ im Außenbereich, die Ausrichtung der Piraten-Olympiade, bei der die Kinder die Spiele und das Programm ausgesucht haben, und die regelmäßig wechselnde Dekoration in dem Gebäude der Kita. Natürlich haben die Kinder auch das Programm für das Jubiläum am 1. März ausgesucht: Cafeteria, Kinderdisco und Schatzsuche gehören dazu.



   

„Hilf mir es selbst zu tun“

„Unser Anliegen ist es, dass die Kinder betreits frühzeitig Selbstständigkeit erlernen und sich selbst organisieren“, erzählt Gabi Damke. Aber den Kindern wird von den Erwachsenen immer mehr abgenommen, weil es entweder schneller geht oder besser gemacht werden kann, erkennt die Kita-Leiterin. „So können die Kinder kein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. Und genau das wollen wir in der Kita besonders fördern.“ 

Selbstorganisiertes Spielen mit Streiten, Planen und Fragen ist sowohl von den Kindern als auch von den Erzieherinnen in der Kita Arche Noah gerne gesehen. Denn „das ist mindestens genau so pädagogisch wertvoll wie ein gezieltes Angebot“, weiß Damke. 

Mit Kopf, Herz und Hand

Das ganzheitliche Bildungskonzept in der Kita fördert die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Durch die Stärkung des Selbstvertrauens und der Selbstständigkeit werden die Handlungskompetenzen der Kinder gefördert. „Das Erlernen der sozialen Fähigkeiten ist für uns eine wichtige Voraussetzung, dass Kinder in unserer Welt mit anderen Menschen zurecht kommen.“ 

Die Jungen und Mädchen erkunden die Stadt, die Polizei besucht die Kita und im Verkehrserziehungsprogramm „Sicher durch den Mühlenkreis“ lernen sie den Straßenverkehr kennen. Auch ist das Erlernen der Zahlen und das Schreiben des eignen Namens ein Bestandteil vor dem Wechsel in die Grundschule. „Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass alle Grundlagen in der Grundschule gelernt werden. Da grundlegende Ansätze erwartet werden, bereiten wir die Kinder mit einem spielerischen Lernprogramm in der Kita darauf vor“, erzählt Sandra Senne-Meinert. Schatzsuche statt Fehlerfahnung — in der Kita Arche Noah steht die Förderung der Stärken der Kinder im Fokus. Dazu gehören Projekte für Schulanfänger wie das Zahlenland, das Haus der kleinen Forscher, die Gesundheitserziehung und der Pflasterpass.

Im Außenbereich der Kita gibt es viele Spielangebote.

Text und Fotos: Krischi Meier