Beim Lerncoach-Projekt aktiv: Carsten Konrad (v.l., Pädagogischer Leiter), Sophia, Lara, Louisa, Fynn (Nutzer des Onlineangebots), Marcus Gornik (Sozialarbeiter und Projektbetreuer), Romy, Ronja, Jasmin, Jil, Phil (Nutzer des Onlineangebots) und Adina Zundel (Lehrerin und Projektbetreuerin). Foto: Simone Kaatze

Digitale Lerncoaches an der Sekundarschule Lahde Schüler helfen Schülern beim Lernen

Lahde (sk). Schon vor der Corona-Pandemie wurde das Lernen von Fünft- und Sechstklässlern an der Sekundarschule Lahde durch freiwillige Lernhelfer aus den Klassen neun und zehn unterstützt. In den Monaten des Lockdowns, in denen die Kinder digital Zuhause beschult worden sind und dieses Hilfsangebot nicht stattfinden konnte, fiel Sozialarbeiter Marcus Gornik und Lehrerin Adina Zundel auf, dass viele Kinder hierbei Unterstützung benötigen. So entstand die Idee, eine digitale Variante des freiwilligen Lernangebots anzubieten. Nach den Osterferien startete das Projekt „Digitale Lernchoaches“. In einem zweitägigen Online-Workshop wurden die freiwilligen Helfer entsprechend ausgebildet und werden seitdem eng von den Projektbetreuern Marcus Gornik und Adina Zundel begleitet. Aktuell betreuen acht Mädchen der Jahrgänge sieben bis neun insgesamt neun Fünftklässler in den Fächern Mathe, Englisch und Deutsch außerhalb der Unterrichtszeiten digital von Zuhause aus. Die beiden Betreuer sind begeistert vom ehrenamtlichen Engagement der Schülerinnen, die dafür freiwillig einen Teil ihrer eigenen Freizeit opfern. Sie müssen aber nicht permanent erreichbar sein und haben deswegen extra Lerncoach-Accounts erhalten, damit genügend Zeit für die eigenen Aufgaben bleibt. Um optimale Bedingungen für ein erfolgreiches digitales Lernen zu erreichen, wurden alle mit iPads ausgestattet. Das digitale Coaching findet einmal die Woche statt, optional kann es noch eine Sprechzeit sowie eine Reflexion am Ende einer Woche geben. Während bei manchen nur Hilfe bei der Strukturierung ihrer Aufgaben fehlt, benötigen andere weitergehende Erklärungen zum Lernstoff. „Die Lerncoaches arbeiten dabei vollkommen eigenständig. Bei Bedarf erhalten sie aber auch Hilfe von Lehrkräften“, betont Marcus Gornik. Alle Absprachen werden schriftlich festgehalten und Kopien davon unter anderem an die Eltern sowie der Klassenleitung weitergegeben. „Das digitale Coaching soll keine Nachhilfe ersetzen, sondern nur eine unterstützende Hilfestellung beim Lernen sein und somit auch keine Garantie für bessere Noten“, erklärt der Sozialarbeiter der Sekundarschule weiter. Nachdem dieses Projekt nun bereits ein paar Wochen läuft, konnte die erste Bilanz gezogen werden. Hierbei ist die enge Zusammenarbeit der Coaches mit den Betreuern sehr wichtig. „Wir müssen auf die Lerncoaches hören, was klappt und was nicht“, berichtet Marcus Gornik über die ersten Erfahrungen. Das bisherige Resümee ist auf beiden Seiten positiv: Die Lerncoaches berichten über Spaß am Erklären für die Jüngeren sowie die Freude, wenn sie es dadurch dann verstanden haben, während sich diese über eine bessere Orientierung und ein besseres Verständnis freuen. „Einige Lehrer erklären manchmal etwas komisch. Da sind unsere Schüler immer froh, dass wir es ihnen noch einmal so erklären, dass sie es dann auch verstehen“, berichtet Sophia von ihren Erfahrungen als Lerncoach. Um zu sehen, ob auch wirklich alles verstanden wurde, lässt sich Lerncoach Jil den Lernstoff noch mal von ihrem Schüler erklären. Die Motivation der Helferinnen ist unterschiedlich: Während Lara und Louisa die Problematik des Lernens durch jüngere Brüder kennen und dadurch Freude am Erklären gefunden haben, möchte Ronja später im sozialen Bereich arbeiten und findet es gut, es so ausprobieren zu können. Auch nach der Pandemie soll das Konzept der digitalen Lerncoaches an der Sekundarschule Lahde ergänzend zu den analogen Lernhelfern erhalten bleiben, dabei ist eine Erweiterung auf digitale Lerngruppen von drei bis fünf Teilnehmern denkbar.

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