30 Schüler besuchten eine Woche lang die Universität

Petershagen. 30 Schüler des Gymnasiums Petershagen hatten die Möglichkeit, eine Woche lang die Studentenluft der Universität Bielefeld zu schnuppern. Sie waren in dieser Zeit weitestgehend auf sich selbst gestellt.

„Das Projekt ‘Duales Orientierungspraktikum 2017 – Berufsorientierung vertiefend gestalten, Studienneigung fördern’ ermöglicht Schülerinnen und Schülern, erste Erfahrungen als Studentinnen und Studenten zu machen. Dazu absolvieren die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse, parallel zum klassischen Betriebspraktikum, ein zweigeteiltes Praktikum.Während des ersten Teils lernen sie die Universität Bielefeld, die dazu über ein ausgearbeitetes Konzept verfügt, kennen und nehmen dort an regulären Lehrveranstaltungen teil“, erklärte Projektbetreuer Christoph Bulmahn.

Für die Dauer dieser Praktikumsphase lebten die Schüler eigenständig und selbstverantwortlich in einem Jugendgästehaus, um die Autonomie des Studiums zu erleben. Diesen Teil des Projektes finanzierte die „Familie-Ost­hushenrich-Stiftung“ mit 2.452 Euro.

Der Stiftungsvertreter Dr. Burkhard Lehmann ist von diesem Konzept so überzeugt, dass er die Unterstützung für das nächste Jahr während des Pressegespräches wieder zusagte. Der Förderverein des Gymnasiums übernahm die Kosten für die Fahrkarten von 850 Euro. So konnten sich die Schüler in ihrer „Studentenstadt“ frei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen.

Im zweiten Teil des Praktikums lernten die Schüler während eines Praktikums in einem Betrieb die praktischen Tätigkeiten nach der akademischen Ausbildung kennen. Erstmals wurde in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit der Initiative „Arbeiterkind.de“ erprobt. Mitglieder der Initiative, allesamt Studierende ohne Studienerfahrung im Elternhaus, stellten neben Möglichkeiten der Studienfinanzierung auch ihre Erfahrungen im Unibetrieb vor.

Zur Vorbereitung bekamen die Schüler Informations- und Orientierungshilfen, beispielsweise zur Fächerstruktur, den Studienmöglichkeiten an der Universität Bielefeld, Zugänge zum elektronischen Vorlesungsverzeichnis und dergleichen mehr. In der Projektphase in Bielefeld lebten die Schüler weitestgehend eigenständig. Bei einem Besuch des betreuenden Lehrers hatten die Schüler die Möglichkeit, Schwierigkeiten zu besprechen.

Die teilnehmenden Schüler empfanden dieses Praktikum für sich als sehr bereichernd. Die beim Pressegespräch anwesenden vier Schüler waren nach sich nach dieser Erfahrung so gut wie sicher, dass sich ein Studium an ihre Schulzeit anschließen wird.

Allerdings reagierte die Schulleitung bereits auf einen Kritikpunkt: Der Termin ist nicht sinnvoll, da an der Uni das Semester fast beendet ist und viele Vorlesungen und Seminare bereits ausfielen. Zukünftig wird dieser Teil des Praktikums im Herbst stattfinden.

Text: Annette Niermann