Bühne frei für Mehdi

Petershagen. Aller guten Dinge sind drei, sagt ein bekanntes Sprichwort. Als im Dezember bekannt wurde, dass Mir Mehdi Mazlumsaki das Alte Amtsgericht übernimmt, gab es von allen Seiten viel positive Resonanz. Nachdem das Engagement seiner beiden Vorgänger leider nicht lange von Erfolg gekrönt war, könnte Mazlumsaki für die Stadt Petershagen die letzte Chance sein, eine Gastronomie im Alten Amtsgericht dauerhaft zu etablieren. Und die Voraussetzungen dafür scheinen diesmal ausgesprochen gut zu sein, bringt Mazlumsaki dafür einige fast maßgeschneiderte Fähigkeiten und Erfahrungen mit.

Sowohl in der Gastronomie als auch in der Kulturszene verfügt der 50-jährige über vielfältige Erfahrungen und Kontakte. In Minden führte er seit 2007 das Kulturzentrum „Hamburger Hof“ bis zum Umzug 2011 in sein aktuelles Lokal „Ameise Kulturhügel“, welches er auch weiterhin betreiben wird. Und auch mit den Gegebenheiten des Alten Amtsgerichtes ist Mazlumsaki seit langem vertraut, wohnt er doch seit 2010 mit seiner Familie in der Ortschaft Petershagen. Derzeit ist der neue Pächter damit befasst, die gastronomischen Räumlichkeiten im Alten Amtsgericht etwas mehr seinen Vorstellungen anzupassen, und das selbst mit Hammer und Schraubenzieher in der Hand. Der Petershäger Anzeiger hat die Gelegenheit genutzt, mit „Mehdi“ vor Ort schon einmal ein kurzes Interview zu führen.

Was hat Sie dazu bewogen, das Alte Amtsgericht zu übernehmen?

Mazlumsaki: Ich hatte schon länger im Hinterkopf, in Petershagen einen zentralen Anlaufpunkt für die ganze Familie zu schaffen. Als dann die Kündigung meines Vorgängers bekannt wurde, haben mich viele Bekannte in dieser Sache angesprochen. Sätze wie „Wenn einer das schafft, dann du“ habe ich des öfteren zu hören bekommen. Meine Schwiegermutter meinte sogar „Wenn du das nicht schaffst, schafft das niemand“. Also musste ich das einfach machen! (lacht) Letztlich war es der große positive Zuspruch, der mich motiviert hat.

Humor ist Ihnen offensichtlich nicht fremd. Wie würden Sie sich unseren Lesern selbst beschreiben?

Mazlumsaki: Die Gastronomie ist ein harter Job. Die einzige Sache, die mir viel dabei hilft ist: Humor, Lachen und gleichzeitig konzentriert sein und natürlich alles im Blick behalten. Ich bin offen für jeden. Besonders wichtig ist mir dabei ein respektvoller Umgang miteinander. Mein Herz schlägt für die Musik- und Kulturszene und ich bemühe mich immer gerade junge Menschen in ihrer Kreativität zu unterstützen.

Und wie sieht Ihr Konzept für das Alte Amtsgericht aus?

Mazlumsaki: Das Alte Amtsgericht hat für die ganze Stadt eine wichtige Funktion als Kulturzentrum. Genau als solches möchte ich das „Mehdis“ auch weiterführen und möglichst noch über das bisherige Maß hinaus weiterentwickeln. Gastronomie und Kultur sollen und müssen sich miteinander vereinen. 

Meine kulturellen Angebote werden sich an die ganze Familie richten. Wie auch in der „Ameise“ wird es für alle Altersgruppen attraktive Veranstaltungen geben. Schon jetzt sind Konzerte, Kinovorstellungen, Ausstellungen, ein monatlicher Familienflohmarkt und vieles mehr in der Planung. Und selbstverständlich werde ich auch „Rast im Knast“ als „Bed & Breakfast“-Angebot weiterführen.

Zur Zeit sind Sie ja kräftig am Renovieren. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre Vorhaben?

Mazlumsaki: Im Gastronomiebereich unten wird es auf jeden Fall wieder eine Theke geben, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, bei einem Bier oder einem Cocktail mit anderen ins Gespräch zu kommen, so wie das früher üblich war. Für die Musikveranstaltungen im Saal oben ist mir eine noch bessere Akustik wichtig. Dafür werde ich neue Boxen anschaffen und dazu auch Theatergardinen, die längs der Fensterseiten aufgehängt werden.

Bekommen Sie auch Unterstützung?

Mazlumsaki: Wie Sie sehen, bin ich bei der Renovierung selbst aktiv. Und auch im gastronomischen Tagesgeschäft erledige ich viele Aufgaben selbst, von der Gestaltung der Werbung bis hin zum Kochen und auch Putzen.

Natürlich gibt es auch vielfältige Unterstützung seitens meines Vereins „Ameise Kulturhügel“. Und ich profitiere natürlich von den vielen Kontakten und Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren bei der Organisation vieler Veranstaltungen sowohl im kulturellen Bereich als auch in der Gastronomie gewonnen habe.

Und die Kommunikation mit der Stadtverwaltung?

Mazlumsaki: Läuft sehr gut. Ich werde von der Stadt Petershagen bei meinem Vorhaben sehr unterstützt. An dieser Stelle möchte ich auch die gute Zusammenarbeit mit dem Förderverein Altes Amtsgericht“ und dem Verein „Rast im Knast“ erwähnen.

„Mehdis Amtsgericht“ startet am 1. und 2. März. Sind Sie schon aufgeregt?

Mazlumsaki: Zur Zeit überwiegt noch die Fokussierung auf die Arbeit. Das Musikprogramm für beide Tage steht schon und für das leibliche Wohl wird mit einem Buffet des Hauses gesorgt. Ich bin ganz optimistisch, dass das Angebot viele Menschen aus Petershagen und Umgebung ansprechen wird.

Text: Simone Kaatze und Dietmar Meier, Foto: Krischi Meier