Blaualgen sorgten in den vergangenen Jahr für Badeverbote. Foto: ddm

Badesee, Blaualgen, Badeverbot?

Diese drei Bs haben unsere Arbeit in den Sommermonaten der letzten drei Jahre häufiger geprägt, als uns lieb war. Und so manch einem wurde der ungetrübte Badespaß im Badesee Lahde vermiest. Blaualgen – oder wie der Fachausdruck lautet: Cyanobakterien – klingen harmlos und sehen durch ihren bläulichen Schimmer sogar vermeintlich hübsch aus. Warum also Badeverbote und Gewässeruntersuchungen? 

EU-Badegewässer und Wasserqualität

Der Badesee Lahde ist ein offizielles EU-Badegewässer. Den Status hat der See durch die Vielzahl der Badegäste und die gute Wasserqualität seit einigen Jahren inne. Die Wasserqualität wird während der Badesaison von Mai bis September durch das Gesundheitsamt des Kreises 14-tägig überwacht. 

Bei diesen Untersuchungen prüft das beauftragte Labor chemische und mikrobiologische Parameter. Dazu gehören mit Blick auf den chemischen Teil beispielhaft die Temperatur, der pH-Wert, Sichttiefe oder die Sauerstoffsättigung. Die mikrobiologische Prüfung umfasst die Suche nach Kolibakterien, Enterokokken (Streptokokkenart) oder Salmonellen. Liegen gesundheitsgefährdende Werte vor, werden diese dem Kreisgesundheitsamt gemeldet, welches dann über ein Badeverbot entscheidet. Interessanter Weise waren diese Werte in den vergangenen Jahren ohne Beanstandung. Das heißt, mit Blick auf diese Parameter hat der Badesee eine gute, nicht zu beanstandende Wasserqualität. Und doch gab es Badeverbote. Wie passt das zusammen?

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Hier kommen nun die unterschiedlichen Blaualgen ins Spiel, die zum Teil Gifte (Toxine) ausbilden und schädlich für die Gesundheit werden können (Übelkeit, Durchfall, Juckreiz). Diese Bakterien werden über die „normale“ Beprobung nicht erfasst. Hierauf wird erst geprüft, wenn es Anzeichen im Gewässer wie eine „Algenblüte“, Schaum am Gewässerrand oder üblen Geruch gibt.

Im Hinterkopf muss man haben, dass das Gewässer durch den Kiesabbau entstanden ist und seit Anfang der 1990er Jahre als Badesee genutzt wird. Außerhalb der Badesaison dient er als Angel-See beziehungsweise wird von den Wasservögeln als Rastplatz genutzt. Durch Menschen und Tiere werden unterschiedliche (Nähr-)Stoffe in den See eingebracht. Gerät der Nährstoffhaushalt längerfristig in ein Ungleichgewicht, kann das wie in unserem Fall eine Algenblüte begünstigen. Das ist zugegebenermaßen sehr verkürzt dargestellt, macht aber deutlich, dass man genau hinschauen muss, wie sich die Nährstoffsituation darstellt. Nur mit diesem kritischen Blick auf den See, können wir gezielt Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen, um dadurch begünstigende Faktoren für eine Blaualgenblüte zu verringern.

Vor diesem Hintergrund hat die Politik den Weg für ein „Limnologisches Monitoring“ sprich eine umfassende Begutachtung des Sees im vergangenen Jahr frei gemacht. Von März bis September wurden Wasser- und Sedimentsproben genommen, die dann auf unterschiedliche Parameter wie Stickstoff, Phosphor und so weiter untersucht worden sind.

Ergebnisse liegen vor – es gibt Hoffnung!

In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus am 3. März wird die Auswertung nun vorgestellt. Wichtig für uns sind natürlich die Schlüsse, die wir aus dem Gutachten ziehen können. Welche ersten Maßnahmen können wir schon im Laufe dieser Saison umsetzen? Wie wird es insgesamt am Badesee weitergehen? Wir sind vorsichtig optimistisch. Seien Sie gespannt, in der nächsten Ausgabe gehts weiter!

Ein kleiner Freizeit-Tipp zum Schluss darf natürlich nicht fehlen: Kennen Sie die Ilser Webstube? Sie ist Teil von Handwerk trifft Kultur und zeigt auf anschauliche Art und Weise das Weben und Spinnen. 

Lassen Sie sich vom Video unter https://youtu.be/KnrUcxcOCUI oder dem QR-Code inspirieren und schauen Sie beim ersten offenen Sonntag am 13. März in der Zeit von 14 bis 17 Uhr in der Webstube vorbei. 

Viel Spaß wünscht Ihnen

Ihre Evelyn Hotze
Leiterin der Stabstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus