Die glasfaserschnelle Wiedervereinigung von Ilserheide

Ilserheide. Derzeit läuft der Ausbau des Glasfasernetzes im ganzen Mühlenkreis und somit auch in Petershagen. Dort hatten die Haushalte bis Ende Oktober Zeit, sich für die zukunftsfähige Infrastruktur zu entscheiden. Allerdings nur, wenn das Eigenheim im Gebiet des geförderten Ausbaus liegt. So wie in Ilserheide-Nord. Ihre südlichen Nachbarn gelten als grundversorgt. Die Haushalte müssen somit mit den veralteten Leitungen und Internet im Schneckentempo vorlieb nehmen. Bei der Digitalisierung und damit auch der Zukunftsfähigkeit von Ilserheide drohte eine Zweiteilung.

Genau das wollte ein Kreis um die beiden engagierten Bürger Christian Büschking und Kevin Brinkmann so nicht hinnehmen. Zunächst unabhängig voneinander. Denn kennengelernt haben sich die beiden Glasfaser-Aktivisten erst während ihrer Kampagne, an deren Anfang eine WhatsApp Nachricht in der Orts-Gruppe stand. Nach Rücksprache und mit umfangreicher Unterstützung durch Enrico Nauen, Gigabit-Beauftragter des Kreises, nahmen sie Kontakt zu GREENFIBER auf. Das Unternehmen baut derzeit im Auftrag des Mühlenkreises das Internet in den so genannten weißen Flecken aus. Beim Infrastrukturunternehmen zeigte man sich gesprächsbereit. Die Vorgabe für die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus lagen aber hoch. Mindestens 70 % aller Haushalte in Ilserheide-Süd mussten mitmachen, damit eine flächendeckende Versorgung des Ortes mit dem glasfaserschnellen Internet realisiert werden kann. Denn im Gegensatz zum als unterversorgt geltenden Norden, fehlt in Ilserheide-Süd die Förderung von Bund und Land.

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Eine Herausforderung, der sich Büschking und Brinkmann gerne annahmen. Schon die erste unverbindliche Umfrage war sehr ermutigend. Mehr als 90% der Anwohnerinnen und Anwohner bekundeten ihr Interesse. Mit diesem Rückenwind und dem grünen Licht von GREENFIBER machten sich die nun immer größer werdende Gruppe daran, aus den Interessenbekundungen verbindliche Anträge auf einen Hausanschluss werden zu lassen. In den kommenden Wochen wurden alle Haushalte persönlich abgeklappert. Mit großem Erfolg und sehr positiven Nebenwirkungen „Wir wurden oft zum Kaffee eingeladen und haben dann auch gerne beim Ausfüllen der Anträge geholfen,“ so Christian Büschking. Kevin Brinkmann, der erst vor kurzem nach Ilserheide gezogen ist, hat so seine Nachbarschaft kennengelernt. “Vorher kannte man sich ja nur vom Sehen.“ Die eigene Telefonnummer wurde zur Hotline. So konnten die beiden Aktivisten in den Abendstunden und am Wochenende Auskunft und Hilfestellung geben. Oft, so Büschking, hätten sie dabei die Dankbarkeit der Dorfgemeinschaft für Ihr Engagement gespürt. Am Ende kamen 71 Anträge oder sensationelle 95,95 % aller Haushalte für das Zukunftsprojekt zusammen. Nur ein Haushalt entschied sich gegen das Glasfasernetz. Und auch die zu Grospen-Vahlen gehöhrenden Grospser Höfe wurden Teil des Projektes.

Mitte November nahmen GREENFIBER Geschäftsführer Uwe Krabbe und Servicemitarbeiterin Jessica Hermann die gesammelten Anträge entgegen. Im Gegenzug sicherte Uwe Krabbe den Ausbau von ganz Ilserheide zu. „Zum wiederholten Mal erleben wir so ein außergewöhnliches Engagement,“ freut sich der Glasfaser-Experte. „Die Einteilung zwischen geförderten und nicht geförderten Gebieten sind vor Ort oft nicht leicht zu verstehen.“ Daher sei es umso besser, dass es in Ilserheide keinen zweigeteilten Ort geben wird. Noch ehe die Teilung in schnell und langsam überhaupt entstand, geht Ilserheide in Sachen Glasfasernetz wiedervereint ins Digitale Zeitalter. Dank hohen persönlichen Engagements und der vorausschauenden Dorfgemeinschaft.

Text und Foto: GREENFIBER