30 Jahre Petershäger Anzeiger – Ein Rückblick

Mit dieser Ausgabe feiert der Petershäger Anzeigers sein 30-jähriges Bestehen. Vor diesem Hintergrund möchten wir mit einem kleinen Rückblick auf das Jahr 1989 beginnen. Es war ein Jahr mit zahlreichen geschichtsträchtigen Ereignissen, die bei den Älteren sicher bis heute in Erinnerung geblieben sind. Hier zunächst einige Schlagzeilen, die die Presse beherrschten.

Der Öltanker Exxon Valdez fuhr am 24. März 1989 vor Alaska auf ein Riff im Prinz-William-Sund auf. In der Folge liefen 40.000 Tonnen Rohöl aus und verursachten eine schwere Ölpest. Die Verseuchung weiter Küstenabschnitte und die nachhaltige Schädigung des alaskischen Ökosystems zählt bis heute zu den größten Umweltkatastrophen der Seefahrt.

In Japan erschien am 21. April die Spiele-Konsole „Game Boy“. Vor allem für Kinder der 90er Jahre war der „Game Boy“ DAS Spielzeug schlecht hin und etwickelte sich in der Folge zu einem weltweiten Millionenseller. Anfangs war die Handheld-Konsole nur zusammen mit dem Spiel Tetris erhältlich, das so zum meistverkauften Computerspiel überhaupt wurde. 

Sportliche Erfolge gab es 1989 insbesondere für die Deutschen Fußballerinnen und „unsere“ Tennisasse.  Bei der Fußball-Europameisterschaft wurden die deutschen Damen mit einem 4:1-Sieg über Norwegen am 2. Juli erstmals Fußball-Europameister. Und Steffi Graf und Boris Becker gewannen am 9. Juli innerhalb weniger Stunden die Einzelwettbewerbe der Wimbledon Championships im Tennis.

Am 5. Oktober gab es in der Bundesrepublik erstmals einen Langen Donnerstag: Mit der Lockerung das Ladenschlussgesetzes durften Geschäfte von da an donnerstags bis 20.30 Uhr geöffnet bleiben, während an den übrigen Wochentagen regular um 18.30 Uhr geschlossen werden musste. Bei den heute üblichen Öffnungszeiten der Supermärkte kaum noch vorstellbar, nach 18.30 Uhr nicht mehr einkaufen zu können.

Und dann kam der Tag, der für die meisten Deutschen aus Ost und West sicher unvergesslich bleibt und die Entwicklung in Deutschland und der Welt in eine neue Richtung lenkte: Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze wurde geöffnet.

Und wie lief es 1989 in der Stadt Petershagen? Mit Unterstützung der Stadtverwaltung haben wir einmal einen Blick auf die damaligen Ratssitzungen geworfen. Die Einladungen dazu wurden zu der Zeit noch in einem Kasten am Rathaus in Petershagen öffentlich ausgehängt.

In vielen Punkten lesen sich die Tagesordnungen der Sitzungen des Stadtrates nicht viel anders als heute.  Neuanschaffungen von Fahrzeugen für die Feuerwehr oder Umbauten an den Feuerwehrgerätehäusern sind bis heute ebenso ein Thema geblieben wie die Bemühungen aus den Ortschaften heraus um Verbesserungen der örtlichen Infrastruktur. Und natürlich ging es dabei wie heute in den meisten Fällen um Geld.

Am 2. Februar 1989 findet sich ein Antrag des TuS Friedewalde auf Errichtung einer Sporthalle in Friedewalde. Rücksprung in die Gegenwart: Die zwischenzeitlich in die Jahre gekommene Friedewalder Sporthalle wurde bekanntlich im vergangenen Jahr kräftig saniert. Auch die Beschaffung von Einrichtungsgegenständen für die Begegnungsstätte im ehemaligen Amtsgericht findet ihr Pendant in den Umbaumaßnahmen der jüngeren Vergangenheit.

Ein großes Thema in dem Jahr war die Herrichtung stadteigener Gebäude in Ilserheide, Gorspen-Vahlsen, Friedewalde und Windheim für die Aufnahme von Aussiedlern. Für juristischen Streit mit niedersächsischen Behörden sorgte die Sonderabfalldeponie Münchehagen. Naturschutzgebiete wie die Grube Baltus, Häverner Marsch und Mittelweser wurden damals auf den Weg gebracht.

Und auch auf städtischer Ebene ging es um Ladenöffnungszeiten. Dazu lieferte die Tagesordnung vom ein wunderbares Beispiel von Verwaltungsdeutsch: „Erlaß einer ordnungsbehördlichen Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen aus besonderem Anlaß in der Stadt Petershagen“.

In der Liste der damaligen Ratsmitglieder finden sich viele bekannte Namen, die inzwischen zwar nicht mehr im Stadtrat aktiv sind, sich aber auch heute noch in der einen oder anderen Angelegenheit einbringen, darunter Heinrich Schröder, Herbert Marowsky, Alfred Raschke, Peter Thiele oder Joachim Bertram,. Eine Name ist geblieben: Alfred Borgmann findet sich 1989 ebenso wie 2019 auf der Liste der Ratsmitglieder.

 


Ein kleiner Rückblick auf 30 Jahre Petershäger Anzeiger 

März 1989

Die erste Ausgabe
Als die erste Ausgabe des Petershäger Anzeigers im März 1989 fertig auf dem Tisch lag, hätten sich Annette Niermann und Ursula Gieseking nie träumen lassen, dass aus der Sache mal ein Fulltime-Job werden würde. Über Monate hatten die Herausgeberinnen des „Zwei-Frauen-Betriebs“ am Konzept des Anzeigenheftes gefeilt, bevor der Anzeiger mit einer Startauflage von knapp 9.000 Exemplaren zum ersten Mal in Druck gehen konnte.

 

September 2000

Ein neue Design – Vierfarbig
Im September 2000 wurde der Druck auf allen Seiten auf  vierfarbig umgestellt. Mit dem neuen Layout hat sich der Anzeiger fortan von den Wochen- und Tageszeitungen abgehoben und bot den Lesern interessante Hintergrundgeschichten.

 

 

 

 

Juni 2017

Die Übernahme
Im Juni 2017 hat das WIP Medien-Team den Anzeiger übernommen und führt ihn seitdem mit dem gleichen Konzept und einigen Neuerungen und Modernisierungen weiter.

 

Februar 2018

Neues Titellayout
Lange prägte ein grüner Rand auf der Titelseite das optische Erscheinungsbild des Anzeigers. Fortan ziert ein ganzseitiges Foto die Titelseite mit den unterschiedlichsten Themen.

 

März 2019

30 Jahre Petershäger Anzeiger
Im März 2019 feiert der Petershäger Anzeiger nun sein 30-jähriges Bestehen. Viel hat sich seit der ersten Ausgabe verändert. Nach einem Start, von dessen Erfolg die Macherinnen selbst überrascht waren, kann sich der Anzeiger bis heute erfolgreich am hart umkämpften Markt behaupten. Er ist das einzige Hochglanz-Print-Magazin, das zwischen Mindens Norden und Uchte länderübergreifend an alle Haushalte kostenfrei verteilt wird.

 

Einen großes Dankeschön richtet das Anzeiger-Team an alle Leserinnen und Leser, die dem Petershäger Anzeiger über 30 Jahre die Treue gehalten, Informationen und Anregungen geliefert und auch konstruktive Kritik eingebracht haben. Besonderer Dank gilt auch allen Inserenten, die das Erscheinen des Anzeigers über einen so langen Zeitraum erst möglich gemacht haben.

 

Die erste Ausgabe des Petershäger Anzeiger aus dem März 1989

 

Text und Fotos: Krischi Meier